• 27.06.2019
      09:30 Uhr
      Armes Schwein - Fettes Geschäft Der wahre Preis des Billigfleischs | arte
       

      Jahr für Jahr wird Fleisch billiger. Im Supermarkt gibt es ein Kilogramm Schweinefleisch schon für fünf Euro. Dennoch: In Deutschland ist das Fleischgeschäft für die Hersteller sehr lukrativ. Die Dokumentation zeigt, wie unsere Fleischindustrie, mit Unterstützung aus Berlin, europa- und weltweit für Fleisch zum Ramschpreis sorgt. Mit enormen Folgekosten: Umwelt und Mensch leiden, bäuerliche Strukturen werden zerstört, Billiglöhner ausgebeutet. 

      Donnerstag, 27.06.19
      09:30 - 11:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Jahr für Jahr wird Fleisch billiger. Im Supermarkt gibt es ein Kilogramm Schweinefleisch schon für fünf Euro. Dennoch: In Deutschland ist das Fleischgeschäft für die Hersteller sehr lukrativ. Die Dokumentation zeigt, wie unsere Fleischindustrie, mit Unterstützung aus Berlin, europa- und weltweit für Fleisch zum Ramschpreis sorgt. Mit enormen Folgekosten: Umwelt und Mensch leiden, bäuerliche Strukturen werden zerstört, Billiglöhner ausgebeutet. 

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jens Niehuss

      Fleisch gibt es überall. Beim Metzger, im Supermarkt, beim Discounter, sogar an der Tankstelle. Und noch nie war es so günstig wie heute. Aber ist Fleisch wirklich so billig? „Armes Schwein - Fettes Geschäft“ hinterfragt den wahren Preis des billigen Fleisches: Deutschland ist europaweit der günstigste Anbieter von Schweinefleisch. Hier wird industriell produziert. In nur 160 Tagen werden Ferkel zu 120 Kilogramm schweren Schweinen gemästet, in Agrarfabriken mit mindestens 10.000 Tieren. Ganze fünf Arbeiter braucht es dazu. 90 Prozent aller deutschen Schweine kommen aus solchen Massentierhaltungen.

      Die Tiere werden dann in Fleischfabriken im Akkord geschlachtet und verarbeitet - 20.000 Schweine pro Schicht. Anschließend exportieren die Konzerne rund 50 Prozent des Fleisches nach Europa und in die ganze Welt. Sie haben die Gewinne, die Gülle bleibt in Deutschland. Ein Skandal, der zum Himmel stinkt und einen hohen Preis hat: Durch Gülle verseuchte Böden und Trinkwasserbrunnen, über Steuergelder bezahlte EU-Strafzölle für fehlende Umweltauflagen, hoher Antibiotika-Einsatz in der Massentierhaltung - nur so kann Fleisch so billig produziert und Deutschland zu Europas größtem Exporteur von Schweinefleisch werden.

      Das Big Business mit dem billigen Fleisch ist ein schmutziges Geschäft. Dabei wollen 80 Prozent der Verbraucher ganz etwas anderes - besseres Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, das dafür auch durchaus teurer sein kann. Dass auch dieses System funktionieren kann, zeigt die Dokumentation von Jens Niehuss am Beispiel unseres Nachbarlandes Schweden.

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