• 15.01.2019
      21:45 Uhr
      Als die Nazis an die Macht kamen (1/2) Machtergreifung - Gegen das Vergessen | arte
       

      Im August 1939 bitten drei Wissenschaftler der Harvard-Universität die aus Nazideutschland geflohenen und nun im Exil lebenden Deutschen, ihre Erfahrungen unter dem nationalsozialistischen Regime aufzuschreiben. Sie sollen ihr Leben vor und nach der Machtergreifung beschreiben. Anhand von zehntausend Seiten persönlicher Erinnerungen schildert Jérôme Prieur die ersten Jahre der NS-Diktatur. Der zweiteilige Dokumentarfilm zeigt mittels dieser bis dato unveröffentlichten Zeitzeugenaussagen, wie die Demokratie von Weimar an Rückhalt verlor und der Nationalsozialismus sich durchsetzen konnte. Eva Matthes liest die Texte.

      Dienstag, 15.01.19
      21:45 - 22:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo HD-TV

      Im August 1939 bitten drei Wissenschaftler der Harvard-Universität die aus Nazideutschland geflohenen und nun im Exil lebenden Deutschen, ihre Erfahrungen unter dem nationalsozialistischen Regime aufzuschreiben. Sie sollen ihr Leben vor und nach der Machtergreifung beschreiben. Anhand von zehntausend Seiten persönlicher Erinnerungen schildert Jérôme Prieur die ersten Jahre der NS-Diktatur. Der zweiteilige Dokumentarfilm zeigt mittels dieser bis dato unveröffentlichten Zeitzeugenaussagen, wie die Demokratie von Weimar an Rückhalt verlor und der Nationalsozialismus sich durchsetzen konnte. Eva Matthes liest die Texte.

       

      Anfang der 30er Jahre steckte Deutschland - wie ein Großteil der industriellen Welt - in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Arbeitslosigkeit, Rezession und zunehmende politische Gewalt brachten den demokratischen Staat an den Rand des Zusammenbruchs. Dieses Klima kam Adolf Hitler zugute, dessen Partei mehr und mehr Anhänger fand. Der aggressive und antisemitische Diskurs der NSDAP fiel nicht nur bei Teilen der Arbeiterschaft, sondern auch bei einem Teil der deutschen Eliten auf fruchtbaren Boden.

      Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Manche meinten, das sei ein "Spuk", Hitler könne sich nur wenige Monate an der Macht halten. Doch das Gegenteil trat ein: Innerhalb kürzester Zeit weiteten die Nazis ihren Einfluss auf die gesamte Gesellschaft aus. Die Männer der SA verbreiteten als Hilfspolizei Angst und Schrecken auf den Straßen und gingen mit dumpfer Brutalität gegen Regimegegner, vor allem gegen Kommunisten und Sozialdemokraten, vor. In Dachau, vor den Toren Münchens, wurde auf dem Gelände einer stillgelegten Munitionsfabrik das erste sogenannte "Konzentrationslager" errichtet.

      Menschen jüdischen Glaubens wurden an den Rand der Gesellschaft gedrängt, sie wurden aus dem Staatsdienst entlassen, "jüdische" Geschäfte und Betriebe wurden im gesamten Reich boykottiert.

      Am 23. März 1933 verabschiedete der Reichstag, in dem die Nationalsozialisten nicht die Mehrheit hatten, mit den Stimmen des katholischen Zentrums das sogenannte Ermächtigungsgesetz. Die SPD stimmte dagegen, die Abgeordneten der KPD waren bereits im Gefängnis oder im KZ. Dieses Gesetz schuf eine scheinbare rechtliche Grundlage für eine Diktatur.

      Viele Menschen, Künstler, Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler verstanden, dass dies der Anfang einer Schreckensherrschaft ist. Und sie beschlossen, aus Deutschland zu emigrieren.

      Die Texte dieses zweiteiligen Dokumentarfilms werden von Eva Matthes gelesen.

      Gegen das Vergessen
      Zum Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

      "Shoah" steht heute für die traurige Geschichte der Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Wie beurteilten Zeitgenossen die Herrschaft und die Gräueltaten der Nationalsozialisten? ARTE zeigt am 15. und 16. Januar 2019 zum Gedenken der Opfer des Holocausts einen Themenschwerpunkt zur damaligen Wahrnehmung des Zeitgeschehens.

      Es sind Geschichten voller Unverständnis, Angst und Gelähmtheit. Manchmal auch von Hoffnung und Tatendrang. Der Dokumentarfilm "Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto" von Roberta Grossman erzählt eine der bemerkenswertesten Geschichten des Holocausts - und sie ist bisher kaum erzählt worden. Der jüdische Historiker Emanuel Ringelblum und eine kleine Gruppe von mutigen Frauen und Männer hielten den Alltag des Warschauer Ghettos in einem Geheimarchiv für die Nachwelt fest. Dies aus dem Antrieb, die eigene Geschichte später deuten zu können. Dieser Schatz an persönlichen Aufzeichnungen ermöglicht heute einen authentischen Einblick in die Unglaublichkeit damaliger menschlicher Existenz.

      Die Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten war geprägt von einer sich spaltenden deutschen Gesellschaft. Einerseits wuchs ein euphorischer Personenkult um Adolf Hitler. Menschen jüdischen Glaubens wurden mehr und mehr verachtet. Andererseits gab es Stimmen, die den Geist der Zeit nicht verstehen konnten oder gar wahrhaben wollten. Im zweiteiligen Dokumentarfilm "Als die Nazis an die Macht kamen" von Jérôme Prieur kommen Menschen zu Wort, welche das Zeitgeschehen mit Skepsis betrachteten.

      In dem Dokumentarfilm "Das widerspenstige Leben von Marceline Loridan-Ivens" kommt eine Zeitzeugin der Shoah zu Wort. Die in Frankreich geborene Regisseurin wird im Alter von 15 Jahren deportiert, sie überlebte das Vernichtungslager Auschwitz. Zeit ihres Lebens wird das Medium Film für sie zur Therapie, um an ihren Traumata zu arbeiten. Aktuelle Ereignisse kritisch zu bewerten war, ist und wird ein wichtiger Aspekt des menschlichen Zusammenlebens. ARTE gedenkt der Opfer der Shoah und weist hin auf eine Zeit, die sich nie mehr wiederholen darf.

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      21:45 - 22:35 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 26.05.2020