• 16.01.2014
      11:30 Uhr
      kulturspiegel ONE
       

      Themen:

      • Antike aktuell - "Die Vögel" des griechischen Klassikers Aristophanes am Saarländischen Staatstheater
      • Mundartdichtung für alle Sinne - der Wadgasser Autor Patrik Feltes im Porträt
      • Die Werkstatt der Kuschelmonster - Dorothee Thoma näht gruselige Zeitgenossen
      • Vom Denken und Handeln in der Kunst - Bazon Brock in Saarbrücken
      • Neu im Kino - Vor dem 35. Filmfestival Max-Ophüls-Preis

      Donnerstag, 16.01.14
      11:30 - 12:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Antike aktuell - "Die Vögel" des griechischen Klassikers Aristophanes am Saarländischen Staatstheater
      • Mundartdichtung für alle Sinne - der Wadgasser Autor Patrik Feltes im Porträt
      • Die Werkstatt der Kuschelmonster - Dorothee Thoma näht gruselige Zeitgenossen
      • Vom Denken und Handeln in der Kunst - Bazon Brock in Saarbrücken
      • Neu im Kino - Vor dem 35. Filmfestival Max-Ophüls-Preis

       
      • Antike aktuell - "Die Vögel" des griechischen Klassikers Aristophanes am Saarländischen Staatstheater

      Vielleicht muss man es einfach akzeptieren, dass die edelsten Ideen und Ideale an der Realität scheitern. Schon damals im alten Griechenland, als sich der Stadtstaat Athen immer besser, wichtiger und mächtiger fühlte und irgendwie die alten Ideale von Gleichheit und Demokratie im Treiben des Alltags untergingen. Stattdessen: Geschäftigkeit und eine Prozessflut bei den Gerichten. Unzufrieden mit dieser Situation schrieb der Komödiendichter Aristophanes "Die Vögel", ein Stück, in dem sich zwei Aussteiger daran machten mit ihren gefiederten Freunden einen neuen Staat zwischen Himmel und Erde zu bauen. Sie hatten Athen einfach satt. Es sollte ein Staat werden, in dem alles besser ist. Doch schon beim Aufbau setzte es auch hier sofort wieder ein, dieses Gefühl besser, wichtiger und mächtiger sein zu wollen - weshalb das Reich der Vögel mit Menschen und Göttern gleichermaßen in Konflikt geriet. Thomas Schulte-Michels, der mit Schillers "Räubern" und Gogols "Revisor" am Saarländischen Staatstheater bemerkenswerte Arbeiten vorgelegt hat, nimmt sich nun "Die Vögel" vor - und hat 30 Laiendarsteller für das Volk der Vögel gecastet. Am 18. Januar ist Premiere - der Kulturspiegel durfte die Proben besuchen.

      • Mundartdichtung für alle Sinne - der Wadgasser Autor Patrik Feltes im Porträt

      Fotograf, Sprachakrobat, Heimatpfleger, Buchkünstler: Der Wadgasser Autor Patrik Feltes ist ein wortgewandter Tausendsassa. Bekannt ist er für seine Gedichte in moselfränkischer Mundart, für die er 2009 den Saarländischen Mundartpreis in Silber bekam. In seinen Texten geht Feltes dem Alltag auf den Grund, schaut hinter die Fassade der Konsumgesellschaft oder kritisiert den schleichenden Verlust der Muttersprache. Denn die Mundart ist für ihn keinesfalls eine "Großmutter-Sprache": Sie kann Gefühle ausdrücken, treffend verkürzen, ironisch überspitzen. Aber Feltes kommt es nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die Form. Für seine Texte erfindet er liebevoll gestaltete Pop-Up-Bücher und greift selbst bei einem einfachen Haussegen schon mal zur Kalligrafie-Feder. Michael Schneider war mit dem vielseitigen Autor unterwegs in Wadgassen.

      • Die Werkstatt der Kuschelmonster - Dorothee Thoma näht grusselige Zeitgenossen

      Erstmal wirkt das alles sehr idyllisch: Nachdem der Klarenthalerin Dorothee Thoma alte Kindergartenzeichnungen ihres Sohnes in die Hand gefallen waren, begann sie nach diesen Zeichnungen Puppen zu nähen. So weit, so gut. Doch die Puppen sind nicht einfach nur eine sentimentale Erinnerung an die ersten Jahre der jungen Familie - Dorothee Thoma näht Monster. Und das mittlerweile aus großer Leidenschaft. Sie findet es viel spannender, Monster zu nähen als irgendwelche süßen Puppen mit schönen Kleidchen und Zöpfen. Neben dem virtuosen Umgang mit Nadel und Faden gibt es für Dorothee Thoma aber noch eine weitere Herausforderung: An Vorlagen zu kommen. Denn immer arbeitet sie nach Kinderzeichnungen, und die sind gar nicht so leicht zu finden. Wenn es aber dann so weit ist, kommen meistens sehr bemerkenswerte Geschöpfe dabei heraus, die über ihren Internethandel reißenden Absatz finden. Philippe Fouché hat Dorothe Thoma beobachtet und zeigt, wie aus einer Kinderzeichnung ein waschechtes Monster zum Anfassen entsteht.

      • Vom Denken und Handeln in der Kunst - Bazon Brock in Saarbrücken

      Noch immer ist mit seinem Namen ein wohliges Kribbeln verbunden. Es ist das Kribbeln, das der Kulturbürger empfindet, wenn er einen Angriff auf die hehre Kunst fürchtet. Nun hat der Aktionist und Philosoph Bazon Brock die Hochschule für Bildende Künste Saar (HBK) besucht. Bazon Brock - dieser Name ist seit den 60er Jahren mit der Fluxus-Kunstrichtung verbunden, jener Art Kultur zu machen, die nach der Dada-Bewegung das elitäre Kunstwerk in Frage stellte und stattdessen auf provozierende Aktionen setzte. In diesem Zusammenhang war Joseph Beuys einer, der mit Fett, Filz und Margarine nachhaltig verwirrte. Brock war ein Weggefährte von Beuys - und schaltete sich in die hitzigen Kunstdebatten der 60er Jahre ein. Das Paradoxe: Er verneinte die bürgerlichen Diskussionsforen, nahm aber trotzdem daran teil und präsentierte sich mit einer fast enzyklopädischen, im klassischen Sinn bürgerlichen Bildung. Antike Philosophen, Einblicke in die neueste Kunstproduktion aus erster Hand, gesellschaftstheoretische Analysen, jüngste Medientheorie - all das stand und steht Bazon (griechisch für "sophistischer Redner mit bestimmter Wirkungsabsicht") Brock zur rhetorischen Verfügung. Fast folgerichtig arbeitete er bis zu seiner Emeritierung 2001 als Professor an verschiedenen Universitäten. Am 8. Januar wurde die Ausstellung "Bazon Brock. Der Philosoph als Aktionist" an der HBK eröffnet, außerdem gab es im Rahmen des Studiengangs "Kuratieren" Workshops und eine Tagung, in deren Mittelpunkt das legendäre Action Teaching von Brock stand. Oliver Hottong hat mit dem umtriebigen Kunstdenker gesprochen.

      • Neu im Kino - Vor dem 35. Filmfestival Max-Ophüls-Preis

      Alle Jahre wieder im Januar sind Filmfreunde in Saarbrücken im Festivalfieber. Hunderte Filmschaffende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bewerben sich um mittlerweile 14 Preise, die im Rahmen des Max-Ophüls-Festivals verliehen werden. Auch wenn die frühen Werke in klassischer Spielfilmlänge im Mittelpunkt stehen, bietet das Festival doch sehr viel mehr: Jeder der will, kann mit den Machern in Dialog treten, sei es bei den Vorführungen im Kinosaal oder nachts in Lolas Bistro in der Garage, seit vielen Jahren einer der zentralen Orte des Festivals. Cineasten kommen oft in den zahlreichen Nebenreihen und vor allem in den oft mutigeren Kurzfilmen mehr auf ihre Kosten als im eigentlichen Langfilmwettbewerb. Susanne Kirchhofer hat sich Filme vorab angesehen und gibt Tipps und Anregungen rund um das Ophüls-Festival 2014.

      Wird geladen...
      Donnerstag, 16.01.14
      11:30 - 12:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 05.08.2021