• 27.08.2012
      01:15 Uhr
      Die Heinrichs aus Kasachstan "Der Weg meiner Famillie" - Thema: Familiengeschichten | tagesschau24
       

      Die Heinrichs - eine lebenslustige Großfamilie bei Detmold, unweit vom Hermanns-Denkmal, die zusammenhält wie Pech und Schwefel. Vier Generationen, die ein Autohaus betreiben, "das beste" schwärmen viele Kunden, "tüchtige Leute, die kriegen die älteste Kiste wieder flott." Woher sie kommen, weiß kaum jemand, die Heinrichs selbst sprechen so gut wie nie darüber.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 27.08.12
      01:15 - 02:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Heinrichs - eine lebenslustige Großfamilie bei Detmold, unweit vom Hermanns-Denkmal, die zusammenhält wie Pech und Schwefel. Vier Generationen, die ein Autohaus betreiben, "das beste" schwärmen viele Kunden, "tüchtige Leute, die kriegen die älteste Kiste wieder flott." Woher sie kommen, weiß kaum jemand, die Heinrichs selbst sprechen so gut wie nie darüber.

       

      Hans Heinrichs, der Seniorchef, ist als Kind in Sibirien beinahe verhungert. Vaterlos wuchs er auf in einer Baracke, "mit den Liedern der Wölfe." Seine Frau Lina war einmal Weltmeisterin im Schlange-Stehen in einer kasachischen Stadt namens Dshambul. Ihre Eltern Jakob und Irene sind in der Ukraine aufgewachsen, am Strom Dnjepr. Die Heinrichs haben eine wahre Odyssee hinter sich, zum ersten Mal reden sie von ihrer Vergangenheit. Der Film folgt den Spuren der dramatischen Familiengeschichte: von der Siedlung der Vorfahren, die aus Westpreußen in die Ukraine, an den Djnepr, kamen, bis zum Untergang der deutschen Dörfer im Zweiten Weltkrieg, der Flucht in den Westen, über die Verschleppung durch die Sowjetmacht 1945 gen Osten, in die sibirischen Wälder, von wo aus sie nach Stalins Tod in den warmen Süden Kasachstans ziehen. Nie verloren sie dabei die Hoffnung, eines Tages nach Deutschland ausreisen zu können. Darauf hofften und beteten sie viele Jahrzehnte, riskierten viel. Und als sie endlich 1978 das "gelobte Land" erreichten, konnten die Heinrichs kaum noch Deutsch. Noch einmal hieß es kämpfen: Sprache lernen, Existenz gründen. Sie waren voller Elan, waren fleißig, bescheiden, ergfolgreich und haben es schließlich geschafft. Doch es war unglaublich hart. Die drei Söhne von Hans und Lina, die im Lipperland aufwuchsen, hatten vor lauter Arbeit keine Kindheit, die Familie zerbrach beinahe daran.

      Sie sind in NRW zu Hause - und tragen noch eine andere, frühere Heimat im Herzen. Die neue Reihe "Der Weg meiner Familie" erzählt deutsche "Migrationsgeschichten", Geschichten von Familien, die als Deutsche ihre Heimat in Schlesien, in Rumänien, in Kasachstan verlassen haben. Freiwillig, aber keineswegs aus freien Stücken. Zu unterschiedlichen Zeiten - in den fünfziger, siebziger oder neunziger Jahren -, aber aus ähnlichen Motiven. Sie erzählen davon, was sie verloren, was sie mitgebracht und was sie neu gewonnen haben, Geschichten vom Weggehen und Ankommen, von Heimweh und neuen Perspektiven - und dem Leben mit dem langen Weg, den die Familie zurückgelegt hat.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 27.08.12
      01:15 - 02:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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