• 09.10.2017
      19:40 Uhr
      Re: Das Land der Alten Moldaus verlassene Generation | arte
       

      Andrei Gîrleanu ist Altenpfleger in der Republik Moldau. Das ist keine einfache Aufgabe. „Die Bedürfnisse sind riesig, die Möglichkeiten gering”, sagt er. Das Problem: Altenpflege ist in Moldau traditionell Familiensache. Doch die Jungen verlassen scharenweise das Land. Die niedrigen Löhne, die schlechte Infrastruktur und der ständige Mangel treiben sie als Billiglöhner in die EU und nach Russland. Ihr Eltern bleiben allein zurück - mit winzigen Renten und in Häusern ohne fließend Wasser und Toilette. Höhepunkt ihrer Woche: Der halbstündige Besuch von Andrei.

      Montag, 09.10.17
      19:40 - 20:15 Uhr (35 Min.)
      35 Min.
      Stereo HD-TV

      Andrei Gîrleanu ist Altenpfleger in der Republik Moldau. Das ist keine einfache Aufgabe. „Die Bedürfnisse sind riesig, die Möglichkeiten gering”, sagt er. Das Problem: Altenpflege ist in Moldau traditionell Familiensache. Doch die Jungen verlassen scharenweise das Land. Die niedrigen Löhne, die schlechte Infrastruktur und der ständige Mangel treiben sie als Billiglöhner in die EU und nach Russland. Ihr Eltern bleiben allein zurück - mit winzigen Renten und in Häusern ohne fließend Wasser und Toilette. Höhepunkt ihrer Woche: Der halbstündige Besuch von Andrei.

       

      Andrei Gîrleanu ist Altenpfleger in der Republik Moldau. Das ist keine einfache Aufgabe. „Die Bedürfnisse sind riesig, die Möglichkeiten gering”, sagt er. Das Problem: Altenpflege ist in Moldau traditionell Familiensache. Doch die Jungen verlassen scharenweise das Land. Hatte Moldau 1991 noch 4,3 Millionen Einwohner, sind es heute schätzungsweise noch 2,9 Millionen. Fehlende Jobs, miserable Bezahlung und schlechte Infrastruktur treiben die Arbeitsfähigen in die EU und nach Russland.

      Ihre Eltern bleiben allein zurück - mit winzigen Renten und in Häusern ohne fließend Wasser. Wenn sie Glück haben, gehören sie zu den 40 Patienten von Andrei. Einmal in der Woche schaut das Pflegeteam für 30 Minuten vorbei, versorgt Wunden, wäscht Kleidung, holt Wasser - und hört den Senioren zu. Finanziert wird diese Arbeit von Spendern aus der EU. „Wenn das Projekt eines Tages eingestellt werden würde, würden viele der Senioren sterben”, sagt Andrei. „Einfach, weil niemand mehr zu Besuch kommt.” Er weiß: Was seinen Patienten am meisten fehlt, ist die Kommunikation und die Nähe zu ihren Kindern.
      Aber auch finanziell sind die Herausforderungen groß. Die Rente reicht meistens nicht einmal, um die nötigsten Medikamente zu bezahlen. Wer kann, beackert deshalb auch im hohen Alter noch seinen Gemüsegarten und verkauft einen Teil seiner Ernte. So wie der 89-jährige Vasile. Um Geld zu sparen verzichtet er auf vieles. Er hat zwar einen Stromanschluss, sitzt aber trotzdem meistens im Dunkeln und den Fernseher macht er nur für die Abendnachrichten an. Für mehr reicht seine Rente nicht.

      Die Reportage-Reihe auf ARTE erzählt Geschichten von Menschen - authentisch und ganz nah dran. Es sind Geschichten, die hinter den Schlagzeilen stecken, die berühren, erstaunen und zum Nachdenken anregen. In 30 Minuten zu einem aktuellen Thema zeigt jede Reportage eine Facette Europas, begegnet spannenden Menschen und taucht in andere Lebenswelten ein. „Re:“ macht damit Europa in seiner Vielfalt erlebbar und begreifbar. Immer montags bis freitags um 19.40 Uhr und jederzeit im Netz.

      Reportage Deutschland 2017

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      Montag, 09.10.17
      19:40 - 20:15 Uhr (35 Min.)
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