• 24.08.2019
      08:15 Uhr
      Wie der Südwesten gleichberechtigt wurde (2/2) Von Hausmännern und Emanzen | tagesschau24
       

      Es war eine wundersame Welt, mit klar verteilten Rollen. Die Männer, damals auch das starke Geschlecht genannt, verdienten das Geld, besuchten regelmäßig den Stammtisch oder den Fußballplatz und selbstverständlich saßen sie am Steuer, sei es im Auto, in der Politik oder der Wirtschaft. Frauen konnten höchsten "mitarbeiten" und hatten sich um alle häuslichen Belange zu kümmern. Mit Hilfe alter Originalfilmausschnitte aus den Archiven dokumentiert der Film von Claus Hanischdörfer den zeitgenössischen Blick auf die Geschlechterbeziehung.

      Samstag, 24.08.19
      08:15 - 09:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Es war eine wundersame Welt, mit klar verteilten Rollen. Die Männer, damals auch das starke Geschlecht genannt, verdienten das Geld, besuchten regelmäßig den Stammtisch oder den Fußballplatz und selbstverständlich saßen sie am Steuer, sei es im Auto, in der Politik oder der Wirtschaft. Frauen konnten höchsten "mitarbeiten" und hatten sich um alle häuslichen Belange zu kümmern. Mit Hilfe alter Originalfilmausschnitte aus den Archiven dokumentiert der Film von Claus Hanischdörfer den zeitgenössischen Blick auf die Geschlechterbeziehung.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Claus Hanischdörfer
      Autor Claus Hanischdörfer

      Mann und Frau sind gleichberechtigt - so steht es seit 1949 im Grundgesetz. Aber was hat sich in Sachen Gleichberechtigung in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland getan, seit Artikel 3 Absatz 2 1949 im Grundgesetz verankert wurde? Der Film geht auf Zeitreise, taucht in die Archive des Südwestrundfunks ein und offenbart auf unterhaltsame Weise eine merkwürdige und doch seltsam vertraute Welt.
      Beginnend in den 50er Jahren als die (Männer)Welt noch in Ordnung war: Die Frau am Herd und bei den Kindern, der Mann als "Versorger" lässt sich im Sessel bedienen. Obwohl es schon damals starke Frauen im Südwesten gibt, bleibt für die meisten Frauen oft nur: Heiraten und Kinder kriegen. Besorgte männliche Bürger sehen Anfang der 60er Jahre die arbeitende Mutter tatsächlich als "ein Verbrechen an der Zukunft unseres Volkes". Ebenfalls sehr rigoros: Der DFB verbietet in den 50er Jahren den Frauenfußball.
      Und doch ändert sich allmählich etwas. Mit der Einführung der Pille kann die Frau entscheiden, ob sie schwanger werden will oder nicht. Und auch bei den ersten Männern macht sich ein Umdenken breit. Die "Gammler" wollen keine harten Kerle mehr sein und selbst auch lange Haare tragen.
      "Wie der Südwesten gleichberechtigt wurde" gibt Einblick in eine Epoche, die viele von uns noch erlebt haben und die spätere Generationen nachhaltig geprägt hat. Ein Blick in die Mottenkiste der Emanzipation, der manchmal erschreckend, oft absurd komisch und verbunden mit der bitter-süßen Erkenntnis ist: Echte Gleichberechtigung ist auch heute längst nicht geschafft - kein Wunder bei der schweren Geburt.

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