• 28.07.2019
      23:20 Uhr
      Weltspiegel Auslandskorrespondenten berichten | tagesschau24
       

      Themen:

      • Iran: Was ist geworden aus den Hoffnungen nach dem Atomabkommen?
      • Frankreich: Paradies in Gefahr - Fos sur Mer - und die Folgen der Industrie
      • Griechenland: Kinder in Käfigen - Mit diesem Thema und den Möglichkeiten von „Inklusion“ befasst sich auch der Podcast „Weltspiegel-Thema“.
      • Peru: Die Trägerinnen vom Machu Picchu
      • Südafrika: Die Klinik auf Schienen - Der Zug der Hoffnung
      • Indien: Warum stehen Flugzeuge auf den Dächern?

      Sonntag, 28.07.19
      23:20 - 00:00 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      VPS 23:00
      Stereo

      Themen:

      • Iran: Was ist geworden aus den Hoffnungen nach dem Atomabkommen?
      • Frankreich: Paradies in Gefahr - Fos sur Mer - und die Folgen der Industrie
      • Griechenland: Kinder in Käfigen - Mit diesem Thema und den Möglichkeiten von „Inklusion“ befasst sich auch der Podcast „Weltspiegel-Thema“.
      • Peru: Die Trägerinnen vom Machu Picchu
      • Südafrika: Die Klinik auf Schienen - Der Zug der Hoffnung
      • Indien: Warum stehen Flugzeuge auf den Dächern?

       
      • Iran: Was ist geworden aus den Hoffnungen nach dem Atomabkommen?

      Viele im Iran haben nach dem Atomabkommen eine gute Zukunft für sich gesehen – mit wirtschaftlichen Perspektiven und mehr kultureller Offenheit. Vor allem die Frauen wollten von den neuen Perspektiven profitieren. ARD-Korrespondentin Natalie Amiri hat drei Unternehmerinnen im Sommer 2015 interviewt, mit ihnen über die Zukunft gesprochen. Jetzt trifft sie die Iranerinnen wieder, um zu erfahren, wie es den Menschen im Land inzwischen geht, nachdem die USA das Atomabkommen aufgekündigt haben und die Situation an der Straße von Hormus eskaliert ist.

      • Frankreich: Paradies in Gefahr - Fos sur Mer - und die Folgen der Industrie

      Etwa 50 Kilometer nordwestlich von Marseille liegt Fos-sur -Mer, direkt am Mittelmeer. "Klein Venedig" nennen die Menschen ihre Heimat, aber viele können sich an der Einzigartigkeit dieser Küste nicht mehr erfreuen. Bernard Huriaux ist vor fast 50 Jahren nach Fos-sur-Mer gezogen, um im sonnigen Süden eine gute Arbeit zu finden. "Ich finde es wunderschön, es gibt nicht viele solcher Orte - aber gleichzeitig ist es die Hölle hier: es stinkt, es gibt Staub, und so weiter", sagt der 72Jährige. In einem der Werke, die am Golf aufgebaut wurden, hat er gearbeitet. Inzwischen produzieren 200 Fabriken, mehr als 40.000 Arbeitsplätze sind entstanden - Frankreichs größte Industriezone liegt direkt am Mittelmeer. Die Raffinerien, die Chemie- und Stahlwerke zerstören die Natur und gefährden die Menschen. Die Zahl der Krebserkrankungen ist in Fos-sur-Mer doppelt so hoch wie im Rest Frankreichs, unabhängige Experten führen das auf die verpestete Luft durch die Industrie-Abgase zurück. Beim Industrieverband wissen die Verantwortlichen um die Vorwürfe und versuchen zu beschwichtigen: "Es ist uns bewusst, dass wir einen schlechten Ruf haben - und die Industrie weiß, dass sie selbst dafür verantwortlich ist", räumt Marc Bayard vom Industrieverband GMIF ein, "Wir haben aber auch wirtschaftliche Verantwortung in dieser Region".

      • Griechenland: Kinder in Käfigen

      In Griechenland hat das Heim von Lechena auf der Peleponnes traurige Berühmtheit erlangt, seit vor einigen Jahren bekannt wurde, dass die dort untergebrachten behinderten Kinder unter unwürdigen Bedingungen leben mussten. "Es gab 51 Bewohner, 36 davon waren permanent mit Fesseln oder Medikamenten ruhig gestellt. Es gab Menschen, die seit 22 Jahren in Holz-Käfigen in der Größe von
      2x2x1 Meter gelebt haben und mal für eine Sekunde raus kamen", erinnert sich der Psychiater
      Yiorgos Nikolaidis, der den Skandal damals publik machte. Im Heim von Lechena fehlte es an allem, an Geld, auch an Personal. Jetzt, so heißt es bei den Behörden, sei vieles besser geworden. Doch die Zweifel bleiben. Zwei Praktikantinnen berichten im Weltspiegel-Interview über ihre Arbeit in Lechena: "Viele Stunden liegen die Bewohner in ihren schmutzigen Windeln, das riecht wirklich schlimm....Es gibt ein blindes Mädchen. Sie hat keine Musik, sie sieht nichts, ..., sie hört nichts und wartet auf ihren Tod. Wie kann es dazu kommen, mitten in Europa?"
      „Der zuständige Minister und die entsprechenden Regierungen haben kein Fachpersonal angestellt", rechtfertigt sich der stellvertretende Bürgermeister.
      Mit diesem Thema und den Möglichkeiten von „Inklusion“ befasst sich auch der Podcast „Weltspiegel-Thema“.

      • Peru: Die Trägerinnen vom Machu Picchu

      Im traditionellen Peru haben die Frauen nun eine der letzten Männer-Bastionen gestürmt: Immer mehr weibliche Trägerinnen helfen den Touristen auf den Machu Picchu. Die Inka-Stätte gilt als meistbesuchtes Reiseziel Südamerikas. Bislang waren es vor allem Männer, die den Touristen das Gepäck trugen. Doch jetzt schleppen auch Frauen die Lasten auf die 4.200 Meter hohe Welterbe-Stätte. Eine von ihren ist Marleni Huilca: "Früher haben wir mit dem Verkauf von Gemüse kaum etwas verdient. Jetzt aber, dank dieser Chance, machen wir viel mehr Geld und das ist gut - gerade für unsere Kinder." Drei Tage dauert es, bis die Touristen und die Trägerinnen auf dem Machu Picchu ankommen. Eine körperlich anstrengende Arbeit, die für die Trägerinnen aber auch eine Art Befreiung ist. 90 Euro pro Woche verdienen sie. Damit sichern sie sich wirtschaftliche Unabhängigkeit und können vor allem ihren Töchtern den Schulbesuch möglich machen. Und sie sind stolz auf das, was sie leisten können.

      • Südafrika: Die Klinik auf Schienen - Der Zug der Hoffnung

      Wo dieser Zug auftaucht, kommt mit ihm die Hoffnung, sagen die Leute. Kreuz und quer durch Südafrika fährt die rollende Klinik, vor allem auf dem Lande warten die Menschen sehnlichst darauf, dass der "Zug der Hoffnung" bei ihnen Station macht. An Bord praktiziert u.a. Kefiloe Mamba. Die Zahnärztin ist neun Monate am Stück mit der Klinik auf Schienen unterwegs. "Ich habe auch schon in einer teuren Privatklinik gearbeitet. Aber hier erleben wir viel mehr Dankbarkeit von den Patienten, die wir behandeln", sagt sie. Insgesamt 21 Mitarbeiter arbeiten in der mobilen Klinik, die vielen schnelle medizinische Soforthilfe bietet. Selbst eine Brille wird innerhalb von Stunden angefertigt, wenn es nötig ist. Die staatliche Eisenbahn trägt den Großteil der Kosten für die Klinik-Eisenbahn, dennoch müssen die Patienten einen eigenen Beitrag für die Behandlung zuzahlen. Allerdings ist es deutlich weniger als bei den Ärzten in den Städten. Eine große Sorge hat Kefiloe Mamba, die Zahnärztin, allerdings: Dass bei der von Korruption durchsetzten staatlichen Eisenbahn das Geld immer knapper werden könnte - und dadurch der Zug nicht mehr zu den Patienten aufs Land fahren könnte.

      • Indien: Warum stehen Flugzeuge auf den Dächern?

      Im Norden Indiens, im Bundesstaat Punjab, gibt es ein ganz besonderes Dorf: Jahaj Village, das Flugzeugdorf. Auf vielen Dächern stehen große Flugzeug-Modelle oder Schiffe, auf einigen sogar Kängurus. Santok Singh hat das größte Flugzeug-Modell auf sein Dach installieren lassen. „Wir Punjabis sind dafür bekannt, dass wir hart arbeiten. Egal, wo wir auf der Welt hinkommen, wir sind immer erfolgreich.“ Und das zeigen die Punjabis auch gerne. Santok Singh lebt eigentlich seit vielen Jahren in Großbritannien, sein Haus im Heimatdorf besucht er nur einmal pro Jahr. Aber das Modell auf dem Dach zeigt allen, dass er es geschafft hat, im fernen Europa. Und das Flugzeug zeigt, dass er sich die teuren Reisen leisten kann.

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      23:20 - 00:00 Uhr (40 Min.)
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