• 09.12.2018
      14:50 Uhr
      Bahnhofskathedralen - Europas Reise-PalÀste Budapest | arte
       

      1867 entstand der Westbahnhof Nyugati Palyaudvar, als Budapest  als neue Habsburgermetropole mehr Autonomie erlangte. Budapests Architektur ist von der Jahrhundertwende geprÀgt. Damals gehörten die Eisenbahnlinie und der Bahnhof einer französischen Bank und so wurde der Verkehrstempel in der Stadt als etwas Fremdartiges empfunden.

      Sonntag, 09.12.18
      14:50 - 15:35 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      1867 entstand der Westbahnhof Nyugati Palyaudvar, als Budapest  als neue Habsburgermetropole mehr Autonomie erlangte. Budapests Architektur ist von der Jahrhundertwende geprÀgt. Damals gehörten die Eisenbahnlinie und der Bahnhof einer französischen Bank und so wurde der Verkehrstempel in der Stadt als etwas Fremdartiges empfunden.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jeremy J.P. Fekete

      Bereits Gustav Eiffel war begeistert von Budapest - der ungarischen Hauptstadt der ehemaligen Donaumonarchie. Umso mehr als sein BĂŒro 1874 den Wettbewerb fĂŒr die glĂ€serne Bahnhofshalle des Nyugati Palyaudvar gewann. Mit ĂŒber 6.000 Quadratmeter FlĂ€che und seinen 25 Metern Höhe galt er als fĂŒnftgrĂ¶ĂŸter Bahnhof der Welt - und fĂŒr viele Jahre als Europas modernster. Heute ist die österreich-ungarische Eisenbahnkathedrale die Einzige, die seit ihrer Entstehung kaum modernisiert wurde. Regisseur Jeremy J.P. Fekete stöbert in fast vergessenen Winkeln des alterwĂŒrdigen Bahnhofes: Der königlichen Wartesaal ruht seit rund 100 Jahren im Dornrösschenschlaf und harrt der Wiederentdeckung.

      Einmal im Jahr wird seine Ruhe gestört, wenn der glanzvolle kaiserliche Sissi-Zug vom Nyugati-Bahnhof ĂŒber die alten Gleise Richtung Gödöllö rollt - zum ungarischen Lieblingsschloss der Kaiserin. Ein Budapester Bahnhof, der es mit dem Nyuagti Palyaudvar an alter Schönheit aufnehmen kann, ist der Jahre spĂ€ter erbaute Keleti Palyaudvar. Stein auf Stein durchdrungen vom ungarischen Nationalstolz - als GegenstĂŒck zum kaiserlichen Nyugati Palyaudvar. Von seinen Perrons aus reiste jahrzehntelang das MAV Symphonieorchester quer durchs Land, um den Magyaren nach dem Zweiten Weltkrieg Kunst und Kultur zu ĂŒberbringen.

      Heute spielt das Orchester lĂ€ngst in den großen Konzerthallen Europas. Ganz in Kinderhand hingegen befindet sich die Pioniereisenbahn: eine Schmalspurbahn, welche Touristen und aussichtshungrige Budapester seit 1948 auf den Szechenyi-Berg hinauffĂ€hrt.

      Diese Kathedralen des Verkehrs mit ihren Perrons, Gleisen, Fahrkartenschaltern und riesigen mechanischen Uhren erfuhren unlĂ€ngst eine Renaissance: von außen geliftet und von innen verjĂŒngt, beflĂŒgeln sie erneut die Fantasien eiliger Durchreisender, technikverliebter Eisenbahner und JĂŒngern des retro-futuristischen Steampunks. Mit fokussiertem Blick und aus dem steten Gewusel der Hallen fliehend, finden sich die Menschen, die nicht nur ein-, aus- oder umsteigen. Die Dokumentationsreihe folgt ihnen an ihre PlĂ€tze und zeigt ihre Gedanken, SehnsĂŒchte und Hoffnungen. Jede dieser Kathedralen weist ihren eigenen Lebenslauf und Charakter auf, geprĂ€gt durch das jeweilige Land und die jeweilige Stadt. FĂŒr Autor und Regisseur Jeremy J.P. Fekete sind diese Bahnhöfe der Jahrhundertwende die alten, vergessenen Herzen der Metropolen, von denen aus die Welt entdeckt wurde. Seine Dokumentationsreihe erzĂ€hlt von der romantischen Seite dieser noch immer faszinierenden Stationen.

      Regie: Jeremy J.P. Fekete

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