• 07.09.2013
      12:30 Uhr
      Der schönste Beton Münchens - Heimat im Olympiadorf Ein Film von Almut Gronauer | ONE
       

      Das Olympiadorf war visionär, ein Vorzeigeprojekt, gebaut für die "heiteren Spiele" 1972 in München. Dass die Spiele vom Grauen des Terrors überschattet wurden, ist bekannt. Doch was wurde aus dem Stadtviertel, auf das vor 40 Jahren die Welt mit angehaltenem Atem blickte? Auch wenn es dem allerersten Blick nicht immer standhalten mag und als Betonburg verschrien ist - für seine Bewohner ist das Olydorf "der schönste Beton Münchens". Wie jede Trutzburg verbirgt es seine Schätze im Inneren: Weil es autofrei ist, gibt es auf seinen Wegen viel Platz für Zwischenmenschliches.

      Samstag, 07.09.13
      12:30 - 13:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Das Olympiadorf war visionär, ein Vorzeigeprojekt, gebaut für die "heiteren Spiele" 1972 in München. Dass die Spiele vom Grauen des Terrors überschattet wurden, ist bekannt. Doch was wurde aus dem Stadtviertel, auf das vor 40 Jahren die Welt mit angehaltenem Atem blickte? Auch wenn es dem allerersten Blick nicht immer standhalten mag und als Betonburg verschrien ist - für seine Bewohner ist das Olydorf "der schönste Beton Münchens". Wie jede Trutzburg verbirgt es seine Schätze im Inneren: Weil es autofrei ist, gibt es auf seinen Wegen viel Platz für Zwischenmenschliches.

       

      Spielplätze, Treffpunkte, sogar einen See kann das Dorf sein eigen nennen. Vor allem aber seine Bewohner zeichnen das Dorf aus. Da gibt es die Urgesteine des Olydorfes, die schon früh aus Überzeugung hier eingezogen und mittlerweile zusammen mit der Anlage in die Jahre gekommen sind.

      Der Bewohner-Mix ist bis heute ungewöhnlich und spannend. Viele Akademiker leben hier - Architekten, Ingenieure, Lehrer und Politiker. 45 verschiedene Nationen treffen aufeinander. Tobias Ranzinger ist eine Weile in das Dorfleben eingetaucht. Er trifft Heinz Summerer, den Olympiapfarrer von 1972, der dem Olydorf bis heute treu geblieben ist und lange als heimlicher Bürgermeister des Dorfes galt. Er begleitet Melanie Kühnemund, eine Ghanaerin, die mit ihrem deutschen Mann seit vielen Jahren im Olydorf eine zweite Heimat gefunden hat. Er trifft 'Ureinwohner' und junge Familien, die versuchen, den Geist der älteren Generationen ins Heute hinüberzuretten. Und nicht zuletzt stattet er der 'kleinen Schwedin' einen Besuch ab. Dahinter verbirgt sich die ungewöhnliche - aus Schweden stammende - Müllabsaugeanlage des Olydorfes, die dessen Bewohnern das regelmäßige Getöse der Müllabfuhr erspart. Das Olydorf steht heute in neuem alten Glanz da. Die Sanierung mag viele Millionen gekostet haben. Doch die etwa 6000 Bewohner sind stolz auf das mittlerweile unter Ensemble-Schutz stehende Areal. Tobias Ranzinger stellt fest, dass die Bewohner des Olydorfes eine eingeschworene Gemeinschaft sind. Sie machen sich immer dann stark, wenn Ungemach von außen droht. So wie der geplante Bau der neuen Fußballarena, der auch durch ihr Engagement verhindert wurde. Das Fazit seines Besuchs: Das Olympiadorf hat eine raue Schale. Aber einen sehr schönen Kern!

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      Samstag, 07.09.13
      12:30 - 13:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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