• 17.01.2019
      09:35 Uhr
      Der lange Schatten des Josef Stalin Dokumentarfilm Finnland / Frankreich 2013 | arte
       

      Trotz des unermesslichen Leids, das der Diktator Josef Stalin dem russischen Volk beschert hat, sind seine Idee eines "Groß-Russlands" und seine Ablehnung der westlichen Demokratien bis heute in Russland populär. Der Dokumentarfilm forscht nach den Gründen für den anhaltenden Stalin-Kult und deckt dessen Widersprüche auf.

      Donnerstag, 17.01.19
      09:35 - 11:05 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Trotz des unermesslichen Leids, das der Diktator Josef Stalin dem russischen Volk beschert hat, sind seine Idee eines "Groß-Russlands" und seine Ablehnung der westlichen Demokratien bis heute in Russland populär. Der Dokumentarfilm forscht nach den Gründen für den anhaltenden Stalin-Kult und deckt dessen Widersprüche auf.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Thomas Johnson

      Der Mythos Stalin lebt wieder auf - und das ausgerechnet in Russland, dem Land, in dem die Menschen am meisten unter dem Mann gelitten haben, der als einer der grausamsten Diktatoren der Weltgeschichte gilt. 60 Jahre nach seinem Tod instrumentalisieren Teile der Bevölkerung und der Regierung die Ideen des Alleinherrschers, der nach einem sowjetischen Weltreich strebte und die westlichen Demokratien als Erzfeinde bezeichnete.

      In seinem Dokumentarfilm setzten sich der Regisseur Thomas Johnson, der jahrelang als Journalist für die Zeitung "Actuel" in der ehemaligen UdSSR gearbeitet hatte, und seine Mitautorin Marie Brunet-Debaines mit den Widersprüchen und Mysterien des Stalin-Kults auseinander. Dabei stützen sie sich auf die Arbeiten von Historikern und Freiwilligen der Menschenrechtsorganisation Memorial, die sich seit 25 Jahren in der Aufarbeitung des sowjetischen Terrorregimes engagiert. Denn dieses düstere Kapitel der russischen Geschichte wurde so lange verdrängt, dass es heute noch immer durch Köpfe, Gesellschaft und Regierung spukt und die Demokratisierung des Landes gefährdet.

      Mit Augenzeugenberichten von Gulag-Überlebenden und reichhaltigem Archivmaterial trägt der Dokumentarfilm zur Reflexion über die notwendige Dekonstruktion der totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts bei.

      Nach "Tschernobyl: Alles über die größte Atomkatastrophe der Welt" (2006) und "La case du siècle: Trente ans de guerre au nom de Dieu" (2011) liefert Filmemacher Thomas Johnson hier erneut einen mitreißenden und klugen Film, der über den Blick auf die zeitgenössische Geschichte und ihre Erinnerung dabei hilft, die Herausforderungen des heutigen Kerneuropas, das die Zukunft von Demokratie und Menschenrechten entscheidend beeinflusst, besser zu verstehen.
      Der Dokumentarfilm von Thomas Johnson und Marie Brunet-Debaines lief 2013 im Wettbewerb des Internationalen Dokumentarfilmfestivals (IDFA) in Amsterdam und war für den Preis für die beste Geschichtsdokumentation beim Festival International du Film d'Histoire in Pessac nominiert.

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