• 09.05.2013
      10:35 Uhr
      St. Stephan zu Tangermünde Film von Matthias Schmidt | tagesschau24
       

      Es gibt zwei Dinge, an denen man in Tangermünde nicht vorbeikommt. Das erste ist die Kirche St. Stephan, das höchste Gebäude der Stadt. Ihr Turm ist weithin sichtbar, und genau so wollten es die Bürger der Hansestadt Tangermünde im 14. Jahrhundert auch haben: Man wollte der Konkurrenz in der Nachbarstadt Stendal zeigen, dass Tangermünde die bedeutendere Stadt ist.

      Donnerstag, 09.05.13
      10:35 - 11:05 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Es gibt zwei Dinge, an denen man in Tangermünde nicht vorbeikommt. Das erste ist die Kirche St. Stephan, das höchste Gebäude der Stadt. Ihr Turm ist weithin sichtbar, und genau so wollten es die Bürger der Hansestadt Tangermünde im 14. Jahrhundert auch haben: Man wollte der Konkurrenz in der Nachbarstadt Stendal zeigen, dass Tangermünde die bedeutendere Stadt ist.

       

      Womit die zweite Besonderheit der Stadt benannt wäre. Die Tangermünder erzählen ihren zahlreichen Gästen nicht ohne Stolz, dass die kleine Stadt an der Mündung des Tanger in die Elbe unter Kaiser Karl IV. beinahe zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches geworden wäre. Dass Prag diese Funktion behielt, sei nur dem zu frühen Tod des Kaisers 1378 geschuldet, denn am wohlsten habe er sich schließlich hier in Tangermünde gefühlt.

      Ein eher tragische Geschichte ereignete sich zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Da wurde eine junge Frau, Grete Minde, verdächtigt, die Stadt in Brandt gesteckt zu haben und wurde dafür selbst öffentlich verbrannt. Sowohl die Stadt als auch die Kirche wurden nach dem Brand neu erbaut, sodass sich den vielen Touristen heute ein nahezu geschlossenes Altstadtensemble präsentiert.

      Auch wenn die Tangermünder sich der glänzenden Vergangenheit der Stadt bewusst sind und das Erbe pflegen, sie möchten auch, dass heute Leben in der Stadt und in der Kirche ist. "Dinge, die man nicht benutzt, sagt Pfarrer Jürgen Weinert von St. Stephan, die gehen kaputt." Weshalb St. Stephan alles andere als ein Museum ist, sie ist Station eines Pilgerpfades und für zahlreiche Hochzeitspaare aus halb Europa bevorzugte Traukirche. Dass die Kirche das Schmuckstück der Stadt bleibt, darum sorgt sich eine engagierte Schar von Menschen. Dietrich Busse etwa, der bei der Sanierung der Kirche in den 1980er-Jahren nicht nur mit den Tücken der Materialbeschaffung zu tun hatte. Oder Ilse Schlinzig, die 1923 in der Kirche getauft wurde, und als junges Mädchen beim Schwimmen in der Elbe sich immer am Kirchturm orientierte.

      Ein Höhepunkt im Jahr sind die Osterfeierlichkeiten in der Stephanskirche samt dem gemeinsamen Frühstück an der Elbe. Im Anschluss an Gottesdienst und Osterfeuer begibt sich die Kirchgemeinde mitten ins Leben der Stadt. Umgeben von den Anlegeplätzen der Elbe-Kreuzschiffe, von den mindestens sieben besiedelten Storchennestern und den wunderschön sanierten Häusern.

      Zeugen aus Stein

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      Donnerstag, 09.05.13
      10:35 - 11:05 Uhr (30 Min.)
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