• 11.03.2010
      07:15 Uhr
      Terror, Tränen, Träume Nordirland nach dem Frieden | tagesschau24
       

      Ein Friedensvertrag macht noch keinen Frieden: Als Republikaner und Unionisten in Nordirland 1998 beschlossen, das gegenseitige Morden einzustellen, jubelte die Welt.

      Donnerstag, 11.03.10
      07:15 - 07:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
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      Ein Friedensvertrag macht noch keinen Frieden: Als Republikaner und Unionisten in Nordirland 1998 beschlossen, das gegenseitige Morden einzustellen, jubelte die Welt.

       

      Das Karfreitags-Abkommen - ein Vorbild-Frieden für andere Konflikte, der schnell aus den Schlagzeilen verschwand. Doch in Nordirland leiden viele Menschen noch immer unter den Folgen der jahrzehntelangen Unruhen – bis heute.

      Noch immer regieren in manchen Regionen alte loyalistische oder republikanische Strukturen: Mache früheren IRA-Terroristen sind heute einflussreiche Kriminelle - die lokale Mafia. Den Mord am 21-jährigen Paul Quinn im ländlichen Bezirk Armagh zum Beispiel hat ein solches Netzwerk verübt – aber niemand traut sich, gegen die Hintermänner auszusagen. Und noch immer behandeln Ärzte in Londonderry regelmäßig die Opfer von sogenannten "Punishment Beatings": Strafaktionen, mit denen IRA und loyalistische Terrorgruppen gleichermaßen über Drogendealer oder Diebe richten. Zerschossene Kniescheiben – bis heute eine häufige Verletzung.

      Abgeschlossen mit den „Troubles“ haben auch die Hinterbliebenen der Opfer des Bombenanschlages von Omagh nicht: 29 Menschen starben, als die Bombe keine vier Monate nach dem Karfreitags-Abkommen explodierte. Verurteilt wurde bis heute niemand, dabei werden die Namen der Täter immer wieder genannt. Oder die Schulkinder der Holy-Cross-Schule in Belfast: Den 400 Meter langen Schulweg legen sie im Schulbus zurück, denn die katholischen Kinder müssten sonst durch ein protestantisches Viertel laufen. Zu gefährlich, meinen ihre Eltern.

      Björn Staschen und das Team des ARD Studios London haben Nordirland in den vergangenen Jahren regelmäßig bereist. Sie haben Menschen getroffen, die an den Friedensvertrag glauben. Aber auch solche, die frustriert sind von mangelnden Fortschritten der Politik – und verängstigt von alltäglicher Gewalt in Wohnsiedlungen, die noch immer von 16 Meter hohen Zäunen zerschnitten werden: auf der einen Seite Katholiken, auf der anderen Protestanten. Nachbarn, die sich auch Jahre nach dem Friedensvertrag weder kennen noch kennenlernen wollen.

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