• 11.08.2018
      01:00 Uhr
      Dienen bei der NVA Bis zum letzten Zapfenstreich | tagesschau24
       

      "Links um, rechts um, vorwärts marsch!", 34 Jahre lang dröhnten die zackigen Kommandos und Befehle über die Kasernenhöfe und Übungsgelände der DDR. 2,5 Millionen junge Männer haben seit ihrer Gründung im Jahre 1956 den grauen Waffenrock der NVA überstreifen müssen. Am 3. Oktober 1990 hörte die NVA auf zu bestehen.
      Michael Erler betrachtet in der Dokumentation die Zeitspanne von Anfang der 1970er-Jahre bis zum letzten Zapfenstreich 1990, als die NVA zusammen mit dem Arbeiter- und Bauernstaat abgewickelt wurde.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 11.08.18
      01:00 - 01:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "Links um, rechts um, vorwärts marsch!", 34 Jahre lang dröhnten die zackigen Kommandos und Befehle über die Kasernenhöfe und Übungsgelände der DDR. 2,5 Millionen junge Männer haben seit ihrer Gründung im Jahre 1956 den grauen Waffenrock der NVA überstreifen müssen. Am 3. Oktober 1990 hörte die NVA auf zu bestehen.
      Michael Erler betrachtet in der Dokumentation die Zeitspanne von Anfang der 1970er-Jahre bis zum letzten Zapfenstreich 1990, als die NVA zusammen mit dem Arbeiter- und Bauernstaat abgewickelt wurde.

       

      "Links um, rechts um, vorwärts marsch!", 34 Jahre lang dröhnten die zackigen Kommandos und Befehle über die Kasernenhöfe und Übungsgelände der DDR. 2,5 Millionen junge Männer haben seit ihrer Gründung im Jahre 1956 den grauen Waffenrock der NVA überstreifen müssen. Am 3. Oktober 1990 hörte die NVA auf zu bestehen.

      Michael Erler betrachtet in der Dokumentation die Zeitspanne von Anfang der 1970er-Jahre bis zum letzten Zapfenstreich 1990, als die NVA zusammen mit dem Arbeiter- und Bauernstaat abgewickelt wurde. Anfang der 1970er-Jahre war die NVA zu einer relativ schlagkräftigen, modernen Armee im Rahmen der östlichen Militärkoalition herangewachsen. Unter Honecker, der 1971 zum obersten Dienstherren der NVA aufgestiegen war, avancierte die NVA schließlich zu einer Art Musterschüler der Sowjet-Armee. Neue Kasernen, neue Waffensysteme, Verbesserung der Besoldung.

      Dennoch: Das Image der NVA war nicht das Beste. Die Bereitschaft länger zu dienen als die 18 Monate war nicht sehr verbreitet. Das Wort "Ehrendienst" war für die wenigsten ein Argument, anderes erwies sich als wirksamer. Wer bereit war drei Jahre zu dienen hatte z.B. mehr Chancen bei der Vergabe der knappen Studienplätze.

      Mit den Problemen in der Volkswirtschaft rückten die Soldaten immer öfter aus, um höchst zivile Schlachten zu schlagen. Winterschlacht in der Braunkohle, Ernteschlacht auf den Getreidefeldern und Kartoffeläckern. Anfang der 1980er-Jahre droht der Ernstfall im Zusammenhang mit der Demokratie-Bewegung in Polen. Im Dezember 1980 werden NVA-Verbände in erhöhte Gefechtsbereitschaft versetzt.

      Neun Jahre später, im Herbst 1989, werden NVA-Truppenteile erneut auf einen Ernstfall vorbereitet. Diesmal sollen sie sogar gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden. Aber dazu kommt es nicht. Die Ereignisse überschlagen sich, auch innerhalb der NVA. Polit-Offiziere werden offen attackiert. Es kommt zu Streiks und Befehlsverweigerungen. Im März 1990 wird schließlich Rainer Eppelmann, ein Zivilist und ehemaliger Spatensoldat, Minister für Abrüstung und Verteidigung. Im Juli 1990 wird noch ein neuer Fahneneid eingeführt. Doch wenige Monate später werden alle Soldaten aus dem geleisteten Eid entlassen. Mit der DDR hört auch die NVA auf zu bestehen.

      (MDR 11.02.2003)

      "Links um, rechts um, vorwärts marsch!", 34 Jahre lang dröhnten die zackigen Kommandos und Befehle über die Kasernenhöfe und Übungsgelände der DDR. 2,5 Millionen junge Männer haben seit ihrer Gründung im Jahre 1956 den grauen Waffenrock der NVA überstreifen müssen. Am 3. Oktober 1990 hörte die NVA auf zu bestehen.

      Michael Erler betrachtet in der Dokumentation die Zeitspanne von Anfang der 1970er-Jahre bis zum letzten Zapfenstreich 1990, als die NVA zusammen mit dem Arbeiter- und Bauernstaat abgewickelt wurde. Anfang der 1970er-Jahre war die NVA zu einer relativ schlagkräftigen, modernen Armee im Rahmen der östlichen Militärkoalition herangewachsen. Unter Honecker, der 1971 zum obersten Dienstherren der NVA aufgestiegen war, avancierte die NVA schließlich zu einer Art Musterschüler der Sowjet-Armee. Neue Kasernen, neue Waffensysteme, Verbesserung der Besoldung.

      Dennoch: Das Image der NVA war nicht das Beste. Die Bereitschaft länger zu dienen als die 18 Monate war nicht sehr verbreitet. Das Wort "Ehrendienst" war für die wenigsten ein Argument, anderes erwies sich als wirksamer. Wer bereit war drei Jahre zu dienen hatte z.B. mehr Chancen bei der Vergabe der knappen Studienplätze.

      Mit den Problemen in der Volkswirtschaft rückten die Soldaten immer öfter aus, um höchst zivile Schlachten zu schlagen. Winterschlacht in der Braunkohle, Ernteschlacht auf den Getreidefeldern und Kartoffeläckern. Anfang der 1980er-Jahre droht der Ernstfall im Zusammenhang mit der Demokratie-Bewegung in Polen. Im Dezember 1980 werden NVA-Verbände in erhöhte Gefechtsbereitschaft versetzt.

      Neun Jahre später, im Herbst 1989, werden NVA-Truppenteile erneut auf einen Ernstfall vorbereitet. Diesmal sollen sie sogar gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden. Aber dazu kommt es nicht. Die Ereignisse überschlagen sich, auch innerhalb der NVA. Polit-Offiziere werden offen attackiert. Es kommt zu Streiks und Befehlsverweigerungen. Im März 1990 wird schließlich Rainer Eppelmann, ein Zivilist und ehemaliger Spatensoldat, Minister für Abrüstung und Verteidigung. Im Juli 1990 wird noch ein neuer Fahneneid eingeführt. Doch wenige Monate später werden alle Soldaten aus dem geleisteten Eid entlassen. Mit der DDR hört auch die NVA auf zu bestehen.

      (MDR 11.02.2003)

      Film von Michael Erler

      Film von Michael Erler

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 11.08.18
      01:00 - 01:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.08.2019