• 11.08.2018
      13:15 Uhr
      Forschung und Verbrechen Die Reichsuniversität Straßburg | tagesschau24
       

      Als die Alliierten am 23. November 1944 Straßburg besetzen, kommt für die Reichsuniversität in Straßburg das Aus. Nur wenige Professoren sind vorher nicht geflohen, darunter Johannes Stein, Dekan der Medizinischen Fakultät und Großvater der Filmautorin Kirsten Esch. Der Film ist die Auseinandersetzung der Filmemacherin mit der Familiengeschichte, erzählt anhand persönlicher Dokumente und Aussagen der Mutter der Autorin. Zugleich schildert die Dokumentation die Geschichte eines nationalsozialistischen Prestigeprojekts und die Beteiligung der geistigen Elite im Dritten Reich an grausamen Verbrechen.

      Samstag, 11.08.18
      13:15 - 14:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Neu im Programm
      Stereo HD-TV

      Als die Alliierten am 23. November 1944 Straßburg besetzen, kommt für die Reichsuniversität in Straßburg das Aus. Nur wenige Professoren sind vorher nicht geflohen, darunter Johannes Stein, Dekan der Medizinischen Fakultät und Großvater der Filmautorin Kirsten Esch. Der Film ist die Auseinandersetzung der Filmemacherin mit der Familiengeschichte, erzählt anhand persönlicher Dokumente und Aussagen der Mutter der Autorin. Zugleich schildert die Dokumentation die Geschichte eines nationalsozialistischen Prestigeprojekts und die Beteiligung der geistigen Elite im Dritten Reich an grausamen Verbrechen.

       

      Als die Alliierten am 23. November 1944 Straßburg besetzen, kommt für die Reichsuniversität in Straßburg das Aus. In den Tagen zuvor sind die meisten Professoren geflohen. Nur wenige sind geblieben, darunter Johannes Stein, Dekan der Medizinischen Fakultät und Großvater der Filmautorin Kirsten Esch.

      Eröffnet wurde die Reichsuniversität genau drei Jahre zuvor, am 23. November 1941. Die Hochschule gilt als nationalsozialistisches Prestigeprojekt. Als geistiges Bollwerk des Deutschtums im besetzten Elsass soll sie die NS-Ideologie Richtung Westen verbreiten und sogar die Pariser Sorbonne in den Schatten stellen.

      Die Fakultäten werden mit den besten Köpfen des Deutschen Reichs besetzt, dazu zählen der "Kronjurist" des Dritten Reichs Ernst Rudolf Huber und der Physiker und spätere Friedensforscher Carl Friedrich von Weizsäcker. An das komfortable Leben der Professoren und ihrer Familien im besetzten Straßburg erinnern sich Karin Esch, die Mutter der Autorin, und Elisabeth Raiser, Tochter von Carl Friedrich von Weizsäcker.

      In ihrem Film setzt sich die Autorin mit der Rolle ihres Großvaters als Dekan der Medizinischen Fakultät auseinander. Was hat ihr Großvater von den Verbrechen an seiner Fakultät gewusst? War er im nahegelegenen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, wo der Anatom August Hirt seine grausamen Menschenversuche durchführte?

      Der Film zeigt die Reichsuniversität auch als Ort des Widerstands. Elsässische Studenten um den Literaturstudenten Alphonse Adam wehren sich gegen die Zwangseinberufung der elsässischen Männer zur deutschen Wehrmacht. Dafür werden sie zum Tode verurteilt. Pélagie Simon, heute 89 Jahre alt, erzählt, wie ihr Bruder von der Gestapo verfolgt wurde und wie sie als junges Mädchen von seiner Hinrichtung erfuhr.

      Der Film ist die Auseinandersetzung der Filmemacherin mit der Familiengeschichte, erzählt anhand persönlicher Dokumente und Aussagen der Mutter der Autorin. Zugleich schildert die Dokumentation die Geschichte eines nationalsozialistischen Prestigeprojekts und die Beteiligung der geistigen Elite im Dritten Reich an grausamen Verbrechen.

      Als die Alliierten am 23. November 1944 Straßburg besetzen, kommt für die Reichsuniversität in Straßburg das Aus. In den Tagen zuvor sind die meisten Professoren geflohen. Nur wenige sind geblieben, darunter Johannes Stein, Dekan der Medizinischen Fakultät und Großvater der Filmautorin Kirsten Esch.

      Eröffnet wurde die Reichsuniversität genau drei Jahre zuvor, am 23. November 1941. Die Hochschule gilt als nationalsozialistisches Prestigeprojekt. Als geistiges Bollwerk des Deutschtums im besetzten Elsass soll sie die NS-Ideologie Richtung Westen verbreiten und sogar die Pariser Sorbonne in den Schatten stellen.

      Die Fakultäten werden mit den besten Köpfen des Deutschen Reichs besetzt, dazu zählen der "Kronjurist" des Dritten Reichs Ernst Rudolf Huber und der Physiker und spätere Friedensforscher Carl Friedrich von Weizsäcker. An das komfortable Leben der Professoren und ihrer Familien im besetzten Straßburg erinnern sich Karin Esch, die Mutter der Autorin, und Elisabeth Raiser, Tochter von Carl Friedrich von Weizsäcker.

      In ihrem Film setzt sich die Autorin mit der Rolle ihres Großvaters als Dekan der Medizinischen Fakultät auseinander. Was hat ihr Großvater von den Verbrechen an seiner Fakultät gewusst? War er im nahegelegenen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, wo der Anatom August Hirt seine grausamen Menschenversuche durchführte?

      Der Film zeigt die Reichsuniversität auch als Ort des Widerstands. Elsässische Studenten um den Literaturstudenten Alphonse Adam wehren sich gegen die Zwangseinberufung der elsässischen Männer zur deutschen Wehrmacht. Dafür werden sie zum Tode verurteilt. Pélagie Simon, heute 89 Jahre alt, erzählt, wie ihr Bruder von der Gestapo verfolgt wurde und wie sie als junges Mädchen von seiner Hinrichtung erfuhr.

      Der Film ist die Auseinandersetzung der Filmemacherin mit der Familiengeschichte, erzählt anhand persönlicher Dokumente und Aussagen der Mutter der Autorin. Zugleich schildert die Dokumentation die Geschichte eines nationalsozialistischen Prestigeprojekts und die Beteiligung der geistigen Elite im Dritten Reich an grausamen Verbrechen.

      Geschichte im Ersten

      Film von Kirsten Esch

      Geschichte im Ersten

      Film von Kirsten Esch

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