• 24.01.2015
      13:10 Uhr
      Kunst und Provokation im Zarenpalast Ein Film von Irene Langemann | ONE
       

      Als Kasper König, eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Kunstwelt, Kurator der europäischen Biennale Manifesta 10 in Sankt Petersburg wurde, ahnte er nicht, in welchen politischen Hexenkessel er sich begab. Seine Idee mit provokanter zeitgenössischer Kunst in einen Dialog mit der vergangenheitsverliebten russischen Gesellschaft zu treten, läuft der politischen Entwicklung in Russland diametral entgegen. Werden westliche, russische und ukrainische Künstler ihre polarisierenden künstlerischen Sichtweisen präsentieren können?

      Samstag, 24.01.15
      13:10 - 14:05 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

      Als Kasper König, eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Kunstwelt, Kurator der europäischen Biennale Manifesta 10 in Sankt Petersburg wurde, ahnte er nicht, in welchen politischen Hexenkessel er sich begab. Seine Idee mit provokanter zeitgenössischer Kunst in einen Dialog mit der vergangenheitsverliebten russischen Gesellschaft zu treten, läuft der politischen Entwicklung in Russland diametral entgegen. Werden westliche, russische und ukrainische Künstler ihre polarisierenden künstlerischen Sichtweisen präsentieren können?

       

      Seine Wahl stieß auf große Resonanz: Kasper König, eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Kunstwelt, wurde Kurator der 10. Manifesta in Sankt Petersburg. Die europäische Biennale für moderne Kunst macht 2014 erstmals Station in Russland. Sofort nach der Bekanntmachung hat es Proteste der internationalen Kunstszene gegeben: Darf man ein Land mit zunehmender Autokratie, Menschenrechtsverletzungen und Homophobie durch eine Kunstbiennale aufwerten?

      Kasper König glaubt jedoch, dass die Manifesta Teil eines großen Prozesses ist, in dem die zeitgenössische Kunst und die Gesellschaft mit dem Althergebrachten in den Dialog treten können. Er hat weltbekannte Künstler wie Marlene Dumas, Katharina Fritsch und Thomas Hirschhorn eingeladen. Was Kasper König nicht ahnen konnte, sind die aktuellen politischen Entwicklungen und die Aggression Russlands in der Ukraine.

      Der Film begleitet Kasper König in seinem nicht einfachen Alltag in Sankt Petersburg. Denn die Widerstände der russischen Seite und die bürokratischen Hürden sind erheblich. Inzwischen hat er den Eindruck, dass nur der Direktor der Eremitage Michail Piotrowski die Manifesta voll unterstützt. Die polarisierenden Positionen und die Arbeiten der Künstler stehen ebenso im Mittelpunkt des Films.

      Der niederländische Künstler Erik van Lieshout hat für einen Teil seiner Arbeit den sogenannten Katzenkeller des ehemaligen Zarenpalastes gewählt. Thomas Hirschhorns Installation "Abschlag" entsteht an einem zentralen Ort des neuen Ausstellungsgebäudes. Für ihn spiegelt seine Arbeit die Situation in Russland wider, vor allem "die Dimension und die Verrücktheit" des Landes. Die letzten Wochen bis zur Eröffnung der Manifesta am 28. Juni sind voller Spannung und hängen sehr von den politischen Entwicklungen in Russland ab.

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      Samstag, 24.01.15
      13:10 - 14:05 Uhr (55 Min.)
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