• 05.06.2013
      08:55 Uhr
      Der Rote Thun Ein Fisch kämpft ums Überleben | arte
       

      Der Rote Thun gilt als einer der intelligentesten Raubfische. Doch der Unterwasserjäger ist selbst ein Gejagter. Er ist Opfer einer milliardenschweren Thunfischindustrie und steht für die rücksichtslose Plünderung unserer Meere. Erstmalig ist es nun Wissenschaftlern in Europa und Australien gelungen, ihn zu züchten. Dieser Forschungserfolg könnte zur Lebensversicherung für die wilden Artgenossen werden.

      Mittwoch, 05.06.13
      08:55 - 09:50 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Neu im Programm
      HD-TV Stereo

      Der Rote Thun gilt als einer der intelligentesten Raubfische. Doch der Unterwasserjäger ist selbst ein Gejagter. Er ist Opfer einer milliardenschweren Thunfischindustrie und steht für die rücksichtslose Plünderung unserer Meere. Erstmalig ist es nun Wissenschaftlern in Europa und Australien gelungen, ihn zu züchten. Dieser Forschungserfolg könnte zur Lebensversicherung für die wilden Artgenossen werden.

       

      Mit immer effektiveren Fangmethoden hat der Mensch den Roten Thun fast ausgerottet. Wissenschaftler sehen es inzwischen als erwiesen an, dass es heute 80 Prozent weniger Rote Thunfische gibt als noch vor einigen Jahrzehnten. Doch der Hunger auf den aussterbenden Fisch lässt nicht nach. Rund 80 Prozent des Mittelmeer-Thuns landen auf dem Fischmarkt in Tokio und werden als Sushi im Land des Lächelns verspeist.

      Eine Tradition, die dem edlen Fisch zum Verhängnis wird und für Hagen Stehr zur Chance seines Lebens. Der gebürtige Deutsche will im australischen Port Lincoln das Unmögliche möglich machen: Thunfische züchten. Gemeinsam mit Fischereiexperten und Wissenschaftlern der University of Adelaide steht er kurz vor dem Durchbruch. Das Problem: Bevor sich der Rote Thun, auch Blauflossen-Thunfisch genannt, einen Platz zum Laichen sucht, unternimmt er eine 3.000 Kilometer lange Reise durch die Meere.

      In einer 40 Meter langen Pilotanlage an Land ist es den Forschern gelungen, dem Thunfisch diese Reise zu simulieren. Eine Art Erlebnisbad: Angefangen von Wassertemperatur, Strömung und Salzgehalt bis hin zu den Sternbildern wird die Welt der Fische komplett inszeniert.

      Um das lukrative Geschäft mit dem Roten Thun ist ein wahrer Wettlauf der Wissenschaftler entstanden. Der Meeresbiologe Christopher Bridges leistet an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und in einer Forschungsstation auf Malta Pionierarbeit auf dem Gebiet der Thunfischzucht. Anhand von genetischen Analysen des Laichs will er dem Geheimnis der Fortpflanzung auf die Spur kommen. Ziel des ehrgeizigen Projekts: In naher Zukunft den Lebenszyklus des Roten Thuns zu schließen.

      Bisher ist der Rote Thun in vielerlei Hinsicht ein unbekanntes Geschöpf. Im Mittelmeer bestücken deshalb Meeresbiologen einzelne Tiere mit Sendern, um mehr über ihren genauen Aufenthaltsort, ihre Laichgründe und Wanderwege zu erfahren. Der Filmemacher Christopher Gerisch hat sich weltweit auf Spurensuche begeben, um den Wettlauf der Forscher zur Rettung des Roten Thuns zu dokumentieren.

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