• 11.03.2010
      05:30 Uhr
      Auf Schicht - Ein Leben für Autos und Motoren tagesschau24
       

      Nicht Ingenieure bauen Autos, sondern Schweißer, Schlosser und Werkzeugmacher. "Opelaner" und "Fordler", Männer und Frauen, erzählen die Geschichte des Autobaus an Rhein und Ruhr gewissermaßen "von unten".

      Donnerstag, 11.03.10
      05:30 - 06:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Nicht Ingenieure bauen Autos, sondern Schweißer, Schlosser und Werkzeugmacher. "Opelaner" und "Fordler", Männer und Frauen, erzählen die Geschichte des Autobaus an Rhein und Ruhr gewissermaßen "von unten".

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Dennis Wells

      Sie erinnern sich daran, wie sie mit zentnerschweren Schweißzangen Autos am Fließband produzierten, wie sie Motoren zum Laufen brachten, oder wie die erste weibliche Meisterin gegen Vorurteile kämpfen musste. Bevor die Autobauer allerdings mit ihrer eigentlichen Arbeit anfangen konnten, mussten sie in Bochum erst einmal ihr eigenes Werk aufbauen. In Rekordzeit stampfte Opel dort 1962 ein Werk aus dem Boden. Kaum jemand traute der zusammengewürfelten ersten Belegschaft wirklich zu, von Anfang an im Autobau mithalten zu können. Doch die ersten Kadetts, die vom Band liefen, bewiesen das Gegenteil. Die Presse schwärmte von ihrer Verarbeitungsqualität. Fortan war man im Ruhrgebiet genauso stolz auf die "Opelaner" wie auf die Bergleute und die Stahlkocher. Der Kadett wurde, genauso wie der Ford Taunus aus dem Kölner Ford-Werk, in der autobegeisterten Bundesrepublik zum Verkaufsschlager, und wer damals als Autobauer arbeitete, verdiente gutes Geld. Doch die goldenen Zeiten währten nicht lange. Anfang der Achtziger Jahre hielten die Roboter Einzug in die Werkshallen. Arbeitsplätze verschwanden, aber nicht wenige Arbeiter waren auch froh, die harte körperliche Arbeit nicht mehr machen zu müssen. Die Arbeiter der ersten Generation sind nun selbst "Oldtimer" und viele schon im Ruhestand. Ganz können sie trotzdem nicht von Autos und Motoren lassen, und mancher sieht sogar in seinem Werk noch regelmäßig nach dem Rechten. Dass auch die Autobranche heute in den Sog der weltweiten Krisen gerät, erfüllt sie mit Sorge. In ihrem Arbeitsleben war das nie ein Thema.

      "Auf Schicht" erzählt die Industriegeschichte Nordrhein-Westfalens aus Sicht derer, die das Land aufgebaut haben. Schauplatz der Dokumentationen sind große Konzerne und Unternehmen des Landes. Doch es ist nicht der Blickwinkel der Besitzer und Manager in der Chefetage, der am meisten interessiert, sondern die Perspektive der arbeitenden Männer und Frauen in den Fabrikhallen, an den Fließbändern und Nähmaschinen. In vielen Fällen haben sich Menschen über Generationen mit "ihrem" Unternehmen, "ihrer" Firma, "ihrer" Hütte oder Zeche identifiziert, waren stolz auf den wirtschaftlichen Erfolg und in Krisenzeiten loyal. Sie haben ein Stück Leben an ihrem Arbeitsplatz verbracht und diese Bindung an Kinder und Enkel weitergegeben. In der mehrteiligen Dokumentationsreihe kommen sie mit ihrer privaten, persönlichen Erinnerung an die Wirtschaftsgeschichte des Landes zu Wort. Sie erzählen, was ihr Unternehmen für sie und ihre Familie bedeutet hat - und was davon heute noch übrig ist. Nach der Stahl- und der Textilindustrie stehen nun Chemie und Autos im Mittelpunkt.

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      Donnerstag, 11.03.10
      05:30 - 06:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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