• 08.11.2015
      12:00 Uhr
      Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse (2/10) "Das Atelier des Künstlers", 1855 - Gustave Courbet | arte
       

      Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe "Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse" stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers "Hundert Meisterwerke". Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Die heutige Folge versetzt den Betrachter mit Gustav Courbets "Das Atelier des Künstlers" (1855) ins Zweite Kaiserreich.

      Sonntag, 08.11.15
      12:00 - 12:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      HD-TV Stereo

      Kunstwerke sind wichtige historische Zeugnisse ihrer Zeit. Die Dokumentationsreihe "Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse" stellt herausragende Werke der Kunstgeschichte auf eine ganz andere Art vor und versucht damit eine technisch hochmoderne Version des großen Klassikers "Hundert Meisterwerke". Die genauen, bis ins kleinste Detail gehenden Bildanalysen führen dabei die großen zeitgeschichtlichen Zusammenhänge vor Augen. Die heutige Folge versetzt den Betrachter mit Gustav Courbets "Das Atelier des Künstlers" (1855) ins Zweite Kaiserreich.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Clément Cogitore

      Zudem werden die Gemälde dreidimensional animiert und hauchen so dem jeweiligen Zeitalter neues Leben ein. Der Zuschauer hat dabei das Gefühl, sich tatsächlich selbst mit im Bild zu befinden. Außerdem vermittelt die Reihe einen umfassenden Eindruck von der Stellung des jeweiligen Künstlers in der Gesellschaft seiner Epoche.

      Das Gemälde, das er eigens für die Pariser Weltausstellung geschaffen hatte, wurde von der Jury abgelehnt. Mit seiner konkreten und realistischen Malerei prangert Gustave Courbet die autoritäre Regierung von Napoleon III. an, der sich nach der Juli-Revolution von 1848 im Jahr 1852 zum Kaiser der Franzosen ausrufen ließ.

      Das großflächige Gemälde "Das Atelier des Künstlers" ist zweifellos eines von Gustav Courbets (1819-1877) geheimnisvollsten Werken. Mit diesem sehr vielschichtigen und allegorischen Bild beschreibt der Maler die französische Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs aus seiner ganz persönlichen Sicht. Er selbst ist darauf in der Mitte seines Ateliers zu sehen, und zwar malend. Umgeben ist er von einer kuriosen Versammlung von etwa 30 Personen. Welche Geschichte will uns Courbet mit dieser Bild-im-Bild-Komposition erzählen? Mit dem "Atelier" schuf Courbet ein engagiertes Werk, das als eine Art zeitkritisches Manifest verstanden werden kann: Die Welt selbst sei zu ihm gekommen, um sich malen zu lassen, schreibt Courbet in einem Brief, "rechts alle Aktionäre, das heißt Freunde, Arbeiter und Liebhaber der Kunstwelt".

      Links dagegen treffe man auf die andere Welt, die des alltäglichen Lebens, auf "Händler, Jäger, Bettler und Priester"- kurz: auf die ganze gesellschaftliche Skala zwischen Arm und Reich. Das Bild versetzt den Betrachter mitten hinein ins Zweite Kaiserreich, sieben Jahre nach der Juli-Revolution von 1848 und drei Jahre nach der autoritären Machtübernahme durch Napoleon III.

      Mit den auf dem Gemälde porträtierten Figuren erhellt Courbet auch die fortschrittlichen Ideen jener Epoche: Der Schriftsteller und Kritiker Jules Champfleury beispielsweise verfasste mehrere Schriften zum Realismus in der Kunst und Literatur; der Ökonom und Soziologe Pierre-Joseph Proudhon verbreitete sozialistischen Ideen zu einer gerechteren Verteilung des Reichtums, und Charles Baudelaire sollte zwei Jahre später mit den anfangs als anstößig empfundenen Gedichten seines Bandes "Die Blumen des Bösen" zum Begründer der modernen europäischen Lyrik werden.

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      Sonntag, 08.11.15
      12:00 - 12:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      HD-TV Stereo

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