• 17.11.2018
      09:00 Uhr
      360° Geo Reportage Indien: Das Geschäft mit dem Tempelhaar | arte
       

      Das Haupthaar gilt vielen Menschen als Spiegel und Aushängeschild der Persönlichkeit. Kräftig, voll und glänzend soll es sein. Doch oft fehlt es an Dichte oder Länge. Deshalb helfen immer mehr Menschen mit fremdem Haar nach. Die künstliche Haarpracht stammt größtenteils aus Indien, gefertigt aus Haaren, die in den Tempeln von Gläubigen geopfert werden. "360° Geo Reportage" hat eine Inderin und ihren Sohn begleitet, die ihr Haar in einem Tempel opfern. Der Film folgt den weiteren Stationen des Haares und zeigt, wie das Geschäft mit dem Tempelhaar funktioniert.

      Samstag, 17.11.18
      09:00 - 09:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Das Haupthaar gilt vielen Menschen als Spiegel und Aushängeschild der Persönlichkeit. Kräftig, voll und glänzend soll es sein. Doch oft fehlt es an Dichte oder Länge. Deshalb helfen immer mehr Menschen mit fremdem Haar nach. Die künstliche Haarpracht stammt größtenteils aus Indien, gefertigt aus Haaren, die in den Tempeln von Gläubigen geopfert werden. "360° Geo Reportage" hat eine Inderin und ihren Sohn begleitet, die ihr Haar in einem Tempel opfern. Der Film folgt den weiteren Stationen des Haares und zeigt, wie das Geschäft mit dem Tempelhaar funktioniert.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Tino Schrödl

      Ununterbrochen ist das Schaben der Rasiermesser zu hören. Die Friseure arbeiten im Akkord. Die Wartenden werden im Minutentakt auf flache Bretter bugsiert, die als provisorische Schemel dienen. Unter ihnen sind auch die Inderin Sumati Jayapathi und ihr zehnjähriger Sohn Balaji. Sie sind den weiten Weg in die Tempelanlage von Palani gegangen, um ihr Haar zu opfern. Im Gegenzug dafür erhoffen sie sich von ihrem Gott die Zustimmung zum Bau eines eigenen kleinen Häuschens. Vor zehn Jahren war Sumati zum letzten Mal in Palani. Seitdem hat sich vieles verändert, das Geschäft mit dem Haar hat den Ort wachsen lassen.Millionen Pilger kommen inzwischen jedes Jahr nach Palani. Zurück lassen sie Tonnen geopferten Haares. Es ist ein einvernehmliches Geben und Nehmen - und ein offenes Geheimnis, dass der Tempel die Haare weiterverkauft. Schließlich muss er sich finanzieren. Seit sich Haarverlängerungen und Echthaarperücken zunehmender Beliebtheit erfreuen, boomt das Geschäft. Weit über 50 indische Firmen konkurrieren um das Haar, das als das weltweit schönste und strapazierfähigste gilt und ein Exportschlager ist. So ist es durchaus möglich, dass das Haar, das Sumati Jayapathi heute opfert, demnächst auf dem Kopf einer europäischen Kundin landet, in Form von Verlängerungen oder als Perücke.Bevor es so weit ist, muss das Haar einen langen Weg zurücklegen - über Chennai und Rom bis nach Berlin und Paris. An allen Stationen wird das Haar bearbeitet und veredelt. "360° Geo Reportage" blickt hinter die Kulissen des indischen Haarkults, der den wachsenden westlichen Interessen an schönem Haar entgegenkommt.

      „360° Geo Reportage" präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

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