• 25.08.2010
      06:00 Uhr
      Zu früh geboren Ein Arzt kämpft um die Kleinsten | tagesschau24
       

      Jedes zehnte Kind in Deutschland wird zu früh geboren. Tendenz weiter steigend. Die Gründe für den Zuwachs liegen ausgerechnet im medizinischen Fortschritt: Heute überleben 90 von 100 "Frühchen" - jedes sechste bleibt allerdings behindert.

      Mittwoch, 25.08.10
      06:00 - 06:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Jedes zehnte Kind in Deutschland wird zu früh geboren. Tendenz weiter steigend. Die Gründe für den Zuwachs liegen ausgerechnet im medizinischen Fortschritt: Heute überleben 90 von 100 "Frühchen" - jedes sechste bleibt allerdings behindert.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Nadja Frenz

      Der Film "Zu früh geboren" begleitet den Kinderarzt Holger Wiedemann bei seiner Arbeit auf der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation im AK Altona in Hamburg. Oft muss der 39-jährige Oberarzt Entscheidungen treffen, die nicht nur die Leben der kleinen Kinder beeinflussen, sondern auch das der Eltern komplett auf den Kopf stellen.
      Der Umgang mit Kindern, die in der 22. und 23. Woche geboren wurden, liegt in Deutschland in einem gesetzlichen Graubereich: Ihr Leben muss nicht um jeden Preis erhalten werden. In solchen Fällen spricht Dr. Wiedemann mit den Eltern, um herauszufinden, wie sie ggf. mit Behinderungen zurechtkommen würden. "Wenn Eltern ein Kind unbedingt haben wollen, dann versucht man eben auch alles zu tun, was medizinisch möglich ist." Aber er hat auch schon durchaus Fälle erlebt, wo die Eltern auf gar keinen Fall ein behindertes Kind wollten und dann wird es oft sehr schwer, auf lebenserhaltende Maßnahmen zu verzichten.
      Eine Arbeit im täglichen Ausnahmezustand: Ab der 24. Schwangerschaftswoche müssen alle Mittel der Intensiv-Versorgung genutzt werden, um das Leben eines Kindes zu erhalten, egal zu welchem Preis für das Kind oder die Eltern.
      Der Film begleitet Dr. Wiedemann nicht nur bei seiner aufreibenden Arbeit, sondern auch in seiner Familie: Er ist verheiratet mit einer Intensiv-Kinderkrankenschwester, die er vor einigen Jahren auf der Station kennengelernt hat. Die beiden haben drei Kinder.
      Auf derselben Station wie Dr. Wiedemann arbeitet auch Schwester Jennifer Dettmann. Auch sie macht ihre Arbeit mit großer Leidenschaft. "Die Leute, die hier arbeiten, machen das aus Überzeugung und Berufung, sicherlich nicht wegen der schlechten Bezahlung und des aufreibenden Schichtdienstes." Der tägliche Umgang mit den Eltern ist nicht immer unproblematisch. Ihre Erfahrung: Je kleiner und je kranker ein Kind ist, desto unkomplizierter ist das Verhältnis zu den Eltern. Je gesünder und größer die Kinder sind, desto schwieriger und konfliktreicher kann das Verhältnis werden.

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      Mittwoch, 25.08.10
      06:00 - 06:30 Uhr (30 Min.)
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