• 18.04.2017
      22:05 Uhr
      Brasilien: Der große Sprung zurück Dokumentation Frankreich 2016 | arte
       

      Als Präsidentin Dilma Rousseff am 17. April 2016 wegen Korruptionsvorwürfen ihres Amtes enthoben wurde, begann in Brasilien eine Zeit der Unsicherheit. Ihr Nachfolger und ehemaliger Verbündeter Michel Temer kürzte Sozialprogramme, die eine gerechtere Verteilung des Reichtums und besseren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung garantierten. Der prominente brasilianische Comedian Gregório Duvivier hat Menschen in seinem Land getroffen, die den "großen Sprung zurück" nicht akzeptieren wollen.

      Dienstag, 18.04.17
      22:05 - 23:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Als Präsidentin Dilma Rousseff am 17. April 2016 wegen Korruptionsvorwürfen ihres Amtes enthoben wurde, begann in Brasilien eine Zeit der Unsicherheit. Ihr Nachfolger und ehemaliger Verbündeter Michel Temer kürzte Sozialprogramme, die eine gerechtere Verteilung des Reichtums und besseren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung garantierten. Der prominente brasilianische Comedian Gregório Duvivier hat Menschen in seinem Land getroffen, die den "großen Sprung zurück" nicht akzeptieren wollen.

       

      In der Nacht des 17. April 2016 stimmte das brasilianische Parlament nach einem langen politischen und gesellschaftlichen Hin und Her für die Amtsenthebung von Lula-Nachfolgerin Dilma Rousseff. Sie war erst 16 Monate zuvor wiedergewählt worden.

      Nach ihrer Suspendierung ist das Land tief gespalten: Die Rechten gewannen an Terrain, während die Linken und ihre Arbeiterpartei immer mehr an Vertrauen einbüßten.

      Michel Temer folgte seiner ehemaligen Verbündeten Roussef an die Staatsspitze. Die Opposition bezeichnete sein Vorgehen als "parlamentarischen Staatsstreich".

      Temer kürzte als erstes die Ausgaben für Soziales. Die Sozialpolitik seiner Vorgängerregierungen wollte er vergessen machen. Der bekannte brasilianische Comedian Gregório Duvivier, der in Internetvideos korrupte Politiker und Firmenbosse seit Jahren der Lächerlichkeit preisgibt, fürchtet, dass sein Land wieder in die alten Mechanismen der Militärdiktatur zurückfällt, und beleuchtet die Folgen des Machtwechsels auf einer Reise quer durch Brasilien.

      Duvivier hat Menschen getroffen, die das politische Geschehen in Brasilien nicht akzeptieren wollen. Menschen, die sich für Obdachlose, bessere Bildung oder die landlosen Bauern einsetzen. Frédérique Zingaro und Mathilde Bonnassieux haben Gregório Duvivier im Jahr 2016 begleitet und ziehen gemeinsam mit ihm Bilanz.

      Ihre These: Die Amtsenthebung von Dilma Rousseff war für Brasilien ein großer Sprung zurück - alle Sozialbudgets wurden eingefroren und Milliardäre umgarnt, reaktionäre Parteien finden zunehmend Rückhalt in der Bevölkerung. Andererseits sitzt so mancher der Korruption überführter Ex-Machthaber in Haft, die sozialen Bewegungen finden neuen Aufschwung und die fortschrittlichen Parteien zeigen sich kampfeslustig.

      Die Filmemacher Frédérique Zingaro und Mathilde Bonnassieux haben ihn begleitet und ziehen gemeinsam mit ihm Bilanz. Die Dokumentation veranschaulicht, warum viele Brasilianer von ihren Volksvertretern enttäuscht sind, aber auch was ihnen Hoffnung gibt.

      Frédérique Zingaro und Mathilde Bonnassieux lebten lange in China, bevor sie sich vor sechs Jahren in Brasilien niederließen. Sie arbeiten in Rio de Janeiro als Journalistinnen und Auslandskorrespondentinnen für mehrere Fernsehsender, darunter ARTE. Sie drehen Reportagen ("Brasilien: Das böse Erwachen", 2016 und "Brasilien: Die Geister der Vergangenheit", 2015) und produzierten 2016 ihren ersten Dokumentarfilm "Le soleil noir du Brésil". Darin schildern sie das Leben eines Fischers in der Guanabara-Bucht und machen deutlich, wie die Ölindustrie die brasilianischen Landschaften, Küstengewässer und Menschen verdirbt.

      Film von Frédérique Zingaro und Mathilde Bonnassieux

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      Dienstag, 18.04.17
      22:05 - 23:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.01.2020