• 01.07.2020
      21:55 Uhr
      Adoptiert - Die Frage nach dem Warum Dokumentation Deutschland 2019 - Thema: Mitten im Leben | arte
       

      In Südkorea bedeuten außereheliche Kinder noch immer eine große Schande für die Familie. Sie sind ein gesellschaftliches Stigma für ihre Mütter. Abtreibung ist illegal und so werden unverheiratete schwangere Mädchen in Notunterkünften versteckt und oft von ihren Eltern gedrängt, ihr Neugeborenes zur Adoption freizugeben.
      Die Regisseurin, selbst ein koreanisches Adoptivkind, gibt bestürzende Einblicke in eine Kultur, in der junge Frauen ihr Schicksal nicht selbst wählen können.

      Mittwoch, 01.07.20
      21:55 - 22:50 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      In Südkorea bedeuten außereheliche Kinder noch immer eine große Schande für die Familie. Sie sind ein gesellschaftliches Stigma für ihre Mütter. Abtreibung ist illegal und so werden unverheiratete schwangere Mädchen in Notunterkünften versteckt und oft von ihren Eltern gedrängt, ihr Neugeborenes zur Adoption freizugeben.
      Die Regisseurin, selbst ein koreanisches Adoptivkind, gibt bestürzende Einblicke in eine Kultur, in der junge Frauen ihr Schicksal nicht selbst wählen können.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Sun Hee Engelstoft

      Welche Umstände bringen eine Mutter dazu, ihr Baby wegzugeben? Mit dieser Frage reist Sun Hee Engelstoft nach Südkorea. Auf der Insel Jeju erlebt sie, wie das Land ihrer Geburt mit jungen Mädchen umgeht, die unverheiratet schwanger werden. Sie werden versteckt, weggesperrt. Denn es gilt als Schande für die ganze Familie, wenn Kinder außerhalb einer Ehe geboren werden. Abtreibung ist illegal und so werden viele Frauen von ihren Eltern in Notunterkünfte geschickt, um ihre Schwangerschaft bis zur Geburt zu verheimlichen.

      Im ganzen Land gibt es gibt über 50 solcher Unterkünfte. In der Institution Aeshuwon versucht Leiterin Frau Im - entgegen der kulturellen Tradition - die jungen Mädchen bei einer eigenen Entscheidung zu unterstützen, damit sie sich nicht automatisch von ihren Eltern zur Adoption drängen lassen.

      Die Autorin trifft dort auf Frauen aus ganz unterschiedlichen Schichten, die alle dieselbe Angst umtreibt: gesellschaftliche Isolation als alleinerziehende Mutter, die keine Arbeit und keinen Ehemann finden wird. Sie beginnt zu begreifen, dass ihre Mutter nicht kaltherzig gehandelt hat, sondern wahrscheinlich aus einer großen psychischen Not. Dass sie kein Einzelfall war und dass Korea ein riesiger Markt für Auslandsadoptionen ist.

      Dass das kleine Baby Sun Hee in Dänemark landete, weil ein Staat keine Sorge für Mütter tragen will, die den gesellschaftlichen Erwartungen von Heirat und Sexualleben nicht genügen. So gibt die filmische und persönliche Spurensuche sehr berührende Einblicke in eine asiatische Kultur, von der Europa in gewisser Weise profitiert.

      Dokumentation Deutschland 2019

      • Thema: Mitten im Leben - Der Dokumentarfilm-Sommer auf ARTE

      Auch wenn die Covid-19-Krise im Sommer 2020 weiterhin das aktuelle Geschehen bestimmen wird, so gibt es doch auch andere Themen, die unseren Alltag prägen und mit denen sich die Gesellschaften in Europa immer wieder beschäftigen. Vom 17. Juni bis zum 26. August, jeweils mittwochs, zeigt ARTE eine Reihe von bewegenden, gesellschaftsrelevanten Dokumentarfilmen, die zur Debatte anregen und gleichzeitig starke Gefühle vermitteln. Die Filme thematisieren unter anderem das Verhältnis von Frauen zu ihrem Körper, Adoption, Kinderhandel in Europa, Clan-Kriminalität in Deutschland, Mediation in der Justiz, den Kampf gegen Anorexie und die Forderung auf das Recht nach Sterbehilfe.

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      Mittwoch, 01.07.20
      21:55 - 22:50 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

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