• 06.10.2017
      23:20 Uhr
      Claude François, Schattenseiten eines Playboys Dokumentation Frankreich 2017 - Schwerpunkt: Sixties Made in France | arte
       

      Er galt als König des Yéyé und war einer der erfolgreichsten französischen Popstars der 60er und 70er Jahre: Claude François. "Alexandrie Alexandra", "Magnolias for Ever" und der Welthit "Comme d'habitude", der unter anderem von Sinatra und Sid Vicious gecovert wurde, gehören zu seinen bekanntesten Liedern. Von 1962 bis 1978 hat Claude François mehr als 300 Lieder aufgenommen, viele davon Cover-Versionen aus dem Englischen. Charismatischer Chansonnier und blonder Mädchenschwarm - Claude François war ein Phänomen und ist bis heute fest im kollektiven Gedächtnis Frankreichs verankert.

      Freitag, 06.10.17
      23:20 - 00:15 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

      Er galt als König des Yéyé und war einer der erfolgreichsten französischen Popstars der 60er und 70er Jahre: Claude François. "Alexandrie Alexandra", "Magnolias for Ever" und der Welthit "Comme d'habitude", der unter anderem von Sinatra und Sid Vicious gecovert wurde, gehören zu seinen bekanntesten Liedern. Von 1962 bis 1978 hat Claude François mehr als 300 Lieder aufgenommen, viele davon Cover-Versionen aus dem Englischen. Charismatischer Chansonnier und blonder Mädchenschwarm - Claude François war ein Phänomen und ist bis heute fest im kollektiven Gedächtnis Frankreichs verankert.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Karl Zero
      Daisy D'Errata

      Er verkörperte die Leichtigkeit, Lebensfreude und die Lebendigkeit des französischen Chansons: Claude François, liebevoll "Cloclo" genannt, dessen Hit "Comme d'habitude" unter anderem von Frank Sinatra und Sid Vicious gecovert wurde, war einer der erfolgreichsten französischen Popstars der 60er und 70er Jahre.

      Claude François wurde in Ägypten geboren, wo sein französischstämmiger Vater für die französische Verwaltung des Suezkanals arbeitete; seine Mutter stammte aus Kalabrien. Der charmante blonde Sänger mit dem paillettenbesetzten Smoking glich einem Prinzen, war Teenie- und Frauenschwarm, Musikproduzent und Unternehmer. Er wurde geliebt, gehasst, belächelt und von seinen Groupies wie ein Halbgott verehrt.

      In dem Porträt erzählen drei Cloclo-Fans und eine seiner ehemaligen Bühnentänzerinnen offen von den Beziehungen, die der Star zu den damals sehr jungen Mädchen unterhielt. Die Sänger Dani und Alain Chamfort erinnern sich an den Claude François hinter den Kulissen. Er war ein absoluter Perfektionist, der alles und jeden kontrollierte und jeden noch so kleinen Fehler bemerkte. Sein überraschender Tod war gleichzeitig die Geburtsstunde einer Legende. Am 11. März 1978 starb Claude François in seiner Pariser Wohnung im Alter von 39 Jahren an einem Stromschlag. Er hatte von der Badewanne aus versucht, eine defekte Glühbirne auszutauschen.

      Mit seinen zeitlosen Chansons hat Claude François für die Franzosen bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Ein Teil des Geheimnisses ist sicher seine enorme Energie; er war eine wahre Hit-Maschine, der seine Fans elektrisierte. Er brachte die schwarze Musik aus den Staaten, den Soul, und später den Disco-Beat in seinen Hits nach Frankreich.

      Die Regisseure Daisy d'Errata und Karl Zéro nehmen den extremen Fan-Kult und die Massenhysterie nach Claude François' Tod nicht ohne ironisches Augenzwinkern in den Blick, porträtieren aber auch eine charismatische Pop-Ikone, einen französischen Liberace und Michael Jackson, der für viele seiner Landsleute bis heute zu den schönsten Jugenderinnerungen zählt.

      Schwerpunkt: Sixties Made in France

      Der neue französische Präsident war noch nicht geboren, da fegte eine Welle an Popstars durch das Land: Françoise Hardy, Serge Gainsbourg und Claude François sind nur ein paar Namen unter den einschlägigen französischen Stars, deren Lieder zum Zeitgeist der 60er Jahre gehören. Mit ihren scheinbar harmlosen Texten, die meist voll von erotischen Anspielungen sind, wird die Sorglosigkeit der Generation der Babyboomer zum Inbegriff des Lebensgefühls der französischen Jugend. "Yéyé" ist ein Kunstwort, eine Vermischung des englischen "yes" und des beliebten Füllworts "yeah", und meint auch die jugendliche Frische einer Bewegung, die sich zwischen Progressivität und dem Konservatismus der "Alten" befindet. ARTE beleuchtet dieses französische Phänomen mit drei Dokumentationen, denn wer hätte gedacht, dass der laute und zuweilen sentimental wirkende "Yéyé"-Refrain zuerst das Chanson und schließlich als Vorbote der 68er die gesamte französische Gesellschaft verändern würde?

      Eine Woge nostalgischer Stimmung, ein dramatisches Augenzwinkern vor dem ersten Ton, dann eine helle, weibliche Stimme mit einer Prise jugendlichem Sexappeal. France Gall, Françoise Hardy, Sheila und die Chansonniers Serge Gainsbourg, Jacques Dutronc und Claude François sind nur ein paar Namen unter den einschlägigen französischen Musikern, deren Lieder zum Zeitgefühl der 60er Jahre gehören. Ihre Liebesbekundungen via Radio und Fernsehen sind die Hymnen so mancher Sommerurlaube, vielfach übersetzt und neu interpretiert gehen sie ins Ohr und lassen einen nicht mehr los. Mit ihren scheinbar harmlosen Texten, die meist voll von erotischen Anspielungen sind, wird die Sorglosigkeit der Generation Yéyé zum Inbegriff des Lebensgefühls der französischen Jugend der 60er Jahre. "Yéyé" ist ein Kunstwort, eine Vermischung des englischen "yes" und des beliebten Füllworts "yeah", das vor allem die Beatles im Song "She Loves You" genau 29 Mal bis zur Extase wiederholten. Die Generation Yéyé und ihre Idole sind ein europäisches Phänomen und gewannen vielfach den Grand Prix der Eurovision. Yéyé heißt vor allem: "Wir sind jung", es ist Lifestyle und ein unbekümmertes Lebensgefühl zugleich. Hinter den sentimentalen Klängen und den überzeichneten Klischees steht vor allem ein Musikphänomen, das den ersten Generationenkonflikt der Nachkriegszeit und eine echte Kulturrevolution einläutet. Genau diesem Phänomen will ARTE genauer nachgehen und widmet sich dem Yéyé-Way-of-Life in all seinen medialen, modischen und soziopolitischen Facetten, seinen Idolen und ihren Schattenseiten in drei mitreißenden Dokumentationen über die Yéyé-Revolution. Beginnend mit einem Porträt über die scheue, aber schöne Pop-Ikone Françoise Hardy, die schon von Bob Dylan, den Beatles und den Stones umschwärmt wurde, folgt eine Dokumentation über den Playboy und Chansonnier Claude François. Abgerundet werden die beiden Porträts schließlich mit der "Yéyé Revolution 1962-1966", einer dokumentarischen Bestandsaufnahme, die untersucht, wie die Jugendbewegung erst das Chanson und schließlich die gesamte französische Gesellschaft veränderte.

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      Freitag, 06.10.17
      23:20 - 00:15 Uhr (55 Min.)
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