• 21.10.2018
      04:35 Uhr
      Das Tal der Loire Schätze der Welt - Erbe der Menschheit | tagesschau24
       

      Lange Zeit war das Tal der Loire Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Frankreich und England um den französischen Königsthron. Ihr Höhepunkt ist der Hundertjährige Krieg, der zwischen 1337 und 1437 an den Ufern des Flusses tobte.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 21.10.18
      04:35 - 04:50 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Neu im Programm
      Stereo

      Lange Zeit war das Tal der Loire Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Frankreich und England um den französischen Königsthron. Ihr Höhepunkt ist der Hundertjährige Krieg, der zwischen 1337 und 1437 an den Ufern des Flusses tobte.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Christina Brecht-Benze

      Lange Zeit war das Tal der Loire Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Frankreich und England um den französischen Königsthron. Ihr Höhepunkt ist der Hundertjährige Krieg, der zwischen 1337 und 1437 an den Ufern des Flusses tobte.

      Dass dieses, von Männern angezettelte, Staatenduell von einer Frau für Frankreich entschieden wurde, ist allenfalls für die Franzosen der Rede wert. Sie würdigen bis heute die Verdienste des damals 17-jährigen Bauernmädchens Jeanne d'Arc, die das belagerte Orléans befreite und den Dauphin Karl VII zur Krönung nach Reims führte.

      Jeanne d'Arc ist eine der vielen Frauen, die im Tal der Loire aktiv die Geschichte des französischen Königreiches mitbestimmte haben. Eine andere ist Katharina von Medici, die las Meisterin der Intrige gilt und der fast jedes Mittel recht war, dem Hause Valois die Krone zu erhalten. Vor allem in den Religionskämpfen, in denen sich Prostestanten und Katholiken gnadenlos bekämpften, spielte sie eine unrühmliche Rolle. Neben diesen Frauen, die im Tal der Loire Politik gemacht haben, gab es aber auch welche, mit denen Politik gemacht wurde. Anne von Bretagne z. B., Ende des 15. Jahrhunderts wohl die beste Partie Europas, war gleich zwei

      Mal Spielball politischer Interessen: Als sie mit Karl VII zwangsvermählt wurde, musste sie sich per Ehevertrag verpflichten, auch den Nachfolger Karls, Ludwig XII zu ehelichen. Damit die Bretagne Frankreich nicht verloren ging.

      Da solche Zwangsehen aus Staatsräson meist unglücklich waren, mussten diese verkauften Bräute dann auch noch mit ansehen, wie sich ihre Ehemänner ganz öffentlich und ungeniert eine "Zweitfrau" nahmen - nämlich eine Mätresse, die geliebte Alternative zur ungeliebten Ehefrau. So musste beispielsweise Katharina von Medici akzeptieren, dass für ihren Mann Heinrich II immer eine andere Königin war: Diana von Poitiers, die er bis zu seinem Tod vergötterte.

      Das Tal der Loire erzählt vieler solcher Geschichten vom Glanz und Elend der Frauen an der Seite der Herrscher, denen es in der ersten Linie um Machterhalt und Repräsentation ging. Über 300 Schlösser hinterließen sie an der Loire und ihrer Nebenflüsse, eine in Europa beispielslose, gigantische Kulturlandschaft, die auch ein Stück Frauengeschichte dokumentiert.

      28.04.2002 3sat
      Autor: Christina Brecht-Benze

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

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