• 14.11.2013
      13:15 Uhr
      Moderne Ruinen (4/5) Fordlândia - Henry Fords Utopia im Amazonas | arte
       

      Verfallende Denkmäler der Moderne, die von Aufstieg und Fall, von wirtschaftlicher Blüte, geplatzten Träumen und utopischen Visionen sowie von strukturellen Veränderungen und politischen Umwälzungen im 20. Jahrhundert erzählen, stehen im Mittelpunkt der fünfteiligen Dokumentationsreihe. Die einzelnen Folgen demonstrieren, wie sich die Natur - unbeeindruckt von allen menschlichen Eingriffen - den verlorenen Lebensraum zurückerobert. Die vierte Folge der Reihe stellt die einstige Musterstadt Fordlândia vor, die der amerikanische König des Automobils, Henry Ford, seinerzeit im brasilianischen Dschungel errichten ließ.

      Donnerstag, 14.11.13
      13:15 - 14:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Verfallende Denkmäler der Moderne, die von Aufstieg und Fall, von wirtschaftlicher Blüte, geplatzten Träumen und utopischen Visionen sowie von strukturellen Veränderungen und politischen Umwälzungen im 20. Jahrhundert erzählen, stehen im Mittelpunkt der fünfteiligen Dokumentationsreihe. Die einzelnen Folgen demonstrieren, wie sich die Natur - unbeeindruckt von allen menschlichen Eingriffen - den verlorenen Lebensraum zurückerobert. Die vierte Folge der Reihe stellt die einstige Musterstadt Fordlândia vor, die der amerikanische König des Automobils, Henry Ford, seinerzeit im brasilianischen Dschungel errichten ließ.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Christiane von Schwind

      Ende der 20er Jahre realisierte der amerikanische Autokönig Henry Ford mitten im brasilianischen Dschungel seinen Traum: Er baute eine Musterstadt, in der die Menschen nach seinen Idealen leben sollten. Gepflegte Einfamilienhäuser mit Strom und Wasser, ein modernes Krankenhaus und eine Kleinindustrie mit Stechuhren und Werkssirenen entstanden. Die einheimische Presse feierte Henry Ford als "Jesus Christus der Industrie", der endlich Wohlstand und Fortschritt in den Urwald bringen würde.

      Vordergründig diente die Siedlung Fordlândia dem Anbau von Kautschuk, dessen Saft Ford für seine Reifenproduktion brauchte. Doch wichtig war dem Autokönig auch das zivilisatorische Experiment. Sein Ideal waren kleinbürgerliche Städte, die in seiner Heimat durch die Industrialisierung immer mehr verschwanden. In Fordlândia sollte das alte Amerika weiterleben. Doch die Menschen gewöhnten sich nicht an sein strenges Reglement, und auch die Natur ließ sich nicht zähmen.
      Trotz Millioneninvestitionen endete die Kautschukplantage nach 20 Jahren in einem Desaster. Kein einziger Liter Kautschuk wurde jemals geerntet. Noch heute leben Menschen in Fordlândia. Die Werkssirenen sind verstummt, doch die Gebäude des Visionärs Ford und die Geschichten seiner Ära existieren noch.

      Die Dokumentation begleitet Menschen, die sich in diesem skurrilen Ort mit dem Erbe der Amerikaner arrangiert haben. Da ist der Kleinbauer Duca dos Santos, der einige Schätze aus der Ford-Zeit bunkert. Eliseu Nogueira wohnt in einer der Ruinen, er plant ein Hotel und möchte als Bürgermeister kandidieren. Und da sind der Reporter Elias Junior und der ehrenamtliche Ortsvorsteher Expedito Duarte, die versuchen, die Gebäude vor dem endgültigen Verfall zu bewahren und zu retten, was von Fordlândia noch zu retten ist.

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      Donnerstag, 14.11.13
      13:15 - 14:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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