• 19.04.2021
      09:05 Uhr
      Jugend ohne Abschluss tagesschau24
       

      Über 50.000 junge Menschen brechen in Deutschland jedes Jahr die Schule ab. Seit 2013 steigt die Quote der Schulabbrecher*innen, aktuell liegt sie bei 6,8 Prozent. Die Aussichten ohne Abschluss sind schlecht: Es droht Arbeitslosigkeit, denn Lehrstellen für Jugendliche ohne Abschluss gibt es kaum. Die Konsequenz: 2016 hatten mehr als ein Viertel der 25- bis 34-Jährigen keine Berufsausbildung, viele davon sind laut Expert*innen Schulabbrecher*innen. Wie kann es sein, dass so viele junge Menschen die Schule abbrechen? Und wer sind diese Menschen?

      Montag, 19.04.21
      09:05 - 10:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Über 50.000 junge Menschen brechen in Deutschland jedes Jahr die Schule ab. Seit 2013 steigt die Quote der Schulabbrecher*innen, aktuell liegt sie bei 6,8 Prozent. Die Aussichten ohne Abschluss sind schlecht: Es droht Arbeitslosigkeit, denn Lehrstellen für Jugendliche ohne Abschluss gibt es kaum. Die Konsequenz: 2016 hatten mehr als ein Viertel der 25- bis 34-Jährigen keine Berufsausbildung, viele davon sind laut Expert*innen Schulabbrecher*innen. Wie kann es sein, dass so viele junge Menschen die Schule abbrechen? Und wer sind diese Menschen?

       

      Mehr als 50.000 junge Menschen brechen in Deutschland jedes Jahr die Schule ab. Wie kann das sein? Was sind die Gründe und wer sind diese Menschen? Das wollten die 45 Min-Reporter*innen Noura Mahdhaoui und Klaas-Wilhelm Brandenburg wissen und haben sich auf die Suche gemacht. Gefunden haben sie vier junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten und Träumen.

      Irgendwann ging es einfach nicht mehr: "Dann eckst du in der Schule an und kriegst vermittelt, dass du nicht gut genug bist." Das erzählt der Hamburger Rapper Disarstar heute, mit 27, über seinen Schulabbruch. Mit 15 zog er zu Hause aus, kam in die Obhut des Jugendamts und hatte lange andere Dinge im Kopf als Schule.

      Ganz anders war es bei Hannah: Sie kommt aus einer Akademikerfamilie, ihre Noten waren gut. Trotzdem wollte sie nicht mehr in die Schule: "Es gab nur: zu Hause sein und Stress haben, dass ich nicht zur Schule gehe. Oder in die Schule gehen und die ganze Zeit Stress haben." Sie hielt das Klassenklima nicht mehr aus, wurde krank und hörte mit 14 auf, in die Schule zu gehen.

      Über 50.000 junge Menschen brechen in Deutschland jedes Jahr die Schule ab. Seit 2013 steigt die Quote der Schulabbrecher*innen, aktuell liegt sie bei 6,8 Prozent. Die Aussichten ohne Abschluss sind schlecht: Es droht Arbeitslosigkeit, denn Lehrstellen für Jugendliche ohne Abschluss gibt es kaum. Die Konsequenz: 2016 hatten mehr als ein Viertel der 25- bis 34-Jährigen keine Berufsausbildung, viele davon sind laut Expert*innen Schulabbrecher*innen.

      Wie kann es sein, dass so viele junge Menschen die Schule abbrechen? Und wer sind diese Menschen? Das wollten Noura Mahdhaoui und Klaas-Wilhelm Brandenburg wissen und haben sich auf die Suche gemacht. Gefunden haben sie vier junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten und Träumen. Jean, 16, aus Greven in Mecklenburg-Vorpommern, hat den dritten Schulwechsel hinter sich. Eine Produktionsschule ist seine letzte Chance auf den Hauptschulabschluss. Baris, 16, kam in der Schule nicht mehr hinterher, wurde deshalb gemobbt und entschied schließlich, einfach nicht mehr hinzugehen.

      Bildungs- und Sozialforschende halten die Zahl der Schulabbrecher*innen in Deutschland für zu hoch. Zu viele junge Menschen würden immer noch durchs Raster fallen, obwohl ihnen geholfen werden könne.

      Und auch die Politik hatte sich andere Ziele gesetzt. Auf dem Bildungsgipfel 2008 vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bildungsminister*innen der Länder: bis 2015 soll die Abbruchquote auf vier Prozent sinken. Erreicht wurde dieses Ziel nie, selbst Hessen, das Bundesland mit der geringsten Quote, verfehlt es.

      Otto Herz, Reformpädagoge und Mitgründer der Laborschule Bielefeld, nennt das kriminell und sagt, das dürfe nicht sein. Professor Heinrich Ricking, Bildungsforscher am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, sieht Versäumnisse der Politik. Und die Lehrerin Janina Bähre aus Berlin-Neukölln ist überzeugt: "Die Kinder können nichts dafür!"

      Was läuft schief im deutschen Schulsystem? Wie ginge es besser? Und was können Schulen und Politik tun, damit es weniger Schulabbrecher*innen gibt?

      Film von Klaas-Wilhelm Brandenburg und Hendrik Reimer

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