• 05.07.2011
      14:15 Uhr
      Zu früh geboren - Ein Arzt kämpft um die Kleinsten Ein Film von Nadja Frenz | ONE
       

      Jedes zehnte Kind in Deutschland wird zu früh geboren, Tendenz steigend. Die Gründe liegen im medizinischen Fortschritt. Fluch oder Segen - heute überleben 90 von 100 zu früh geborenen Säuglingen - jedes sechste bleibt allerdings behindert.

      Dienstag, 05.07.11
      14:15 - 15:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 14:14
      Stereo

      Jedes zehnte Kind in Deutschland wird zu früh geboren, Tendenz steigend. Die Gründe liegen im medizinischen Fortschritt. Fluch oder Segen - heute überleben 90 von 100 zu früh geborenen Säuglingen - jedes sechste bleibt allerdings behindert.

       

      Der Film 'Der Kampf um die Kleinsten' begleitet den Kinderarzt Dr. Holger Wiedemann und die Krankenschwester Jennifer Dettmann bei ihrer Arbeit auf der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation im AK Altona in Hamburg. Oft geht es um Leben und Tod, um Gesundheit oder lebenslange Behinderung. Eine große Belastung für die Eltern und eine schwere Verantwortung für den Arzt. Der Umgang mit Kindern, die in der 22. und 23. Woche geboren wurden, liegt in Deutschland in einem gesetzlichen Graubereich: Ihr Leben muss nicht um jeden Preis erhalten werden. In solchen Fällen spricht Dr. Wiedemann mit den Eltern, wie sie ggf. mit Behinderungen zurechtkommen würden. 'Wenn Eltern ein Kind unbedingt haben wollen, dann versucht man eben auch alles zu tun, was medizinisch möglich ist.' Aber er hat auch schon durchaus Fälle erlebt, wo die Eltern auf gar keinen Fall ein behindertes Kind wollten und dann wird es oft sehr schwer, auf lebenserhaltende Maßnahmen zu verzichten.

      Eine Arbeit im täglichen Ausnahmezustand: Ab der 24. Schwangerschaftswoche müssen alle Mittel der Intensiv-Versorgung genutzt werden, um das Leben eines Kindes zu erhalten, egal zu welchem Preis für das Kind oder für die Eltern. Der Film begleitet Dr. Wiedemann nicht nur bei seiner aufreibenden Arbeit, sondern auch in seiner Familie: Er ist verheiratet mit einer Intensiv-Kinderkrankenschwester, die er vor einigen Jahren auf der Station kennengelernt hat. Die beiden haben drei Kinder. Auf derselben Station wie Dr. Wiedemann arbeitet auch Schwester Jennifer Dettmann. Auch sie macht ihre Arbeit mit großer Leidenschaft. 'Die Leute, die hier arbeiten, machen das aus Überzeugung und Berufung, sicherlich nicht wegen der schlechten Bezahlung und des aufreibenden Schichtdienstes.' Der tägliche Umgang mit den Eltern ist nicht immer unproblematisch. Ihre Erfahrung: Je kleiner und je kränker ein Kind ist, desto unkomplizierter ist das Verhältnis zu den Eltern. Je gesünder und größer die Kinder sind, desto schwieriger und konfliktreicher kann das Verhältnis werden.

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      Dienstag, 05.07.11
      14:15 - 15:00 Uhr (45 Min.)
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