• 10.05.2013
      09:00 Uhr
      Putins Kuss Dokumentarfilm Deutschland 2012 | ONE
       

      Masha wurde bekannt als das Mädchen, das Vladimir Putin bei einer Propaganda-Veranstaltung auf die Wange küsste. Sie ist Mitglied der nationalistischen Jugendbewegung "Nashi" und glaubt an Putins Versprechen von einem besseren Russland. Doch dann lernt sie den regierungskritischen Blogger Oleg kennen und freundet sich mit ihm an.

      Freitag, 10.05.13
      09:00 - 10:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Masha wurde bekannt als das Mädchen, das Vladimir Putin bei einer Propaganda-Veranstaltung auf die Wange küsste. Sie ist Mitglied der nationalistischen Jugendbewegung "Nashi" und glaubt an Putins Versprechen von einem besseren Russland. Doch dann lernt sie den regierungskritischen Blogger Oleg kennen und freundet sich mit ihm an.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Lise Birk Pedersen

      Masha Drokova hat eine steile Karriere vor sich in Russlands populärer, nationalistischer Jugendbewegung "Nashi". Sie ist hübsch und intelligent und wurde bekannt als das Mädchen, das Putin küsste. Masha ist begeistert von Putins Ausstrahlung. Sie glaubt an sein Versprechen von einem besseren Russland. Bei einer Propaganda-Veranstaltung fasste sie sich ein Herz und küsste den russischen Präsidenten auf die Wange. Zu dieser Zeit war sie erst 15.

      Masha kommt aus einer einfachen Arbeiterfamilie aus der russischen Provinz. Ihre Zukunftsperspektiven sind trübe, bis eines Tages die "Nashi"-Bewegung in ihre Stadt kommt. "Nashi" stellt ihr all das in Aussicht, was sie sich erträumt - und verlangt als Gegenleistung "nur" ihre Loyalität. Masha engagiert sich in der Organisation und profitiert davon. Sie wird sogar Sprecherin der Bewegung, und bekommt eine eigene TV-Show im russischen Fernsehen. "Nashi" ermöglicht ihr das Studium, schon früh kann sie sich ein Auto und ein Apartement leisten.

      Die 19-Jährige wird auf eine harte Probe gestellt, als sie den regierungskritischen Blogger Oleg Kashin und seine Freunde kennenlernt. Sie alle kritisieren "Nashi" und ihre Propaganda-Methoden. Das sagen sie auch öffentlich und mutmaßen, hinter gewalttätigen Angriffen auf politische Gegner und Kritiker, besonders auch auf Journalisten, stecke die regierungsnahe, nationale Jugendorganisation. Mit jedem Treffen wächst Mashas Interesse an der Opposition, sie genießt die offene Atmosphäre in den Kneipen und die Diskussionen der Putin-Kritiker. Aber noch immer steht sie hinter der "Nashi"-Ideologie und verteidigt diese gegen jeden Angriff der politischen Gegner.

      Zugleich bekommt Mashas Karriere bei "Nashi" einen Knick. Bei einer internen Wahl unterliegt sie einem radikalen Gegenkandidaten. Als dann schließlich Oleg Kashin, der mittlerweile zu einem Freund für sie geworden ist, vor seinem Haus brutal zusammengeschlagen wird, erkennt sie, dass sie eine Wahl treffen muss. Während Oleg im Krankenhaus liegt, organisiert die Opposition Demonstrationen gegen die anonyme Gewalt und die Methoden von "Nashi". Sie drängt die Machthaber dazu, den Überfall auf Oleg aufzuklären. Masha schleicht sich unter die Demonstranten. Kurze Zeit später verlässt sie "Nashi".

      "Putins Kuss" ist eine Bestandsaufnahme der aktuellen politischen Situation in Russland. Der Film zeigt, was "Nashi" für die Jugend Russlands so anziehend macht, aber auch, wie gefährlich die nationalistische Propaganda der Putin-treuen Jugendorganisation ist. Er deckt auf, wie eng "Nashi" mit der Regierung Putin und ihrer Administration verknüpft ist. Dabei sind viele Anhänger der Bewegung wie Masha keineswegs naiv. Masha ist eine sympathische, intelligente, attraktive junge Frau, die Karriere machen will. Mit ihren Augen blickt der Film auf die auseinanderstrebenden Strukturen Russlands - ein Land, in dem es demokratische Rechte, Meinungsfreiheit und unabhängiger Journalismus noch immer schwer haben. Aber auch ein Land, in dem die Opposition immer lauter ihre Stimme erhebt.

      Die Dokumentation gewann den Golden Firebird Award beim Hong Kong International Film Festival und einen Preis für die beste Kamera beim Sundance Film Festival, wo sie auch für den Grand Jury Prize nominiert war.

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