• 14.08.2012
      00:30 Uhr
      Europamagazin Moderation: Hendrike Brenninkmeyer | tagesschau24
       

      Themen:

      • Großbritannien: Olympiagewinner Boris Johnson
      • Schweden: Bergbau-Boom
      • Polen: Container-Ghettos
      • Irland: Rehabilitierung der Deserteure
      • Frankreich: Baumsterben am Canal du Midi

      Nacht von Montag auf Dienstag, 14.08.12
      00:30 - 01:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Großbritannien: Olympiagewinner Boris Johnson
      • Schweden: Bergbau-Boom
      • Polen: Container-Ghettos
      • Irland: Rehabilitierung der Deserteure
      • Frankreich: Baumsterben am Canal du Midi

       
      • Großbritannien: Olympiagewinner Boris Johnson

      Der notorische Selbstdarsteller Boris Johnson, Bürgermeister von London, nutzt die Olympischen Spiele gekonnt für sich selbst und versteht es, aus dem Sportereignis politisches Kapital zu schlagen. Selbst Anhänger von Labour erliegen seinem Charme. Für Johnson schließen sich urbane Liberalität und Erzkonservatismus nicht aus. Vielen gilt er schon als potentieller Nachfolger für den politisch glücklosen Premier David Cameron und als Retter der Konservativen. Vorläufiger Höhepunkt der olympischen Selbstinszenierung: Boris Johnson mit zwei britischen Flaggen in den Händen auf einer Seilrutsche im Victoria Park. Wie er in der Mitte der Strecke hängenblieb und minutenlang am Drahtseil baumelte wurde zum Hit auf Youtube und twitter. Was viele übersehen: hinter Glamour-Boris verbirgt sich ein rechter, europafeindlicher Konservativer.

      • Schweden: Bergbau-Boom

      Der Bürgermeister von Pajala hat Grund zur Freude. Seit einiger Zeit steigt die Einwohnerzahl wieder an, vor allem junge Menschen ziehen verstärkt an den Ort, 100 Kilometer nördlich des Polarkreises, an der Grenze zu Finnland. Der Grund sind die weltweit steigenden Rohstoffpreise und der damit wieder lukrative Eisenzerz-Tagebau. Ein internationaler Konzern hat bisher umgerechnet 110 Millionen Euro in Probebohrungen investiert, insgesamt drei Gruben sollen in den nächsten Jahren in Betrieb gehen, 800 Arbeitsplätze entstehen. Noch gibt es aber für die Stadtverwaltung viel zu tun, damit sich die Menschen in der unwirtlichen Region auch wohlfühlen. Neben attraktivem Wohnraum müssen auch Kultureinrichtungen und Freizeitmöglichkeiten geschaffen werden.

      • Polen: Container-Ghettos

      Sosnowiec liegt in einer Bergbauregion, in der etliche Zechen schließen müssen. Viele Einwohner sind daher in finanzielle Schwierigkeiten geraten, haben Schulden und Mietrückstände. In letzter Konsequenz folgte am Ende oft der Rauswurf aus der Wohnung. Die Stadt muss sich um die Menschen kümmern, weil aber Sozialwohnungen knapp sind, werden die Betroffenen in einem Containerdorf untergebracht - unter unzumutbaren Lebensbedingungen. Im Sommer extrem heiß, im Winter eiskalt, bei Regen feucht und schimmlig. Eng ist es sowieso. Die Bewohner sprechen von einem Ghetto und fühlen sich erniedrigt und ausgegrenzt. Und Sosnowiec ist nicht der einzige Ort in Polen, wo wohnungslos gewordene Menschen in Container-Dörfer abgeschoben werden.

      • Irland: Rehabilitierung der Deserteure

      Tausende irische Soldaten kämpften im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit den Briten gegen Hitler-Deutschland. Die irische Armee war damals neutral. Deshalb desertierten fast 5000 Iren, um freiwillig mit dem verhassten Nachbarn Großbritannien gegen den Faschismus zu kämpfen. Doch nach ihrer Rückkehr erwarteten sie in der Heimat keine Medaillen. Sie wurden unehrenhaft aus der Armee entlassen, ihre Pensionsansprüche gestrichen und einige mussten sich wegen Fahnenflucht sogar vor einem Militärgericht verantworten. Eine Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, die heldenhaften Deserteure zu rehabilitieren. Gerade erst hat sich Verteidigungsminister Alan Shatter bei den Kriegsveteranen entschuldigt und noch dieses Jahr sollen sie offiziell rehabilitiert werden.

      • Frankreich: Baumsterben am Canal du Midi

      Über 240 Kilometer erstreckt sich der Canal du Midi wie ein grünes Band von Toulouse bis zum Mittelmeer. 1681 fertiggestellt, war der Kanal früher ein wichtiger Transportweg, heute drängen sich hier die Hausboote der Touristen - um die 10.000 im Jahr. Im 18. Und 19. Jahrhundert wurden an den Ufern mehr als 40.000 Platanen gepflanzt. Doch seit 2005 sind die Bäume von einem Pilz befallen, der sich unaufhörlich von Baum zu Baum fortsetzt, vor allem über die Wurzeln, die den Kanal durchziehen. Nichts half bisher, auch keine noch so starke Chemiekeule. Die befallenen Bäume müssen gefällt werden, über 1.300 sind bereits der Säge zum Opfer gefallen, 4000 weitere stehen auf der Liste. Auch die schlimmsten Befürchtungen könnten wahr werden: daß alle Platanen entlang des Kanals abgesägt werden müssen. Das Bild des Canal du Midi wird sich auf jeden Fall in den nächsten Jahren ziemlich verändern. Eine schreckliche Vorstellung für den Tourismus.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 14.08.12
      00:30 - 01:00 Uhr (30 Min.)
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      Stereo

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