• 05.11.2011
      18:00 Uhr
      Grenzgebiet! Sperrzone! (1/2) Unbekanntes aus Mitteldeutschland | tagesschau24
       

      1952: Die DDR beschließt die völlige Abriegelung der innerdeutschen Grenze. Quer durch Landschaften, Städte und Orte ziehen sich 1.400 km Grenzanlagen.

      Samstag, 05.11.11
      18:00 - 18:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      1952: Die DDR beschließt die völlige Abriegelung der innerdeutschen Grenze. Quer durch Landschaften, Städte und Orte ziehen sich 1.400 km Grenzanlagen.

       

      Das Leben in Grenznähe, im sogenannten Sperrgebiet, wird sehr beschwerlich. Passierscheine, Sperrstunden und Versammlungsverbot sind nur einige der Auflagen, die die Bewohner zu beachten haben. Mitten im Sperrgebiet, in Billmuthausen, betrieben Gerhard Altmanns Eltern eine Mühle, die für die umliegenden Ortschaften von großer Bedeutung war. Doch schon kurz nach Ende des Krieges blieben die Kunden aus den westlichen Dörfern aus. Jahrhundertelang war die Mühle im Besitz der Familie gewesen. Mit der Grenzziehung wurden die Mühle und damit eine Familientradition für immer zerstört.

      Eine neue Familie wuchs dagegen in Hötensleben heran. Achim Walther zog der Liebe wegen von Frankfurt/Oder ins Sperrgebiet und erlebte Zeiten des Glücks, aber auch der Angst. "Und diese Angst, deportiert zu werden, war deshalb so bedrohlich, weil es keine Ankündigungen und keine Angabe von Gründen gab. Es konnte jeden treffen!" Die Eltern von Clemens Perschke aus Hötensleben trifft es 1952. Zwangsdeportation. "Vater ist zusammengebrochen, Mutter stand wie eine Leiche in der Ecke, käsebleich, und wusste nichts mehr mit sich anzufangen ... und ich stand praktisch dazwischen. Mir sind die Tränen gelaufen und gelaufen." Clemens Perschke bleibt zurück und muss den Familienbetrieb - ein Schuhgeschäft - ganz allein weiterführen. Bis er eines Tages verhaftet wird.

      Unbehagen lösen die vielerorts stationierten Grenztruppen aus, doch manchmal auch eine Unruhe der ganz besonderen Art. Wolfgang Schlicht erinnert sich lebhaft an das Buhlen um die besten Mädchen und manch handfeste Auseinandersetzung zwischen Grenzern und Einheimischen auf den Dorffesten rund um Lobenstein oder im Südharz. Neben den Fluchtwilligen, die die DDR in Richtung Bundesrepublik verlassen, gibt es auch Menschen, die den umgekehrten Weg nehmen. Der aus Ostpreußen vertriebene Erhard Kurbiuhn geht noch vor dem Mauerbau in die DDR, wird in Zittau sesshaft. Schon bald merkt er, dass ihm das Leben im sozialistischen Staat gegen den Strich geht. Doch in dem Moment, wo er ernsthaft an Rückkehr in den Westen denkt, macht ihm die Geschichte einen Strich durch die Rechnung - es ist August 1961.

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      Samstag, 05.11.11
      18:00 - 18:45 Uhr (45 Min.)
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