• 26.09.2017
      22:05 Uhr
      Herrenmenschen für den Kaiser "Ober-Ost" - Die vergessene Kolonie | arte
       

      Während der Erste Weltkrieg uns mit seinen Kämpfen an der Westfront vor Augen steht, ist der zeitgleiche Krieg im Osten heute weitgehend vergessen. Dabei entstand im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen ein eigentümliches staatenähnliches Gebilde, eine deutsche Kolonie im Osten Europas: das sogenannte Land Ober-Ost. Der weitere Verlauf der deutschen Geschichte bis hin zum Zweiten Weltkrieg ist jedoch ohne diese Episode kaum zu verstehen, denn Ober-Ost bereitet gewissermaßen den Boden für die mörderischen Eroberungs- und Umvolkungspläne des Nationalsozialismus.

      Dienstag, 26.09.17
      22:05 - 23:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Während der Erste Weltkrieg uns mit seinen Kämpfen an der Westfront vor Augen steht, ist der zeitgleiche Krieg im Osten heute weitgehend vergessen. Dabei entstand im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen ein eigentümliches staatenähnliches Gebilde, eine deutsche Kolonie im Osten Europas: das sogenannte Land Ober-Ost. Der weitere Verlauf der deutschen Geschichte bis hin zum Zweiten Weltkrieg ist jedoch ohne diese Episode kaum zu verstehen, denn Ober-Ost bereitet gewissermaßen den Boden für die mörderischen Eroberungs- und Umvolkungspläne des Nationalsozialismus.

       

      Stab und Besetzung

      André Schäfer

      Der Erste Weltkrieg ist auch heute noch im öffentlichen Bewusstsein, und er ist vor allem optisch präsent: Grabenkämpfe, Stacheldraht, Stellungskrieg, der Einsatz von Maschinengewehren, Giftgas, Panzern. Auf der einen Seite die Deutschen, auf der anderen Franzosen und Briten, später die Amerikaner. So sah der Krieg aus - an der Westfront. Weniger bekannt ist der zeitgleiche Krieg im Osten: Hier wurden Feldschlachten gegen die Armeen des russischen Zaren geschlagen. Die deutsche Streitkraft siegte und eroberte Land - viel Land. Und dieses Land sollte nicht nur ausgebeutet, sondern umprogrammiert werden: zu einem Satellitenstaat des Kaiserreichs, zu einer deutschen Kolonie mitten in Europa.

      Das Kriegsland im Osten, das sogenannte Ober-Ost, wurde gewissermaßen erfunden und gemanagt von Erich Ludendorff. Jenem Militär, der im Laufe des Ersten Weltkriegs zu einer derartigen Machtfülle gelangte, dass man ihn als Diktator des Deutschen Reichs bezeichnen kann. Ludendorff ließ Eisenbahnen und Brücken bauen, Bevölkerung und Viehbestände erfassen, verwalten, ausbeuten. Aus dem besetzten Gebiet sollte ein produktiver Staat werden, der vollständig unter militärischer Herrschaft stand. Ein Staat, der nicht zuletzt als Aufmarschgebiet für den schon ins Auge gefassten kommenden Krieg dienen sollte.

      Ober-Ost, die Militärutopie Erich Ludendorffs, ist heute weitgehend vergessen. Dabei ist der weitere Verlauf der deutschen Geschichte bis hin zum Zweiten Weltkrieg ohne diese Episode kaum zu verstehen. Denn gewissermaßen bereitet Ober-Ost den Boden für die mörderischen Eroberungs- und Umvolkungspläne, die der Nationalsozialismus in Osteuropa umsetzen wollte.

      André Schäfer geht den Spuren von Ober-Ost nach und ruft es aus den Archiven und mit neu gedrehtem Material in Erinnerung.

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