• 24.01.2021
      14:05 Uhr
      In den Fängen der Wikinger Österreich 2020 | arte
       

      Abenteurer, Entdecker und Eroberer - die Wikinger gelten als Helden des Mittelalters. Erzählungen über grenzenloses Draufgängertum verstellen bis heute den Blick auf ihre dunkle Seite. Es war Menschenhandel, der den Alltag der Nordmänner maßgeblich bestimmte und über Jahrhunderte das Funktionieren und die Ausdehnung ihrer Welt möglich machte. Die Routen des Menschenhandels umspannten Europa, reichten von Island bis Bagdad. Ausgehend von zwei jungen Iren, Findan und seiner Schwester Melkorka, erzählt die Dokumentation die Geschichte der Wikinger aus der Sicht ihrer Opfer.

      Sonntag, 24.01.21
      14:05 - 14:55 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Abenteurer, Entdecker und Eroberer - die Wikinger gelten als Helden des Mittelalters. Erzählungen über grenzenloses Draufgängertum verstellen bis heute den Blick auf ihre dunkle Seite. Es war Menschenhandel, der den Alltag der Nordmänner maßgeblich bestimmte und über Jahrhunderte das Funktionieren und die Ausdehnung ihrer Welt möglich machte. Die Routen des Menschenhandels umspannten Europa, reichten von Island bis Bagdad. Ausgehend von zwei jungen Iren, Findan und seiner Schwester Melkorka, erzählt die Dokumentation die Geschichte der Wikinger aus der Sicht ihrer Opfer.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Stefan Ludwig

      Irland, zu Beginn des 9. Jahrhunderts. Der junge Adelige Findan und seine Schwester Melkorka werden Opfer eines Wikingerüberfalls. Das wichtigste Ziel der Angreifer: Menschenraub.

      Die skandinavischen Krieger haben früh erkannt, dass mit Lösegelderpressung und Sklavenhandel mehr Profit zu machen ist als mit dem Raub von Vieh und Kirchenschätzen. Findan und Melkorka werden getrennt und auf abenteuerlichen Wegen quer durch Europa verschleppt. Sie erleben Sklavenarbeit, Misshandlung und sexuellen Missbrauch. Findan gelingt schließlich die Flucht. Er beschließt sein Leben als freiwillig eingeschlossener Mönch im schweizerischen Kloster Rheinau.
      Später wird er ein katholischer Heiliger - deswegen wurde seine Lebensgeschichte kurz nach seinem Tod aufgezeichnet und stellt das einzige Dokument eines Wikingersklaven dar, das auch von Historikern als authentisch bewertet wird.

      Moderne Methoden wie die Bodenradar-Archäologie haben erst in den letzten Jahren Licht in dieses wenig bekannte Kapitel gebracht. Wissenschaftler wie der österreichisch-schweizerische Georadar-Spezialist Wolfgang Neubauer gehen davon aus, dass die Wikingergesellschaft zu einem Viertel aus Sklaven bestanden haben muss. Nur so ist die Errichtung und Erhaltung gewaltiger Schiffsgräber und Kulthallen denkbar, wie sie kürzlich am Oslofjord in Norwegen entdeckt wurden. Doch die Routen des Menschenhandels reichten noch weiter: Die Wikinger verkauften Sklaven bis nach Byzanz und weiter in die arabische Welt. Erst im Hochmittelalter ging die Sklaverei langsam zurück. Leibeigene Bauern gab es allerdings weiterhin.

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