• 31.08.2020
      20:15 Uhr
      Verfehlung Fernsehfilm Deutschland 2014 | ONE
       

      "Da schmeißt einer mit Dreck, und es ist nur eine Frage der Menge, ob was hängen bleibt ..." Das möchte der katholische Gefängnisseelsorger Jakob Völz gern glauben, als sein bester Freund und Kollege Dominik Bertram wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft genommen wird. Doch was Jakob ahnt, aber nicht wissen will, wird zur Zerreißprobe für seinen Glauben und sein Selbstverständnis.

      Montag, 31.08.20
      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
      85 Min.

      "Da schmeißt einer mit Dreck, und es ist nur eine Frage der Menge, ob was hängen bleibt ..." Das möchte der katholische Gefängnisseelsorger Jakob Völz gern glauben, als sein bester Freund und Kollege Dominik Bertram wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft genommen wird. Doch was Jakob ahnt, aber nicht wissen will, wird zur Zerreißprobe für seinen Glauben und sein Selbstverständnis.

       

      Stab und Besetzung

      Jakob Völz Sebastian Blomberg
      Dominik Bertram Kai Schumann
      Oliver Gondek Jan Messutat
      Vera Rubin Sandra Borgmann
      Susanne Weihe Valerie Koch
      Regie Gerd Schneider
      Kamera Pascal Schmit
      Musik Ina Küfner
      Buch Gerd Schneider

      Jakob Völz ist seit Jahren Gefängnisseelsorger mit Leib und Seele. Mit seinen Priester-Freunden Dominik und Oliver vertritt er eine progressive Haltung innerhalb der katholischen Kirche und trifft sich nach der Messe mit ihnen auf dem Fußballfeld oder in der Kneipe auf ein Bier. Doch plötzlich zerbricht die heile Welt: Dominik wird festgenommen und in Jakobs Gefängnis eingeliefert.

      Er wird verdächtigt, während eines Freizeitprogramms einen Jungen in seiner Obhut sexuell missbraucht zu haben. Jakob reagiert zuerst mit völligem Unglauben, doch als Dominik ihm seinen "Fehltritt" gesteht, muss er sich der bitteren Wahrheit stellen. Jakob spricht mit Mike, dem Opfer, den die Vorfälle sehr stark mitgenommen haben. Der Seelsorger muss feststellen, dass er als Einziger an der Aufarbeitung des Falls interessiert ist - selbst sein Freund Oliver, der inzwischen Bistumsvertreter geworden ist, weist ihn ab.

      Jakob kann weder schweigen, noch kann er seinen Freund anprangern - in dieser Zwickmühle gefangen, bleibt er wie gelähmt. Doch kaum ist Dominik aus dem Gefängnis entlassen und zurück in seiner Kirche, fällt ein Messdiener in Ohnmacht und die Affäre weitet sich aus. Gibt es mehr als ein Opfer, und wie viel wusste die Kirche schon von den Vorfällen? Allein inmitten von einem Netz aus Lügen und Vertuschungen muss Jakob seine Grundsätze völlig neu überdenken und steht am Ende vor der Entscheidung: reden oder schweigen?

      In seinem exakt recherchierten Debütfilm erzählt Regisseur Gerd Schneider eine schockierende Geschichte von Verantwortung, Glauben und Verrat inmitten der katholischen Kirche. "Verfehlung" spürt dem Rätsel des unerklärlichen Verhaltens der Priester nach, die vor der Aufdeckung der Missbrauchsfälle 2010 schwiegen.

      Der Film wagt es, seine Geschichte aus der Perspektive eines Erwachsenen zu erzählen, der zwar nicht der Täter ist, der aber als Mitwisser die Verantwortung übernehmen muss, dies jenseits von Weisungen anzuzeigen. So sehr die Geschichte hier eine Innensicht der katholischen Kirche zeigt, so sehr geht sie über den kirchlichen Kontext hinaus, wenn sie für jeden von uns die Frage nach Verantwortung im Gegensatz zu beruflichen oder persönlichen Loyalitäten stellt.

      Als früherer Priesteramtskandidat der Erzdiözese Köln hat Regisseur und Drehbuchautor Gerd Schneider besondere Einblicke in die Funktionsweise der katholischen Kirche, die er in sein Regiedebüt einfließen lässt. Nach seinem Kinostart 2015 wurde "Verfehlung" mit dem Preis des 6. Kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen ausgezeichnet und erhielt das Prädikat "besonders wertvoll". Sebastian Blomberg, der Jakob Völz verkörpert, war schon in Johannes Nabers "Zeit der Kannibalen" (2015 ausgezeichnet mit einer Lola in Bronze als herausragender Film und einer goldenen Lola für das beste Drehbuch) zu sehen; Jan Messutat konnte in "Hin und weg" (2014) von Regisseur Christian Zübert überzeugen.

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      Montag, 31.08.20
      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
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