• 08.02.2010
      07:30 Uhr
      Liebe an der Macht (1) Michelle und Barack Obama | tagesschau24
       

      "Ich möchte jetzt mit derjenigen tanzen, die mich hierher gebracht hat, mit der Liebe meines Lebens. Sie kann alles, was ich kann - nur, dass sie dabei auch noch hohe Absätze trägt."

      Montag, 08.02.10
      07:30 - 08:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "Ich möchte jetzt mit derjenigen tanzen, die mich hierher gebracht hat, mit der Liebe meines Lebens. Sie kann alles, was ich kann - nur, dass sie dabei auch noch hohe Absätze trägt."

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Francesca D'Amicis
      Petra Höfer
      Freddie Röcke

      Dieser Satz von Barack Obama, gerade eben zum Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt, hatte das Zeug für eine Hollywood-Inszenierung und klang wie aus einem Drehbuch.
      Seit den Kennedys hat es kein politisches Paar mehr gegeben, das so viel Sympathie und Interesse auf sich gezogen hätte. Und Präsident Barack und First-Lady Michelle Obama sind dabei noch viel präsenter, glamouröser und nahbarer, als es die Kennedys jemals sein konnten. Nicht nur die amerikanische Nation, sondern die Klatschspalten der gesamten westlichen Welt befassen sich spätestens seit Obamas Amtsantritt vor einem Jahr mit solch wichtigen Fragen, wie: Hat sich das Traumpaar zum ersten Mal in einer Eisdiele geküsst oder im Kino, beim Kultfilm "Do the right thing"?
      Nie zuvor war ein Wahlkampf für einen Spitzenpolitiker so massiv auf seine Liebesbeziehung zu seiner Frau abgestimmt worden, nie zuvor stand eine amerikanische Präsidenten-Gattin so rigoros mit zur Wahl wie Michelle Obama. Nie zuvor dürfte ein Kandidat so sehr von den Pluspunkten profitiert haben, die er durch seine Frau, seine Familie und deren schier unglaublichen Sympathie-Bonus mobilisieren konnte.
      Die Highheels, die hohen Absätze, die der frisch gekürte Präsident Barack Obama als Unterscheidungs-Merkmal zu seiner Frau gepriesen hatte, würde die fast 1,80 Meter große Michelle nicht brauchen, um auch ohne ihren Mann weit aus der Masse herauszuragen.
      Michelle, die aus einfachen Verhältnissen des berühmten Chicagoer Stadtteils South Side stammt, hat im Laufschritt die weißen Elite-Universitäten Princeton und Harvard gestürmt und anschließend den Sprung in einen hoch bezahlten Anwaltsjob in einer der wichtigsten Kanzleien des Landes geschafft.
      "Wir alle", erzählt Michelles Schulkamerad Joe Dudley, "haben mit großen Erwartungen leben müssen. Man hat von uns erwartet, dass wir es schaffen." Heute ist Michelle Obama die Frau des mächtigsten Mannes der Welt.
      Doch auf dem Weg dorthin hat sie zurückstecken müssen, wie Millionen von Frauen, die ein ähnliches Potenzial wie ihre Männer haben. Nach der Geburt der ersten Tochter saß Michelle allein zu Hause, mit dem typischen Tagesablauf junger Mütter, die sich unter größter Kraftanstrengung noch einen Rest vom eigenen Beruf retten. Der kleine Unterschied: Michelle bestritt in dieser Zeit das Familien-Einkommen, weil Barack sein sicheres Gehalt als Sozialarbeiter längst für den politischen Aufstieg aufgegeben hatte. Als er eine wichtige Wahl verlor, war die Krise perfekt. "Es war knapp", sagt ein Freund. Das heutige Traumpaar hätte sich um ein Haar getrennt. Bis die Welt plötzlich begann, an Obamas Traum zu glauben.
      "Liebe an der Macht" versucht eine Bestandsaufnahme des raketenhaften Aufstiegs der Obamas - nicht nur ins Weiße Haus: Die beiden wurden auch zum Rollenmodell für Aber-Millionen von Paaren, die dem Zauber des scheinbar für Hollywood erfundenen Präsidenten-Paares nur allzu gern erliegen möchten. "Sie sind jenseits aller Politiker", sagt Vanity-Fair-Autor Michael Wolff. Und CBS-Star-Journalist Steve Kroft, der die Obamas mehrfach für seine Sendungen getroffen und auch zu Hause besucht hat, gibt beinahe perplex zu: "Es gab keinen Unterschied, ob die Kameras an waren oder aus. Diese Verbundenheit zwischen den beiden war zu spüren, als sie das Studio betraten - bis sie wieder gegangen waren."
      Hinter dem spontanen, liebevollen Miteinander des Duos aber steht auch eine politische Image-Maschinerie. Früh in der Kampagne Obamas wurde von den Spin-Doktoren und Wahlkampf-Designern erkannt, welche Geheimwaffe die Paar-Beziehung von Barack und Michelle darstellt. Seither wurde vor allem an Michelles Auftritten minuziös gearbeitet.

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