• 26.10.2019
      23:15 Uhr
      Umzug ins Altersheim Film von Anke Kültür | tagesschau24
       

      Irgendwann kommt der Tag, an dem sich der Mensch eingestehen muss: Ich kann nicht mehr. Nicht mehr alleine laufen. Nicht mehr alleine zurechtkommen. Nicht mehr alleine leben. Die Kinder sind häufig berufsbedingt hunderte Kilometer vom elterlichen Haus weg. Und so wird der Umzug in ein Heim zur einzigen Option, um in Würde zu altern.

      Samstag, 26.10.19
      23:15 - 23:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Irgendwann kommt der Tag, an dem sich der Mensch eingestehen muss: Ich kann nicht mehr. Nicht mehr alleine laufen. Nicht mehr alleine zurechtkommen. Nicht mehr alleine leben. Die Kinder sind häufig berufsbedingt hunderte Kilometer vom elterlichen Haus weg. Und so wird der Umzug in ein Heim zur einzigen Option, um in Würde zu altern.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktion Thomas von Bötticher Michaela Herold

      Irgendwann kommt der Tag, an dem sich der Mensch eingestehen muss: Ich kann nicht mehr. Nicht mehr alleine laufen. Nicht mehr alleine zurechtkommen. Nicht mehr alleine leben. Die Kinder wohnen häufig berufsbedingt Hunderte Kilometer vom elterlichen Haus entfernt. Und so wird der Umzug in ein Heim zur einzigen Option, um in Würde zu altern.

      Viele Senioren tun dies widerwillig, andere ganz bewusst. Wie verkraften sie ihren letzten Umzug? Kann man einen "alten Baum", anders als im Sprichwort, verpflanzen, sodass er neue Wurzeln schlägt?

      Sechs Operationen hat Helga H. (80) überstehen müssen. Erst fiel sie vom Fahrrad und brach sich ein Bein, in der Reha gleich noch einmal, es folgten eine Knie-OP und ein gebrochenes Steißbein. Mühselig hat sie sich wieder aufgerappelt, wollte nur wieder nach Hause, wo sie seit ihrer Geburt lebt. Doch ihr Mann Johann (88) erkennt: "Wir müssen ins Heim. Wir müssen uns damit abfinden."

      Diese neue Folge aus der Reihe "Unter deutschen Dächern" begleitet das Ehepaar H. bei seinem letzten Umzug. Helga und Johann verkaufen ihr Haus in Bremen-Horn, sortieren aus, Möbel, Kleidung, Erinnerungsstücke. In ihre neue Zweizimmerwohnung im Heim passt nicht viel. Je näher der Umzugstermin rückt, desto trauriger wird Helga. Die eigenen vier Wände nach 80 Jahren hinter sich zu lassen, das ist nicht einfach.

      Die Brüder Hartwig und Hans-Jürgen D. haben diesen Schritt schon hinter sich. Der Herausforderung wollten sich die beiden aber nur gemeinsam stellen. Im Altersheim gründeten sie eine WG. Lange haben sich die beiden Lehrer dagegen gewehrt, ihre Häuser zu verlassen. Doch seit einem Jahr leben die beiden Ü-90er nun in ihrer WG. Der Ältere, Hans-Jürgen (93), hat deshalb sogar seine Ehefrau "verlassen". Erna wohnt im Gang gegenüber, während ihr Mann mit seinem jüngeren Bruder Hartwig (92) ein 45 Quadratmeter großes Zimmer teilt.

      "Meine Beine haben mich im Stich gelassen. Sonst wäre ich noch länger zu Hause geblieben", erklärt Hartwig. Sein Bruder Hans-Jürgen wollte ihn nicht im Stich lassen. Er zog mit ihm ins Heim. Die Brüder haben im hohen Alter die Kraft, ihre letzte Wohnsituation auf Erden voller Elan und Lebensfreude zu gestalten. Trotz Heim, trotz körperlicher Gebrechen.

      Der Film von Anke Kültür fragt: Welche individuellen Gründe und Ängste spielen bei diesem ganz besonderen Umzug mit? Gelingt die Eingewöhnung in das neue Heim? Und wie arrangiert man sich mit den vielen gleichaltrigen, oft dementen Mitbewohnern, wenn man sich selbst noch als sehr fit wahrnimmt?

      Der Film zeigt auch die Emotionen des Auszuges, des Hintersichlassens, aber auch Freude und Energie, die im neuen sozialen Umfeld entstehen können, und stellt die Frage: Welche Rolle spielt die Endlichkeit des Lebens bei diesem Neuanfang?

      Film von Anke Kültür aus der Reihe "Unter deutschen Dächern"

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      Samstag, 26.10.19
      23:15 - 23:45 Uhr (30 Min.)
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