• 19.02.2020
      19:40 Uhr
      Re: Designer-Mode aus der Tonne Altkleider und ihr Weg um die Welt | arte
       

      Eine Million Tonnen Altkleider werfen allein die Deutschen jedes Jahr in den Container. Ein Großteil davon landet in Afrika. Der französische Designer Amah Ayivi sucht in Togo aus den Wegwerf-Textilien Einzelstücke aus, die er dann wieder zurück nach Europa bringt. In Paris verkauft er sie dann als Designer-Mode. Eine Reise, die den Irrsinn der Modeindustrie verdeutlicht.

      Mittwoch, 19.02.20
      19:40 - 20:15 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Eine Million Tonnen Altkleider werfen allein die Deutschen jedes Jahr in den Container. Ein Großteil davon landet in Afrika. Der französische Designer Amah Ayivi sucht in Togo aus den Wegwerf-Textilien Einzelstücke aus, die er dann wieder zurück nach Europa bringt. In Paris verkauft er sie dann als Designer-Mode. Eine Reise, die den Irrsinn der Modeindustrie verdeutlicht.

       

      Die Kleiderschränke sind voll, doch die Nachfrage reißt nicht ab. Fast Fashion und Überproduktion führen dazu, dass jährlich Millionen Tonnen Altkleider in den Container geworfen werden. „Es gibt sicherlich einen Trend in Richtung Wegwerfmode“, meint auch Roland Lindner. Der Textilverwerter aus Bremerhaven sortiert den Textilmüll und verkauft ihn dann weiter ins Ausland. Ein Drittel der weltweit entsorgten Kleidung landet schließlich in Afrika. An dem Altkleiderhandel verdienen viele mit. Togo importiert jährlich Secondhandkleidung im Wert von rund 50 Millionen Euro.

      Der Hédzranawoé-Markt in Togos Hauptstadt Lomé ist der wichtigste Handelsplatz für Altkleider. Hier sucht der französische Designer Amah Ayivi aus den ausrangierten Textilien Einzelstücke aus, die er dann wieder zurück nach Europa bringt. In seinem Pariser Designer-Laden werden die einst von Europäern aussortierten Teile wieder angeboten. Die Kleidung hat nun den halben Erdball umreist: in Indien, China oder Bangladesch hergestellt, in Europa getragen, nach Afrika verschifft und dann wieder zurück nach Europa gebracht - eine irrsinnige Reise.

      Der Designer Amah Ayivi will mit seinem Konzept auf diesen Modezirkus aufmerksam machen. „Die Leute sollen verstehen, dass ich das, was als Müll nach Afrika geschickt wird, als Schatz zurückbringe. Wir sollten Secondhand und Vintage-Mode wieder mehr in den Fokus rücken und das Tragen salonfähig machen. Es wird viel zu viel produziert und weggeworfen.“

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