• 14.11.2013
      11:00 Uhr
      In-Vitro-Fleisch Aus dem Labor auf den Teller? | arte
       

      Hat das vom niederländischen Forscher Mark Post und von dem Amerikaner Gabor Forgacs hergestellte Retortenfleisch eine Zukunft? Beide Teams können ihre Forschungen nur dank der Unterstützung reicher Mäzene durchführen, dennoch interessiert sich auch die mit öffentlichen Mitteln finanzierte Forschung für derlei Projekte, weil sie die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung zu sichern versprechen und die Umweltbelastung durch Viehzucht reduzieren.

      Donnerstag, 14.11.13
      11:00 - 12:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      HD-TV Stereo

      Hat das vom niederländischen Forscher Mark Post und von dem Amerikaner Gabor Forgacs hergestellte Retortenfleisch eine Zukunft? Beide Teams können ihre Forschungen nur dank der Unterstützung reicher Mäzene durchführen, dennoch interessiert sich auch die mit öffentlichen Mitteln finanzierte Forschung für derlei Projekte, weil sie die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung zu sichern versprechen und die Umweltbelastung durch Viehzucht reduzieren.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Véronique Préault

      Werden diese Argumente ein ausreichender Anreiz für die Verbraucher sein, sich dem Verzehr von In-Vitro-Fleisch zuzuwenden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des investigativen Dokumentarfilms von Véronique Préault.

      Stellt im Labor gezüchtetes Fleisch eine echte Alternative zum traditionellen Schlachtfleisch dar, um die immer schneller wachsende Weltbevölkerung zu ernähren und die Umweltbelastung zu reduzieren? Mark Post und seine Mitarbeiter in den Niederlanden gehören zu den weltweit führenden Forscherteams in diesem Bereich und haben bereits den ersten Hamburger mit Rinderhacksteak aus der Retorte geschaffen. In den USA hat das Start-up-Unternehmen "Modern Meadow" von Gabor Forgacs ein Stückchen Kunstfleisch mittels Bio-Printer hergestellt, einem aus der Medizin bekannten Verfahren. Beide Teams können ihre Forschungen nur dank der Unterstützung reicher Mäzene durchführen, dennoch interessiert sich auch die mit öffentlichen Mitteln finanzierte Forschung für Projekte dieser Art, weil sie die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung zu sichern versprechen. Außerdem nimmt man an, dass die Umweltbelastung durch die Fleischherstellung im Labor weitaus geringer ausfallen könnte als es bei der Viehzucht der Fall ist.

      Aber überzeugen diese Argumente auch den Verbraucher? Ein kommerzieller Erfolg der ersten Fleischersatzprodukte könnte möglicherweise einen Wandel der Ernährungsweise in den reichen Industrieländern ankündigen. Allerdings bleibt fraglich, ob das In-Vitro-Fleisch überhaupt die wichtigen Nährstoffe des natürlichen Fleisches enthält oder ob die synthetischen Erzeugnisse nicht sogar langfristige Schäden im menschlichen Organismus anrichten.

      • Themenabend: Auslaufmodell Steak?

      Immer mehr Menschen rund um den Globus haben Hunger auf Fleisch - und können sich dies auch leisten. Laut Welternährungsbehörde FAO wird der Fleischkonsum in den nächsten Jahren weiter rapide steigen; und Viehzucht und Umwelt an ihre Grenzen führen. Visionäre Forscher sehen die Lösung des Problems im In-Vitro-Fleisch: aus Stammzellen gezüchtetes Kunstfleisch. Keine Massentierhaltung mehr, keine Tierquälerei und weniger Umweltbelastung durch die Viehbranche.

      Schnitzel aus der Petrischale? Die Vorstellung ist gewöhnungsbedürftig und klingt eher nach Frankenstein denn Gaumenschmaus. Doch die Idee hat ihre Befürworter. Nicht nur bei Tierschutzorganisationen. Reiche Mäzene oder Visionäre wie Bill Gates oder Paypal-Gründer Peter Thiel scheint das Wasser schon im Munde zusammen zu laufen: Sie fördern Kunstfleisch.

      Und wenn diese Tech-Visionäre wieder einmal den richtigen Riecher haben? Kann im Labor gezüchtetes Fleisch tatsächlich das traditionelle Schlachtfleisch ersetzen und somit die Lösung für unsere Ernährungs- und Umweltprobleme sein?

      Am 5. August dieses Jahres wurde der erste "Hamburger aus der Retorte" in London medienwirksam serviert und verspeist. Ein saftiger PR-Coup seines Schöpfers Mark Post, um die Forschung zu stimulieren. Interessanter Beigeschmack: Der Kunstfleisch-Burger hat das Thema Fleischkonsum, die damit verbundenen Probleme und die Debatte wieder auf den Tisch gebracht und zum neuen Nachdenken angeregt: Müssen wir überhaupt soviel Fleisch essen?

      Der Trend zum Flexitarier jedenfalls wächst: Immer mehr Menschen in den Industriestaaten essen bewusst weniger Fleisch. Die Grünen fordern für die deutschen Kantinen einen "Veggie Day" pro Woche. Das Bewusstsein, dass weniger mehr ist, ist längst da. Hat "echtes" Fleisch auf lange Sicht überhaupt noch eine Zukunft?

      "Thema am Dienstag" geht der Sache auf den Grund, öffnet die Türen zu den Gefrierschränken und Laborküchen der führenden Forscherteams, durchleuchtet das Pro und Contra des Kunstfleisches und diskutiert mit Experten über Alternativen und die Zukunft unserer Ernährung.

      Dokumentarfilm Frankreich 2013

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      Donnerstag, 14.11.13
      11:00 - 12:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      HD-TV Stereo

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