• 15.05.2021
      07:45 Uhr
      Weltbilder Moderation: Julia-Niharika Sen | tagesschau24
       

      Themen:

      • China: Auslieferer am Limit
      • USA/Kanada: Wer impft die Trucker?
      • Italien: Kampf gegen die illegalen Müllhalden
      • Frankreich: Der Helfer, der sein Glück fand
      • Türkei: Die Frauen helfen sich selbst

      Samstag, 15.05.21
      07:45 - 08:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • China: Auslieferer am Limit
      • USA/Kanada: Wer impft die Trucker?
      • Italien: Kampf gegen die illegalen Müllhalden
      • Frankreich: Der Helfer, der sein Glück fand
      • Türkei: Die Frauen helfen sich selbst

       
      • China: Auslieferer am Limit

      Wang springt von seinem Roller und rennt ins Bürogebäude. Er muss so schnell wie möglich sein Essenspaket ausliefern, sonst bekommt er Abzüge beim Lohn, im schlimmsten Fall darf er drei Tage nicht arbeiten. Ein Algorithmus weist ihm Routen und Stationen zu. Alles im Laufschritt. Wang ist auf das Geld angewiesen. 50 Lieferungen am Tag bringen ihm gerade mal umgerechnet 50 Euro. Der Familienvater muss sich ein zehn Quadratmeter großes Zimmer mit einem anderen Wanderarbeitenden teilen. Alles Geld schickt er zu seiner Frau und den drei Kindern. Wang ist einer von sieben Millionen Essensauslieferern in China. Mit Corona ist ihre Zahl gewachsen, der Börsenkurs gestiegen. Doch die Arbeitsbedingungen haben sich verschlechtert. Wer aber aufbegehrt, sich organisiert, die wenigen Leute, die es versucht haben, landeten im Knast.

      • USA/Kanada: Wer impft die Trucker?

      Sie gehören zu den Helden der Pandemie: Trucker, die zwischen Kanada und den USA ihre Waren transportieren. Ohne sie wäre das Leben im Homeoffice für viele sehr viel entbehrungsreicher geworden. Adam ist einer von ihnen. Von Winnipeg in der kanadischen Provinz Manitoba aus fährt er quer durch die ganze USA. Weil in Kanada der Impfstoff knapp ist und in den USA seit Kurzem Überfluss herrscht, gibt es eine unkomplizierte Nachbarschaftshilfe. Zur Freude von Adam: "Ich bin ganz schön aufgeregt. Ich habe schon lange gehofft, den Impfstoff zu bekommen. Meine Frau ist schon geimpft, weil sie im Krankenhaus arbeitet. Jetzt warte ich auf meine." Die Grenze zwischen Kanada und den USA ist seit über einem Jahr vollständig geschlossen. Nur die unentbehrlichen Lastwagenfahrer*innen werden durchgelassen, auch ohne Impfung. Die ungleiche Impfstoffverteilung auf beiden Seiten hat hoch im Norden der USA den Nachbarschaftsgeist ganz neu belebt. North Dakota hilft jetzt den kanadischen Freunden aus mit Impfdosen aus dem eigenen Bestand und trotz Exportstopp. Es ist nur eine kleine Geste in einem großen Kontinent. Aber für Adams Leben verändert sie alles zum Besseren. Die Impfung wartet an der nächsten Autobahnausfahrt auf dem Rastplatz nicht weit von der Grenze. Von Mittwoch bis Freitag können hier alle kanadischen Trucker*innen vorbeikommen, um sich den begehrten Stoff zu holen. Endlich.

      • Italien: Kampf gegen die illegalen Müllhalden

      Für Marzia ist jeder neue Tag seit Jahren ein Kampf um Gerechtigkeit. Ihr Sohn Antonio war neun Jahre alt, als er 2013 an einem Gehirntumor gestorben ist. Nun lebt sie allein in der Wohnung nördlich von Neapel? Sie zeigt Bilder von Antonio. Etliche, vor allem Kinder, sind im sogenannten "Land des Feuers" an Krebs gestorben. Es ist altbekannt und nur teils aufgeklärt: jahrzehntelange Komplizenschaft zwischen der Mafia und Unternehmen, in vielen Teilen des Landes wurde gefährlicher Giftmüll vergraben und auch verbrannt. Die Folgen: Umweltverschmutzung, Wasservergiftung. Eine Studie des Gesundheitsinstituts der Regierung stellt erstmals einen Zusammenhang her zwischen der Umweltverschmutzung und gesundheitlichen Schäden, in Auftrag gegeben von der Staatsanwaltschaft. Untersucht wurden 38 von 91 betroffenen Gemeinden. Marzia und andere Mütter arbeiten in einer Elterninitiative. Sie helfen Familien, in denen es Krebserkrankungen gibt. Sie unterstützen sie mit Essen und Medikamenten. Gerade der Süden soll ein Fokus der neuen Regierung werden. Die Menschen vor Ort, wie Marzia, nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand.

      • Frankreich: Der Helfer, der sein Glück fand

      Alexandre Durand ist der Mann für alle Fälle und packt an: schnell, präzise, zuverlässig. Lebensmittel, Möbel, Werkzeug, alles, was gebraucht wird, schafft Alexandre mit seinem Lkw in eine kleine Stadt im Alpental. Es geht über eine holprige Behelfspiste. Die eigentliche Straße ist zerstört seit einem Sturmtief vor sechs Monaten. Alexandre hatte die Bilder im Fernsehen gesehen und einen Entschluss gefasst: Er macht sich auf den Weg per Anhalter in dieses Alpental. Noch immer sind d

      ie Verwüstungen überall sichtbar. Die Arbeiten kommen nur schleppend voran: Milliardenschäden, vernichtete Existenzen. Die Beschaulichkeit der kleinen Stadt Breil in den französischen Alpen hat gelitten. Alexandre hat hier ein neues Zuhause gefunden. Jetzt ist er einer von ihnen. Das war nicht immer so. Über sein früheres Leben spricht er nicht gerne. Er kam praktisch aus dem Nichts, war arbeitslos und obdachlos, lebte im Wald, als er von der Unwetterkatastrophe hörte. Irgendwann im Sommer soll die Straße wieder für alle passierbar sein. Dann ist sein Job hier beendet. Doch Alexandre macht sich deswegen keine Gedanken. Er ist entschlossen: Er will in diesem Tal bleiben.

      • Türkei: Die Frauen helfen sich selbst

      Für den türkischen Präsidenten ist die Frau vor allem Mutter. Erdogan propagiert traditionelle Familienstrukturen, in denen Frauen von ihren Männern häufig nicht als gleichwertig behandelt werden. Darum entschied Erdogan auch, dass die Türkei im März aus der Istanbul-Konvention austreten solle. Der völkerrechtliche Vertrag, der 2014 in Kraft trat, verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen und häusliche Gewalt zu verhüten. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei gesetzlich verboten, aber trotzdem ein weit verbreitetes Problem. Frauenorganisationen kritisieren, Schutzvorschriften und Gesetze würden oft nicht angewandt. In türkischen Sportschulen gibt es derzeit vermehrt Nachfrage nach Selbstverteidigungskursen speziell für Frauen. Helfen sich türkische Frauen in Istanbul selbst, weil der Staat sie nicht mehr vor Gewalt schützen will?

      Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

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      07:45 - 08:15 Uhr (30 Min.)
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