• 27.02.2013
      20:15 Uhr
      Geheimnisvolle Orte Das Filmstudio Babelsberg | tagesschau24
       

      100 Jahre Babelsberg stehen für große Filmkunst, aber auch für Kino als Instrument totalitärer Herrschaft und Propaganda. Vor 100 Jahren, am 12. Februar 1912, finden in Babelsberg die ersten Aufnahmen statt. Asta Nielsen steht für den Film "Der Totentanz" im großen Glasstudio. An diesem Tag wird ein Mythos geboren: Babelsberg, die Wiege der deutschen Filmkunst. Der Film erzählt die turbulente Geschichte dieser Traumfabrik, die im Wechselbad der geschichtlichen Ereignisse oft auch Albtraumhaftes und Dramatisches durchlebte. Dazu reist die Dokumentation mit zahlreichen Filmausschnitten von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

      Mittwoch, 27.02.13
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      100 Jahre Babelsberg stehen für große Filmkunst, aber auch für Kino als Instrument totalitärer Herrschaft und Propaganda. Vor 100 Jahren, am 12. Februar 1912, finden in Babelsberg die ersten Aufnahmen statt. Asta Nielsen steht für den Film "Der Totentanz" im großen Glasstudio. An diesem Tag wird ein Mythos geboren: Babelsberg, die Wiege der deutschen Filmkunst. Der Film erzählt die turbulente Geschichte dieser Traumfabrik, die im Wechselbad der geschichtlichen Ereignisse oft auch Albtraumhaftes und Dramatisches durchlebte. Dazu reist die Dokumentation mit zahlreichen Filmausschnitten von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

       

      In nur drei Monaten wurde aus einem halb verfallenen Fabrikgebäude das Filmstudio - heute ist es das älteste der Welt, das noch immer in Betrieb ist. Vor 1933 begegnen sich Amerika und Deutschland im Filmgeschäft auf Augenhöhe. Die großen Studios in Babelsberg sind Hollywood ebenbürtig. Es ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte des deutschen Kinos. In der Zeit zwischen 1919 und 1932 entstehen viele künstlerisch wegweisende Produktionen, die den Mythos der auf dem Filmgelände beheimateten Ufa begründen. 100 Jahre Babelsberg stehen für große Filmkunst, aber auch für Kino als Instrument totalitärer Herrschaft und Propaganda.

      Im Nationalsozialismus übernimmt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels in Babelsberg die Regie. Die Nazis wollen Babelsberg zur größten Filmstadt der Welt machen. Wer Jude ist oder nicht linientreu, wird rausgeworfen und vertrieben. Von diesem künstlerischen Aderlass wird sich der deutsche Film nicht mehr erholen. Aus Babelsberg kommen nun berüchtigte Propagandastreifen, vor allem aber Gute-Laune- und Herzschmerz-Filme.

      Nach dem Krieg dienen die Studios der DEFA, die so etwas wie ein Gegenmodell zur Ufa wird: antikapitalistisch und antifaschistisch, als Staatsfilmgesellschaft teils folgsam, teils widerständig. "Heilige Erde", so hat der Regisseur Volker Schlöndorff Babelsberg einmal genannt und damit das Geheimnis des Erfolges des Filmstudios beschrieben. Diese Aura ist es, die auch heute wieder die Großen des Kinos nach Babelsberg lockt. So drehen Quentin Tarantino, Roman Polanski, Tom Cruise, Kate Winslet in Babelsberg und beleben die Traumfabrik vor den Toren Berlins immer wieder aufs Neue. Die Regisseure Volker Schlöndorff und Tom Tykwer, die Schauspieler Michael Gwisdek, Angelica Domröse, Henry Hübchen und Uwe Kockisch erzählen von "unserem Hollywood".

      Ein Film von Daniel Finkernagel und Alexander Lück

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      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
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