• 15.01.2019
      22:35 Uhr
      Als die Nazis an die Macht kamen (2/2) Gleichschaltung - Gegen das Vergessen | arte
       

      Im August 1939 bitten drei Wissenschaftler der Harvard-Universität die aus Nazideutschland geflohenen und nun im Exil lebenden Deutschen, ihre Erfahrungen unter dem nationalsozialistischen Regime aufzuschreiben. Sie sollen ihr Leben vor und nach der Machtergreifung beschreiben. Anhand von zehntausend Seiten persönlicher Erinnerungen schildert Jérôme Prieur die ersten Jahre der NS-Diktatur. Der zweiteilige Dokumentarfilm zeigt mittels dieser bis dato unveröffentlichten Zeitzeugenaussagen, wie die Demokratie von Weimar an Rückhalt verlor und der Nationalsozialismus sich durchsetzen konnte. Eva Matthes liest die Texte.

      Dienstag, 15.01.19
      22:35 - 23:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Im August 1939 bitten drei Wissenschaftler der Harvard-Universität die aus Nazideutschland geflohenen und nun im Exil lebenden Deutschen, ihre Erfahrungen unter dem nationalsozialistischen Regime aufzuschreiben. Sie sollen ihr Leben vor und nach der Machtergreifung beschreiben. Anhand von zehntausend Seiten persönlicher Erinnerungen schildert Jérôme Prieur die ersten Jahre der NS-Diktatur. Der zweiteilige Dokumentarfilm zeigt mittels dieser bis dato unveröffentlichten Zeitzeugenaussagen, wie die Demokratie von Weimar an Rückhalt verlor und der Nationalsozialismus sich durchsetzen konnte. Eva Matthes liest die Texte.

       

      Ab 1933 mutierte Deutschland zur Diktatur. Hitler stand im Mittelpunkt des nationalsozialistischen Personenkults. Immer mehr Deutsche liefen in das Lager der Machthaber über, sei es aus Opportunismus, aus Angst oder auch aus scheinbarer Überzeugung. Der Staat war allgegenwärtig im Berufs- und Privatleben der Menschen, die von Kindesbeinen an in der Schule und den Jugendorganisationen der Nazis indoktriniert wurden.

      Unter Arbeitskollegen herrschte ein Klima des Misstrauens, Nachbarn spionierten einander aus. Bei den von Propagandaminister Goebbels organisierten Großveranstaltungen jubelten die Massen. Die antisemitische Politik verschärfte sich durch die sogenannten Nürnberger Gesetze von September 1935. Mit ihrem Inkrafttreten war eine scheinbar rechtliche Grundlage für die Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens geschaffen.

      Im November 1938 wurde der deutsche Botschaftssekretär in Paris, Ernst vom Rath, von dem jungen Polen Herschel Grynszpan ermordet. Das Attentat und der Tod des Botschaftsrats vom Rath gab dem Reichsminister Goebbels den Vorwand, einen vermeintlich „spontanen“ Volksaufstand in ganz Deutschland zu inszenieren. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kommt es zur sogenannten Reichskristallnacht beziehungsweise Reichspogromnacht. Es ist die Nacht, in der Zehntausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Diese Nacht ist der Anfang dessen, was direkt zur Shoah führte.

      Gegen das Vergessen
      Zum Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

      „Shoah“ steht heute für die traurige Geschichte der Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Wie beurteilten Zeitgenossen die Herrschaft und die Gräueltaten der Nationalsozialisten? ARTE zeigt am 15. und 16. Januar 2019 zum Gedenken der Opfer des Holocausts einen Themenschwerpunkt zur damaligen Wahrnehmung des Zeitgeschehens.

      Es sind Geschichten voller Unverständnis, Angst und Gelähmtheit. Manchmal auch von Hoffnung und Tatendrang. Der Dokumentarfilm „Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto“ von Roberta Grossman erzählt eine der bemerkenswertesten Geschichten des Holocausts – und sie ist bisher kaum erzählt worden. Der jüdische Historiker Emanuel Ringelblum und eine kleine Gruppe von mutigen Frauen und Männer hielten den Alltag des Warschauer Ghettos in einem Geheimarchiv für die Nachwelt fest. Dies aus dem Antrieb, die eigene Geschichte später deuten zu können. Dieser Schatz an persönlichen Aufzeichnungen ermöglicht heute einen authentischen Einblick in die Unglaublichkeit damaliger menschlicher Existenz.

      Die Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten war geprägt von einer sich spaltenden deutschen Gesellschaft. Einerseits wuchs ein euphorischer Personenkult um Adolf Hitler. Menschen jüdischen Glaubens wurden mehr und mehr verachtet. Andererseits gab es Stimmen, die den Geist der Zeit nicht verstehen konnten oder gar wahrhaben wollten. Im zweiteiligen Dokumentarfilm „Als die Nazis an die Macht kamen“ von Jérôme Prieur kommen Menschen zu Wort, welche das Zeitgeschehen mit Skepsis betrachteten.

      In dem Dokumentarfilm „Das widerspenstige Leben von Marceline Loridan-Ivens“ kommt eine Zeitzeugin der Shoah zu Wort. Die in Frankreich geborene Regisseurin wird im Alter von 15 Jahren deportiert, sie überlebte das Vernichtungslager Auschwitz. Zeit ihres Lebens wird das Medium Film für sie zur Therapie, um an ihren Traumata zu arbeiten. Aktuelle Ereignisse kritisch zu bewerten war, ist und wird ein wichtiger Aspekt des menschlichen Zusammenlebens. ARTE gedenkt der Opfer der Shoah und weist hin auf eine Zeit, die sich nie mehr wiederholen darf.

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      Dienstag, 15.01.19
      22:35 - 23:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.05.2020