• 16.08.2014
      21:00 Uhr
      Tödliche Aschewolke Der Ausbruch des Laki 1783 | arte
       

      Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 löste mit seiner Aschewolke in ganz Europa eine Panik aus. Doch vor mehr als 200 Jahren, am 8. Juni 1783, hatte der Ausbruch eines anderen isländischen Vulkans ungleich dramatischere Folgen: In der Katastrophe, die als "Nebelnot" in die Geschichte einging, fanden Hunderttausende den Tod. Die Dokumentation untersucht, ob die darauffolgenden Hungersnöte in Europa und Asien sowie die Bauernaufstände vor Beginn der Französischen Revolution etwas mit der Aschewolke aus Island zu tun hatten.

      Samstag, 16.08.14
      21:00 - 21:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 löste mit seiner Aschewolke in ganz Europa eine Panik aus. Doch vor mehr als 200 Jahren, am 8. Juni 1783, hatte der Ausbruch eines anderen isländischen Vulkans ungleich dramatischere Folgen: In der Katastrophe, die als "Nebelnot" in die Geschichte einging, fanden Hunderttausende den Tod. Die Dokumentation untersucht, ob die darauffolgenden Hungersnöte in Europa und Asien sowie die Bauernaufstände vor Beginn der Französischen Revolution etwas mit der Aschewolke aus Island zu tun hatten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Monika Kupper, Dan Walker

      Am 8. Juni 1783 brach die Vulkanspalte des isländischen Laki-Kraters, auf Isländisch Lakagígar, aus. Die tödliche Wolke löschte mehr als ein Viertel der isländischen Bevölkerung aus, vernichtete drei Viertel der Viehbestände des Landes und zog anschließend über den Nordatlantik nach Kontinentaleuropa, wo sie Leid und Zerstörung verursachte und zu einer der schwersten klimatischen und sozialen Störungen des vergangenen Jahrtausends führte. Acht Monate lang wurden giftige Schwefelgase ausgestoßen. Verdorbene Ernten, verschmutztes Wasser, kontaminierte Lebensmittel, Millionen Fälle von schweren, oft tödlichen Bronchialerkrankungen, Asthma, Kopfschmerzen und partieller Erblindung sowie eine rasant steigende Sterberate in ganz Europa waren die Folge. Darüber hinaus führte der anhaltende Ascheausstoß zu einer Verdunkelung der Atmosphäre und zu einem deutlichen Temperatursturz in Island und in weiten Teilen der Erde. Strenge Winter, Missernten und die größte Hungersnot in der isländischen Geschichte waren die Folge.

      Die für die Dokumentation durchgeführten geologischen, klimatologischen und medizinischen Studien geben sehr genau Auskunft über das Ausmaß dieser weltweiten Katastrophe: Möglicherweise sind die Hungersnöte in Japan und in Teilen Chinas ebenfalls auf diese Wolke zurückzuführen. Neben beeindruckenden Computersimulationen des Vulkanausbruchs und der Wolkenbildung vermitteln Zeitungsberichte, Briefe, Tagebucheintragungen und Nachstellungen ein Bild von den verheerenden Folgen für die Menschen in Island, England, Frankreich und Deutschland. Am Ende des Films steht die Arbeit französischer Wissenschaftler im Mittelpunkt. Sie stellen eine Kausalbeziehung zwischen diesem meteorologischen Störfall einschließlich der folgenden Hungersnöte in Europa und den französischen Bauernaufständen her, die in der Französischen Revolution von 1789 gipfelten.

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      Samstag, 16.08.14
      21:00 - 21:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

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