• 19.08.2019
      00:20 Uhr
      Presseclub Wahlen im Osten – Rücken wir weiter auseinander? | tagesschau24
       

      Die wachsende Stärke der AfD prägt die politische Landschaft in Ostdeutschland nachhaltig. Warum haben die etablierten Parteien ihre Bindekraft bei den Wählern verloren? Wie können wir gegenseitige Vorurteile im Westen wie im Osten überwinden?
      Gäste:

      • Uta Deckow, Leiterin des Politikressorts, MDR Sachsen
      • Cerstin Gammelin, Stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros, Süddeutsche Zeitung
      • Torsten Kleditzsch, Chefredakteur, Freie Presse Chemnitz
      • Raoul Löbbert, Leiter der ZEIT-Redaktion „Christ&Welt“

      Moderation: Jörg Schönenborn

      Nacht von Sonntag auf Montag, 19.08.19
      00:20 - 01:03 Uhr (43 Min.)
      43 Min.

      Die wachsende Stärke der AfD prägt die politische Landschaft in Ostdeutschland nachhaltig. Warum haben die etablierten Parteien ihre Bindekraft bei den Wählern verloren? Wie können wir gegenseitige Vorurteile im Westen wie im Osten überwinden?
      Gäste:

      • Uta Deckow, Leiterin des Politikressorts, MDR Sachsen
      • Cerstin Gammelin, Stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros, Süddeutsche Zeitung
      • Torsten Kleditzsch, Chefredakteur, Freie Presse Chemnitz
      • Raoul Löbbert, Leiter der ZEIT-Redaktion „Christ&Welt“

      Moderation: Jörg Schönenborn

       

      Die wachsende Stärke der AfD prägt die politische Landschaft in Ostdeutschland nachhaltig. In zwei Wochen sind in Brandenburg und Sachsen Landtagswahlen, Ende Oktober in Thüringen. Die Rechtspopulisten stehen nach aktuellen Umfragen vor einem großen Wahlerfolg, während CDU wie SPD mit einer deutlichen Niederlage rechnen müssen. Auch die Linke verliert teilweise an Zustimmung, anders die Grünen: Sie legen in allen drei Bundesländern deutlich zu.

      Knapp 30 Jahre nach dem Mauerfall ist von dem Versprechen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, die neuen Bundesländer “bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln“, nicht allzu viel übriggeblieben. Seit der Wiedervereinigung ist es nicht gelungen, in ganz Deutschland für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen.

      Eine aktuelle Studie zeigt, dass jede fünfte Region in der Bundesrepublik massive Probleme bei Wirtschaft und Infrastruktur hat. Ostdeutschland hat vor allem mit der Überalterung und Schrumpfung der Gesellschaft zu kämpfen. Um den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland attraktiver zu machen, wird über eine Sonderwirtschaftszone diskutiert, die Investoren und Facharbeitskräfte anlocken soll.

      Unter Ostdeutschen ist das Gefühl weit verbreitet, ihre individuelle Lebensleistung werde im Westen zu wenig wertgeschätzt. Die frühere Treuhand-Chefin Birgit Breuel sagte jüngst mit Blick auf den Umbruch: “In Westdeutschland wäre es nicht möglich gewesen, den Leuten eine Veränderung dieses Ausmaßes zuzumuten. Sie hätten das nicht durchgehalten“.

      Warum haben die etablierten Parteien ihre Bindekraft bei den Wählern verloren? Müssen wir uns auf schwierige Mehrparteien-Koalitionen einstellen? Wie können wir gegenseitige Vorurteile im Westen wie im Osten überwinden?

      Gäste:

      • Uta Deckow, Leiterin des Politikressorts, MDR Sachsen

      Uta Deckow studierte Journalistik und Politikwissenschaft in Leipzig. Ihre journalistische Laufbahn begann bei der Regionalzeitung „Freie Presse“. Später wechselte sie vom Printjournalismus zu „MDR Radio Sachsen“, wo sie während des Studiums als freie Mitarbeiterin in den Regionalstudios in Chemnitz und Leipzig arbeitete. Vorübergehend leitete sie das Dresdner Studio eines Privatradios und kehrte als Redakteurin für Landespolitik zum „MDR Sachsen“ zurück. Ab 2001 moderierte sie unter anderem den „Sachsenspiegel“ im „MDR Fernsehen“. Seit 2013 leitet sie in Sachsen das Politikressort.

      • Cerstin Gammelin, Stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros, Süddeutsche Zeitung

      Cerstin Gammelin studierte Werkstofftechnik in Chemnitz und wandte sich nach ihrem Diplom in Maschinenbau dem Journalismus zu. Zunächst arbeitete sie als Autorin und freie Journalistin für verschiedene Fachzeitungen. Anschließend war Cerstin Gammelin für „DIE ZEIT“, den „Spiegel“ und die „Financial Times Deutschland“ tätig. 2005 wurde sie Korrespondentin im Hauptstadtbüro der „ZEIT“, bevor sie 2008 für die „Süddeutsche Zeitung“ als EU-Korrespondentin nach Brüssel ging. Im Mai 2015 wechselte Cerstin Gammelin in das Parlamentsbüro der "Süddeutschen Zeitung" nach Berlin, wo sie als stellvertretende Leiterin für Wirtschaftspolitik zuständig ist.

      • Torsten Kleditzsch, Chefredakteur, Freie Presse Chemnitz

      Torsten Kleditzsch studierte Journalistik und Internationale Beziehungen in Leipzig. Von 1996 bis 2003 lehrte er an den Universitäten Leipzig und Halle. Bei der „Freien Presse“ in Chemnitz begann er 1992 seine Redakteurslaufbahn. Später wechselte er zur „Mitteldeutschen Zeitung“ bei der er zehn Jahre tätig war, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur. 2009 kehrte Torsten Kleditzsch als Chefredakteur zurück zur „Freien Presse“ nach Chemnitz.

      • Raoul Löbbert, Leiter der ZEIT-Redaktion „Christ&Welt“

      Raoul Löbbert studierte Germanistik und Soziologie in Bonn und volontierte beim „Rheinischen Merkur“. Dort wurde er dann auch Kulturredakteur. Seit 2010 gehört Raoul Löbbert der Redaktion „Christ&Welt“, an, der Religionsredaktion der Wochenzeitung „DIE ZEIT“, die er seit 2016 leitet. Er schreibt regelmäßig für die „ZEIT im Osten".

      Moderation:

      Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des Westdeutschen Rundfunks
      Nach seinem Volontariat arbeitete Jörg Schönenborn als Hörfunk- und Fernsehredakteur beim WDR sowie als Inlandskorrespondent für Tagesschau und Tagesthemen. Von 1997 bis 2002 leitete er die WDR-Fernsehredaktionsgruppe Zeitgeschehen aktuell. Von 2002 bis 2014 war er WDR-Chefredakteur Fernsehen und Leiter des Programmbereichs Politik und Zeitgeschehen. Jörg Schönenborn moderiert regelmäßig Wahlsendungen im Ersten und den „Presseclub“, seit Januar 2008 im Wechsel mit Volker Herres und Ellen Ehni.

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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