• 07.09.2013
      16:45 Uhr
      Metropolis arte
       

      Themen:

      • Metropole der Woche: Krakau
      • Kunst: "Striptease am Waldrand - auch die Zwerglein habens lustig!" - Die Surrealismus-Ikone Meret Oppenheim und die Erotik
      • "Die Nonne" - der Klassiker von Denis Diderot wurde neu verfilmt
      • Musik: Franz Ferdinand
      • Atelierbesuch: Jim Avignon
      • Literatur: Joel Dicker - "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert"
      • Film: Kohlhaas - Der Wutbürger des 16. Jahrhunderts kommt gleich zwei mal ins Kino
      • Actu: Schwule und Lesben machen Front gegen Russland

      Samstag, 07.09.13
      16:45 - 17:40 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

      Themen:

      • Metropole der Woche: Krakau
      • Kunst: "Striptease am Waldrand - auch die Zwerglein habens lustig!" - Die Surrealismus-Ikone Meret Oppenheim und die Erotik
      • "Die Nonne" - der Klassiker von Denis Diderot wurde neu verfilmt
      • Musik: Franz Ferdinand
      • Atelierbesuch: Jim Avignon
      • Literatur: Joel Dicker - "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert"
      • Film: Kohlhaas - Der Wutbürger des 16. Jahrhunderts kommt gleich zwei mal ins Kino
      • Actu: Schwule und Lesben machen Front gegen Russland

       
      • Metropolenreport Krakau

      Viele sagen, Krakau wäre die schönste Stadt Polens. Vielleicht wird die Stadt auch deshalb das "Florenz des Nordens" genannt. 1978 wurde die Altstadt in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen und Krakau im Jahr 2000 zu einer der Kulturstädte Europas ernannt. Polnische Kunststars, wie der Oscarpreisträger Andrzej Wajda, die Literaturpreisträgerin Wislawa Szymborska oder der Komponist Krzystof Penderecki leben hier.
      Auszeichnungen und Berühmtheiten sind aber nur ein Aspekt der Stadt. Denn Krakau vibriert - zum Beispiel während dem Jüdischen Kulturfestival im alten jüdischen Viertel Kazimierz, an dem auch der Maler Pil Peled ausstellt. Einst drehte Steven Spielberg hier "Schindlers Liste". Doch inzwischen steht das Viertel nicht mehr nur für die Düsternis der Vergangenheit, sondern auch für neues Leben. Das jüdische Kulturfestival ist weltweit eines der größten seiner Art - was nicht verwundert, denn bis zum deutschen Überfall auf Polen lebten in Kazimierz mehr als 75.000 Juden. Fast alle wurden ermordet. Jüdisches Leben ist hier heute wieder im Aufbruch - es gibt wieder jüdische Restaurants, Clubs und Bars, wie das Alchemia mit seinen Jam-Sessions. Kazimierz entwickelt sich so zum swingenden Musik- und Szeneviertel von Krakau. Hier leben und arbeiten auch die jungen Künstler der Stadt, wie die Designerin Malgosia Bochenek. Krakau verbindet historisches Erbe mit einer vibrierenden Kunstszene. Die Stadt, die einst Sitz der polnischen Könige war, wird so zu einem Symbol für das neue, weltoffene Polen. Und "Metropolis" hat sich davon verzaubern lassen.

      • Meret Oppenheim - eine Ikone wird 100.

      Meret Oppenheim war eine der ungewöhnlichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts: eine Surrealistin mit einem Faible für verrückte Wirklichkeiten, demontierte Gewohnheiten und abgründigen Humor. Am 6. Oktober dieses Jahres wäre sie 100 Jahre alt geworden. Und rechtzeitig zum Jubiläum zeigt der Martin-Gropius-Bau in Berlin vom 16. August bis zum 6. Dezember eine große Retrospektive. "Metropolis" nimmt die Ausstellung zum Anlass für einen Blick zurück auf das Leben und Werk der großen Künstlerin, die bis heute zum Leitbild vieler Frauengenerationen geworden ist - unter anderem auch mit Heike Eipeldauer - der Kuratorin der großen Oppenheim-Retrospektive.

      • Musik: Franz Ferdinand

      Als Franz Ferdinand 2003 anfingen Musik zu machen, regierte Indierock die Welt. Inzwischen sind zehn Jahre vergangen und viele der Gitarrenbands, die damals groß waren, haben sich längst aufgelöst. Die vier Schotten jedoch spielen immer noch. Jetzt haben sie nach einer mehrjährigen Pause ein neues Album aufgenommen. Auf "Right thoughts, right words, right action" erweitern sie ihren Art-School-Rock um epische Melodien, die in manchen Augenblicken sogar an die späten Beatles erinnern. Dazu schuf der Sänger Alex Kapranos Texte zwischen Poesie und Dada. Dieser Spagat hat bei Franz Ferdinand Tradition, denn die Band entstand vor zehn Jahren in der Glasgower Kunstszene und verbindet seither Intellektualität mit Spaß. Mit ihren ersten beiden Alben "Franz Ferdinand" (2004) und "You could have it so much better" (2005) trafen sie so den Zeitgeist der Nullerjahre. Franz Ferdinand wollen kluge Musik machen, zu der man tanzen kann. Aber wie lassen sich Intellekt und Unterhaltung verbinden? "Metropolis" hat Sänger Alex Kapranos und Gitarrist Nick McCarty getroffen und sprach mit ihnen über Pop, Postkarten und Politik.

      • Atelierbesuch: Jim Avignon

      Seine Kunst ist krachend bunt und er malt sie in einem irrwitzig hohen Tempo. 100 großformatige Bilder pro Woche produziert er locker, denn Schnelligkeit ist ein zentrales Motiv seiner Kunst. "Ich male lieber 1.000 Bilder für einen Dollar als ein Bild für 1.000 Dollar", meint Jim Avignon und hat damit schon so machen Galeristen zur Verzweiflung getrieben, denn mit seinem Massenoutput und Schnäppchenpreisen unterläuft der Mittvierziger radikal die Regeln des Kunstmarkt. Dafür wird er als wichtigster Vertreter der Cheap-Art gefeiert, wobei - abgesehen vom Preis - an seinen Werken nichts billig ist. In seinen knalligen, comicmäßigen und vermeintlich fröhlichen Acryl-Bildern steckt immer ein Funke Gesellschaftskritik. Der Autodidakt mit Wohnsitz in Berlin kommentiert das Lebensgefühl seiner Generation. In welcher Welt leben wir eigentlich? Fragt sich Jim Avignon, dessen Malereien vor allem auf Club-Veranstaltungen überall auf der Welt zu finden sind.

      • Literatur: Joel Dicker - "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert"

      Ein Jungautor mit Schreibhemmungen, ein alternder Schriftsteller mit einem Geheimnis und eine Kleinstadt in Neuengland, in der plötzlich die Leiche eines vor über 30 Jahren verstorbenen Mädchens auftaucht - aus diesen Zutaten hat der Genfer Schriftsteller Joel Dicker einen großen Roman geformt: "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert". In Frankreich wurde der gerade mal 28-jährige Dicker damit zum Star. "Harry Quebert" landete auf dem ersten Platz der Bestsellerliste und verkaufte sich fast eine Million Mal. Aber nicht nur das breite Publikum war begeistert - auch die Kritiker überschütteten den Autor mit Lob und nominierten den Roman für den Prix Goncourt. Nun ist das Buch auf Deutsch erschienen. Mit "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" wollte Joel Dicker ganz bewusst einen "amerikanischen Roman" schreiben. Ein Buch also, das einerseits unterhält, andererseits aber auch literarischen Ansprüchen entspricht. Aber lässt sich so ein Doppelerfolg denn überhaupt planen? "Metropolis" hat Joel Dicker in München getroffen, um genau das herauszufinden.

      • Film: Kohlhaas - Der Wutbürger des 16. Jahrhunderts kommt gleich zwei mal ins Kino

      Michael Kohlhaas will nur eines: Gerechtigkeit. Zwei Pferde hat er an einen arroganten Machthaber verleihen müssen, jetzt will er sie gesund zurück - mehr nicht. Aber weil er sein Recht nicht bekommt, wird er vom braven Bürger zum Führer einer Revolte und vergießt das Blut Unschuldiger. Am Ende verliert er alles. Der französische Regisseur Arnaud des Pallières hat die wüst romantische Novelle von Heinrich von Kleist aus dem Brandenburgischen in die karge Landschaft der Cevennen versetzt. Mad Mikkelsen spielt Kohlhaas als wettergegerbten Stolz in Person. Der Film ist ein bildgewaltiges Leinwanddrama, das dieses Jahr in Cannes Premiere hatte.

      • Actu: Schwule und Lesben machen Front gegen Russland

      Nach den ultrarechten Proklamationen gegen die Homo-Ehe in Frankreich hat die internationale schwul-lesbische Szene einen neuen guten Grund zur Empörung: das Gesetz gegen die "Propaganda nicht traditioneller sexueller Beziehungen" in Russland. Seit Kurzem steht es unter Strafe, schwul-lesbisches Leben offen zu zeigen oder darüber zu berichten. Homophobe Übergriffe gegen Schwule hingegen bleiben meist ungestraft und werden unverhohlen mit dem Handy gefilmt und ins Netz gestellt.

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      Samstag, 07.09.13
      16:45 - 17:40 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

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