• 29.01.2021
      06:05 Uhr
      ARTE Reportage Frankreich 2020 | arte
       
      • Iran: Entspannung mit Joe Biden?
      • Kirgisistan: Ein demokratisches Wunder?
      • Marokko: Die Geschäfte der Sandmafia

      Freitag, 29.01.21
      06:05 - 07:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo
      • Iran: Entspannung mit Joe Biden?
      • Kirgisistan: Ein demokratisches Wunder?
      • Marokko: Die Geschäfte der Sandmafia

       
      • Iran: Entspannung mit Joe Biden?

      Wird der neue US-Präsident Biden den Druck auf Teheran mindern? Die US-Sanktionen lasten schwer auf dem Land.
      Im Iran hoffen die Menschen auf eine politische Entspannung durch den neuen US-Präsidenten Joe Biden, darauf, dass er die Politik des maximalen Drucks seines Vorgängers Donald Trump aufgibt und dass er zum Atom-Deal zurückkehrt. Denn zu den harten Sanktionen, die schwer auf der Wirtschaft lasten, drückt die Corona Pandemie die Stimmung im Iran. Die Sanktionen trieben die Inflation auf über 30 Prozent, mit enormen Auswirkungen vor allem auf die Mittelklasse und die Armen - gut 50 Prozent der Iraner leben unterhalb der Armutsgrenze.
      Doch im Gegensatz zur Politik des scheidenden Präsidenten Hassan Rohani, der als moderat gilt, scheinen Parlament und geistige Führung eher auf Eskalation zu setzen. Vor der Amtseinführung von Joe Biden wird der Atom-Deal faktisch auch vom Iran aufgekündigt - durch eine 20-prozentige Urananreicherung. Auch der Oberste und Religiöse Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat Verhandlungen, etwa über das iranische Raketenprogramm, verboten. Ein Jahr nach ihrer letzten Reportage in Teheran wollten ARTE-Reporter wissen, wie die Iraner auf die neuen Verhältnisse in Washington in diesen Tagen reagieren.

      • Kirgisistan: Ein demokratisches Wunder?

      Seit seiner Unabhängigkeit ist Kirgisistan demokratisch geblieben, im Gegensatz zu einigen Nachbarländern.
      Das zentralasiatische Land mit gut sechs Millionen Einwohnern entstand 1991 aus einer Republik der Sowjetunion, der UdSSR, nach deren Zerfall. Seit seiner Unabhängigkeit ist Kirgisistan mit seinen betörend schönen Landschaften politisch offen, warmherzig und demokratisch geblieben, ganz im Gegensatz zu seinen Nachbarn Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und Aserbaidschan, die alle von Diktatoren regiert werden.
      Erst im Oktober 2020 war der vorige Präsident Sooronbaj Dscheenbekow wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs nach heftigen Demonstrationen der Bürger Kirgisistans abgesetzt worden. Sadyr Dschaparow wurde daraufhin amtierender Premierminister, und er wurde bei den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen am 10. Januar mit 80% der Stimmen zum Präsidenten der Republik Kirgisistan gewählt. Wie konnte es zu dieser Wende kommen? ARTE-Reporter gingen auf Spurensuche in einem Land, dessen Regierende sich wohl wirklich ernsthaft bemühen, den Willen ihrer Bürger zu respektieren.

      • Marokko: Die Geschäfte der Sandmafia

      In Marokko schaufelt die Sandmafia die Strände weg und verkauft den Sand unter der Hand an die Bauindustrie.
      In den letzten zehn Jahren hat der Bauboom in Marokko dazu geführt, dass einige Leute dort jeden Gedanken an Natur- und Umweltschutz bei Seite geschoben haben, um illegal richtig dick Gewinne einzufahren. Die großen Bauprojekte im Königreich, neue Städte und neue Hotels am Meer, sie brauchen Baumaterial, also Beton, und Beton braucht Sand. So entstand ein Schwarzmarkt, auf dessen unterster Hierarchie tausende Arbeiter mit Schaufel, Körben und Eseln an die Strände ziehen, um dort Sand zu schippen, für sechs Euro am Tag.
      Das dicke Geschäft damit machen die Zwischenhändler: Sie verkaufen den Sand vom Meer unter der Hand an die Bauunternehmer, und die schließen angesichts günstiger Preise beide Augen davor, dass der ungewaschene Sand vom Meer noch Salz enthält: Dieses Salz lässt den Beton nach ein paar Jahren bröseln - Gebäude stürzen ein. Und die Strände verschwinden einfach. Nur wenige Marokkaner wagen es, sich mit der Sandmafia anzulegen.

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