• 10.02.2013
      08:30 Uhr
      kulturspiegel Kulturmagazin | ONE
       

      Themen:

      • Skurriler Beamtencheck - Nikolai Gogols Revisor am Saarländischen Staatstheater
      • Freundliche Übernahme? - Wie es dem Gollenstein-Verlag geht
      • Von wegen Kinderkram! - Ein Völklinger Schülerorchester und die Uraufführung einer zeitgenössischen Messe.
      • Tod im Tannenwäldchen? - Der gebürtige Merziger Marc André Misman und sein Film Waldesruh
      • Vergiss mein nicht - ein bewegender Film über Demenz

      Sonntag, 10.02.13
      08:30 - 09:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Skurriler Beamtencheck - Nikolai Gogols Revisor am Saarländischen Staatstheater
      • Freundliche Übernahme? - Wie es dem Gollenstein-Verlag geht
      • Von wegen Kinderkram! - Ein Völklinger Schülerorchester und die Uraufführung einer zeitgenössischen Messe.
      • Tod im Tannenwäldchen? - Der gebürtige Merziger Marc André Misman und sein Film Waldesruh
      • Vergiss mein nicht - ein bewegender Film über Demenz

       
      • Skurriler Beamtencheck - Nikolai Gogols Revisor am Saarländischen Staatstheater

      Ein kleines russisches Städtchen ist in großer Aufregung, denn ein Revisor hat sich angekündigt. Der ist so etwas Ähnliches wie bei uns heute der Rechnungshof - also eine Instanz, die prüft, ob die Politik und die Institutionen verantwortungsvoll mit den anvertrauten Geldern umgehen. Und damals wie heute gilt: Das ist nicht immer der Fall. Also macht sich das Städtchen daran, alles Mögliche zu tun, um den Besuch des Revisors unbeschadet zu überstehen. Diese Geschichte erzählt Nikolai Gogol in seinem Theaterstück "Der Revisor" - dass er dafür die Form der Komödie gewählt hat, ist nahe liegend, denn ob es nun um die Unzulänglichkeiten in einem russischen Städtchen vor über 100 Jahren oder einem deutschen Städtchen von heute geht: Immer wieder passieren im öffentlichen Leben Dinge, über die man - trotz aller Tragik - eigentlich nur Lachen kann. Das Saarländische Staatstheater bringt das Stück nun auf die Bühne. Regie führt einer der erfolgreichsten Theatermacher des deutschsprachigen Gegenwartstheaters, Thomas Schulte-Michels. Kulturspiegelautor Uwe Loebens hat sich die zeitlos klassische Komödienburleske angesehen.

      • Freundliche Übernahme? - Wie es dem Gollenstein-Verlag geht

      Im Verlagswesen tut sich etwas. Eine Tendenz, die den Buchmarkt schon seit einiger Zeit prägt - wie viele andere Bereiche im Handel auch: Elektronische Medien machen den analogen Konkurrenz. In der wirtschaftlichen Lage haben vor allem kleine Unternehmen das Nachsehen. Ein Beispiel ist der renommierte saarländische Gollenstein-Verlag, der nach drohender Insolvenz vom Buchriesen O.E.M. aufgekauft wurde - ein Spezialist im Bereich Neue Medien . Das bringt Veränderungen mit sich, die nicht nur die Verleger selbst treffen: Autoren müssen sich mehr denn je dem Mainstream anpassen, Leser um die Vielfalt auf dem Buchmarkt bangen. Es stellt sich die Frage: Was können Verlage heute noch leisten? Was bedeutet das für die Autoren? Wie rüsten sich beide Seiten für die Zukunft? Maria Schmitt hat einen Autor des Verlags Gollenstein getroffen.

      • Von wegen Kinderkram! - Ein Völklinger Schülerorchester und die Uraufführung einer zeitgenössischen Messe.

      Eine Messe für Chor und Streichorchester, als Uraufführung erstmals einem Publikum präsentiert - nicht gerade ein Kinderspiel. Und die jüngsten Musiker des "Jungen Philharmonischen Kammerorchesters Warndt" sind gerade einmal neun Jahre alt. Die Weltpremiere der Messe war zugleich Höhepunkt eines außergewöhnlichen Musikprojekts, das vor acht Jahren seinen Anfang nahm - mitten in der Industriestadt Völklingen. 2004 startete Bernhard Hayo dort an der Grundschule Geislautern die Initiative "Mit Geigen gegen Pisa". Jedes Kind durfte ein Streichinstrument lernen - unabhängig von Herkunft, Begabung oder familiärem Hintergrund. Kinder im Grundschulalter für ein klassisches Instrument zu begeistern ist das eine, musikalische Erfolge zu erreichen, etwas anderes. Bernhard Hayo hat beides geschafft - Glanzpunkt der Karriere der sogenannten Streicherkinder war ein Konzert in der Saarländischen Landesvertretung in Berlin. Nun wurde das Projekt fortgesetzt. Die kleinen Streicher sind groß geworden - und mit ihnen die Herausforderungen. Shane Woodborne, Cellist bei der "Camerata Salzburg", hat eigens eine Messe für das Orchester und den Kirchenchor St. Sebastian Püttlingen komponiert. Die Uraufführung war eine Mammutaufgabe. Agnes Popp hat die Streicherkinder Burcu und Giuseppe bei den Proben begleitet. Sie hat zwei erstaunliche Persönlichkeiten kennengelernt - und einen unermüdlichen Orchesterleiter.

      • Tod im Tannenwäldchen? - Der gebürtige Merziger Marc André Misman und sein Film Waldesruh

      Obwohl so einige zur letzten Ruhe gebettet werden im Kurzfilm von Marc André Misman, will so recht keine "Waldesruh" einkehren. Im Gegenteil: Die beiden Protagonisten Benno und Mike mischen das Gehölz gewaltig auf - und werden ihrerseits immer wieder unpassend überrascht. Marc André Mismans Vorliebe fürs Schwarzhumorige ist in seinem Kurzfilm "Waldesruh unverkennbar: Für ihn bedeutet Filmemachen, wie er selbst sagt, der Absurdität des Lebens etwas entgegenzusetzen. Sein Kurzfilm "Waldesruh ist beim Max Ophüls Festival gelaufen, beim Filmfestival Landshut läuft Waldesruh sogar im Wettbewerb. Der 1975 geborene Filmemacher bevorzugt einfache Menschen und Orte, die überall in Deutschland sein könnten. Die Geschichten, die er daraus strickt, geraten skurril. Für seinen nächsten Film macht sich der gebürtige Merziger auf die Suche nach Kinder-Darstellern, die so richtige Rabauken sein können. Susanne Kirchhofer durfte ihm beim Casting über die Schulter schauen. Außerdem hat sie Misman auf den Wackenberg in St. Arnual begleitet auf die Pirsch nach passenden Drehorten und Geschichten. Sie hat einen Filmemacher kennengelernt, der um ironische Antworten nicht verlegen ist - und beim Casting fast genau so nervös wie die Kinder.

      • Vergiss mein nicht - ein bewegender Film über Demenz

      Demenz, das ist eine endgültige Diagnose, die zuerst eines bedeutet: Vergessen. Der Verlust des Gedächtnisses, bislang selbstverständlicher Fähigkeiten, die im Alltag nötig sind, bis hin zur Orientierung. Für die Angehörigen ist es das stückweise Verlieren der gemeinsamen Geschichte, der Verbindung, der gemeinsamen Welt. Gesundheitsexperten erwarten in den nächsten Jahren einen dramatischen Anstieg der Demenz-Erkrankungen. Sind es heute noch etwa 1,3 Millionen Kranke, soll sich die Zahl in den nächsten 35 Jahren verdoppeln. Die Krankheit traf auch die Mutter des Filmemachers David Sieveking. Er entschied sich dafür, sie mit der Kamera zu begleiten. Gespräche, Gesprächsversuche und Gesprächsfetzen, fragende Blicke, Verzweiflung; merkwürdige Momente, liebevolle Gesten- er hat alle Details festgehalten. Entstanden ist ein berührender und aufklärender Film über Demenz und ihre Folgen. Der Film wirft jedoch auch die Frage auf, ob man so etwas darf. Wie voyeuristisch ist es, eine Frau zu filmen, die den Verstand verliert Stück für Stück? Am 31. Januar startet der Dokumentarfilm Vergiss mein nicht in den deutschen Kinos. artour stellt den Film vor und spricht mit dem Filmemacher David Sieveking. Außerdem treffen wir den Mediziner und Juristen Rainer Erlinger, der unter anderem für seine Kolumne Die Gewissensfrage bekannt ist.

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