• 25.05.2018
      00:30 Uhr
      Weltbilder Moderation: Julia-Niharika Sen | tagesschau24
       

      Themen:

      • USA: Verlorene Jugend in Chicago
      • Kongo: Als Traumatherapeutin im Bürgerkrieg
      • China: Bedrohte Freiheit in Hongkong
      • Polen: Nationalismus auf dem Vormarsch

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 25.05.18
      00:30 - 01:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • USA: Verlorene Jugend in Chicago
      • Kongo: Als Traumatherapeutin im Bürgerkrieg
      • China: Bedrohte Freiheit in Hongkong
      • Polen: Nationalismus auf dem Vormarsch

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Stefanie Röhrig
      Moderation Julia-Niharika Sen
      Redaktionelle Leitung Christiane Justus
      Redaktion Nicole Bölhoff
      Daniel Satra
      • USA: Verlorene Jugend in Chicago

      Ein kurzes Leben auf der Überholspur, danach gibt es meist eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten: Tod oder Knast. So beschreibt George das Leben hier im Gang-Vorort von Chicago: "Das ist die Wahl, die du in West Side hast. Ich habe mich für das schnelle Geld entschieden." Aus Angst vor seinen Rivalen ist er immer bewaffnet. Chicago hat ein massives Gewaltproblem: In keiner anderen US-amerikanischen Stadt werden in absoluten Zahlen so viele Menschen erschossen. 2016 erreichte die Stadt einen traurigen Höchststand seit 20 Jahren: 762 Tote. Es sind vor allem Jugendliche, Afroamerikaner und Latinos, die Opfer von Gang-Kriminalität und Drogenkrieg werden. Sie wachsen auf mit Vätern, die oft im Knast sind, und alleinerziehenden Müttern, die selbst mit drei Jobs kaum ihre Kinder durchbringen können. Wer hier groß wird, gerät schnell an die falschen Helden.

      • Kongo: Als Traumatherapeutin im Bürgerkrieg

      Bukavu ist wunderschön gelegen am Kivusee. Ein Paradies, wenn die Stadt nicht ausgerechnet im Ostkongo läge, einer Region, in der unvorstellbare Verbrechen geschehen. Vergewaltigungen werden dort systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Seit 1996 tobt im Ostkongo ein unerbittlicher Krieg. Es geht um Bodenschätze, mit denen weltweit viel Geld verdient wird. Doch von diesem Geld sehen die Opfer im Ostkongo nichts. Die Traumatherapeutin Thérèse Mema Mapenzi hört den Frauen zu. Sie fährt auch regelmäßig in die Dörfer rund um Bukavu, um Opfern von Massenvergewaltigungen zu helfen. Aber Frauen sind nicht die einzigen Opfer in der zerrissenen Gesellschaft. Es leiden vor allem auch die Kinder. So wie Clarisse, deren Familie sie jahrelang gequält hat. Ihr wurde eingeredet sie sei eine Hexe. Dass Clarisse überhaupt zur Therapeutin Thérèse kommt, ist schon ein kleines Wunder. Mit ihrer Hilfe lernen die verstoßenen Kinder wieder zu tanzen, wieder Freude am Leben Pressetext hinzugefügt zu empfinden. Momente des Friedens, mitten im Krieg.

      • China: Bedrohte Freiheit in Hongkong

      Hongkong, einst britische Kolonie im Herzen Chinas mit westlicher Lebensart, Freiheitsrechten und Demokratie. Um all diese Werte macht sich Michael Tsang Sorgen. Der Banker hat seinen Job gekündigt und gibt auf Rundgängen politische Einblicke in seine Stadt. Wie lange wird es sie noch geben, die freie Atmosphäre? Am 30. Juni 1997 ging die Kronkolonie über in den Besitz von China. Die Volksbefreiungsarmee marschierte in die Stadt ein. Seitdem spüren die Menschen, dass die Regierung in Peking mehr und mehr die Fäden in der Hand hält. Doch es regt sich Widerstand, auf den die Welt im Jahr 2014 zum ersten Mal aufmerksam geworden ist. Bei den sogenannten Regenschirmprotesten demonstrierten Studenten und Schüler für freie Wahlen und Demokratie und legten das Zentrum von Hongkong für mehrere Wochen lahm. Michael ist darauf stolz und macht weiter. Mit seinen Mitteln. Auf Stadtrundgängen lässt er Touristen teilhaben an den Sorgen, die er um Hongkong hat: Wie geht es weiter mit der Stadt, die mehr und mehr unter Druck der chinesischen Führung kommt? Ein Kamerateam begleitet ihn auf der Tour in die Seele der Stadt.

      • Polen: Nationalismus auf dem Vormarsch

      Die Regierung in Warschau hat neue Heldenfiguren ausgegeben. Die sogenannten verfemten Soldaten. Männer, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Wäldern angeblich weiter für die Unabhängigkeit im von den Sowjets besetzten Polen kämpften. De facto waren einige dieser Männer Mörder und Banditen, die oft ganze Dörfer niedergebrannt hatten. Aber für den neuen Heldenkult der nationalkonservativen Regierung spielt das offenbar keine Rolle. Diese Neuinterpretation der Geschichte Polens macht auch vor den Museen nicht halt. Als im Sommer 2017 in Danzig das Museum des Zweiten Weltkriegs eröffnet wurde, musste der Direktor wenig später das Feld räumen. Sein Konzept passte der Regierung nicht. Seit er gegen seine Entlassung geklagt hat, wird er von der Regierung verfolgt. Selbst seine Familie wurde von der Geheimpolizei verhört. Sein Verbrechen: Sein Museum war nicht patriotisch genug, zeigte keinen polnischen Heroismus. Stattdessen betont es das Grauen des Krieges.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 25.05.18
      00:30 - 01:00 Uhr (30 Min.)
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