• 18.02.2019
      02:40 Uhr
      Ja, nein, jein: Politik auf Belgisch Dokumentation Belgien / Frankreich / Deutschland 2014 | arte
       

      Vom „belgischen Kompromiss“ spricht man meist schmunzelnd oder herablassend. Doch im Laufe der Jahre hat sich diese ungewöhnliche Verhandlungstechnik, die zu unerwarteten Einigungen mit politischen Gegnern führen kann, als förderliche Maßnahme für Demokratie und Gemeinwohl erwiesen. Außerhalb Belgiens wird sie kaum verstanden und doch oft mit Neid betrachtet. Die Dokumentation bietet einen spielerisch-frechen Einblick in die belgische Kunst des Kompromisses - als politischen Kunstgriff und nationalen Charakterzug.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 18.02.19
      02:40 - 03:45 Uhr (65 Min.)
      65 Min.
      Stereo HD-TV

      Vom „belgischen Kompromiss“ spricht man meist schmunzelnd oder herablassend. Doch im Laufe der Jahre hat sich diese ungewöhnliche Verhandlungstechnik, die zu unerwarteten Einigungen mit politischen Gegnern führen kann, als förderliche Maßnahme für Demokratie und Gemeinwohl erwiesen. Außerhalb Belgiens wird sie kaum verstanden und doch oft mit Neid betrachtet. Die Dokumentation bietet einen spielerisch-frechen Einblick in die belgische Kunst des Kompromisses - als politischen Kunstgriff und nationalen Charakterzug.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Marie Mandy

      „Am Ende gibt es sowieso einen Kompromiss - also können wir auch gleich mit einem beginnen“, erklärte einst der ehemalige belgische Ministerpräsident Jean-Luc Dehaene. Manche bezeichnen diese Strategie als intelligent, andere halten sie für einen verheerenden Fehler mit absurden und teuren Resultaten.

      Seriös und humorvoll enthüllt der Film die Geheimnisse der belgischen Kompromisskunst. Er konfrontiert Politiker mit ihrem eigenen Verhalten und ihren Strategien und blickt hinter die Verhandlungskulissen. Er zitiert die berühmtesten Kompromisse der belgischen Geschichte: von der Teilung der Universität Löwen im Jahr 1968, dem politischen Taschenspielertrick von 1990, als der König für regierungsunfähig erklärt wurde, um das Abtreibungsgesetz nicht gegen sein Gewissen unterzeichnen zu müssen, bis zur Einigung nach der 541 Tage andauernden Krise, in der Belgien ohne Regierung war.

      Natürlich geht es auch um die Gründung Belgiens, die an sich schon ein Kompromiss war, und um die Verhandlungen in der zweisprachigen Region Brüssel. Könnte die belgische Kompromissstrategie auch im Europaparlament von Nutzen sein? Ist sie gar ein Modell für ganz Europa? Könnte man sie lehren und etwa im israelisch-palästinensischen Konflikt anwenden?

      Die Dokumentation verfolgt die spannende Gratwanderung Belgiens zwischen politischen Extremen, unterschiedlichen Kulturen und Sprachen. Kommentiert werden die Ereignisse der letzten Jahrzehnte von Historikern, Soziologen, Politologen sowie von den Politikern, die selbst in sie verwickelt waren.

      Mit zweisprachigen Augenzeugenberichten vom ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten Jean-Luc Dehaene, seinem Amtsnachfolger Elio Di Rupo, dem Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Karl-Heinz Lambertz, und weiteren belgischen Politikern wie Herman De Croo, Miet Smet, Magda Aelvoet, Alexander De Croo, Laurette Onkelinx sowie Expertenmeinungen von Dave Sinardet, Geert Van Istendael, Philippe Van Parijs, Johanne Montay, Jean Quatremer, Roel Jacobs und Anne Morelli.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 18.02.19
      02:40 - 03:45 Uhr (65 Min.)
      65 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 29.11.2020