• 15.11.2015
      02:12 Uhr
      Milliarden aus Moskau - Gefahr für Europa? Ein Film von Christian Schulz und Ulli Wendelmann aus der Reihe "die story" | tagesschau24
       

      "Wir kommen nicht mit Kalaschnikows, sondern mit Geld!" Dieser Ausspruch Putins von 2014 war früher als Scherz aufgenommen worden. Doch nun haben sich Russen in Industriezweige eingekauft, halten wichtige Hebel der Energieversorgung Europas in ihren Händen und investieren für einen Image-Gewinn in Fußballvereine wie Schalke 04 und die Champions League. Drei große Werften in Ostdeutschland gehören einem jungen Unternehmer aus Moskau, dessen Vater zum Dunstkreis der Machtzentrale gehört. Die Dokumentation versucht herauszufinden, ob russische Gelder im Westen zu einer Gefahr werden.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 15.11.15
      02:12 - 03:00 Uhr (48 Min.)
      48 Min.
      VPS 02:10
      Stereo HD-TV

      "Wir kommen nicht mit Kalaschnikows, sondern mit Geld!" Dieser Ausspruch Putins von 2014 war früher als Scherz aufgenommen worden. Doch nun haben sich Russen in Industriezweige eingekauft, halten wichtige Hebel der Energieversorgung Europas in ihren Händen und investieren für einen Image-Gewinn in Fußballvereine wie Schalke 04 und die Champions League. Drei große Werften in Ostdeutschland gehören einem jungen Unternehmer aus Moskau, dessen Vater zum Dunstkreis der Machtzentrale gehört. Die Dokumentation versucht herauszufinden, ob russische Gelder im Westen zu einer Gefahr werden.

       

      "Wir kommen nicht mit Kalaschnikows, sondern mit Geld!" hatte Putin 2014 gesagt. Nun haben sich Russen in Industriezweige eingekauft, halten wichtige Hebel der Energieversorgung Europas in ihren Händen, investieren für einen Image-Gewinn.

      Staatsunternehmen des Kremls und russische Oligarchen haben viel Geld in deutsche Energieversorger gepumpt und mit riesigen Summen Immobilien in England gekauft. Drei große Werften in Ostdeutschland gehören einem jungen Unternehmer aus Moskau, dessen Vater zum Dunstkreis der Machtzentrale gehört. Gazprom, der größte Energiekonzern der Welt, sponsert den traditionsreichen Fußballklub Schalke 04 mit Millionen. Für mehr als eine Milliarde Euro hatte Moskau zwei Kriegsschiffe in Frankreich bestellt, das Geschäft wurde allerdings durch das Embargo gestoppt. Geht es bei all dem nur um "Business as usual" oder um weit mehr?

      Die Autoren gehen auf Spurensuche quer durch Europa - von London und Straßburg über Berlin bis nach Moskau. Sie führen Gespräche mit Experten und Politikern und gewinnen unterschiedliche Eindrücke. Da wirbt der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder für wirtschaftliche Beziehungen des Westens mit Russland. Er setzt auf das Entspannungskonzept "Wandel durch Handel", das zum Ende des Kalten Krieges und zum Fall des Eisernen Vorhangs in Europa beigetragen habe. Damit steht er nicht allein, wie ein "Russland-Tag" in Deutschland mit Experten, Politikern und Wirtschaftsmanagern beweist.

      Dagegen sieht Elmar Brock (CDU) als außenpolitischer Sprecher des Europaparlaments den Einsatz russischer Milliarden im Westen skeptisch. Er glaubt an strategische Interessen, die dahinterstehen. Luke Harding, lange Zeit Korrespondent des britischen "Guardian" in Moskau, geht sogar noch weiter und will eine Kreml AG ausgemacht haben, eine eng vernetzte Allianz aus Politik, Wirtschaft und Geheimdienst, die bei großen und wichtigen internationalen Geschäften die Fäden zieht und sich dabei die eigenen Taschen füllt.

      Es war im März 2014 nach der russischen Annexion der Krim, als Wladimir Putin die Weltöffentlichkeit aufhorchen ließ. In einer Rede bezeichnete er die Russen außerhalb seines Landes als "größtes verstreutes Volk der Welt". Moskau wäre lange zu schwach gewesen, seine Rechte zu verteidigen. Mit Alleingängen des Westens wie in der Ukraine sei nun Schluss. Dort gehe es um die Interessen von Millionen Russen. Das zwinge Moskau zum Handeln.

      Wie ernst die Worte des russischen Präsidenten gemeint waren, beweist der Krieg in der Ostukraine bis heute auf dramatische Weise. Auch auf die anderen Ex-Sowjetrepubliken färbt der Krieg ab: Viele Länder fürchten sich vor einem ukrainischen Schicksal. In den russischen Minderheiten keimt so manche Hoffnung auf Hilfe aus Moskau.

      Und wie bedroht fühlt sich der Westen? Bei einem früheren Deutschlandbesuch wurde ein Ausspruch Putins eher als Scherz aufgenommen: "Wir kommen nicht mit Kalaschnikows, sondern mit Geld!" Und heute sind die Russen da: Sie haben Werften gekauft, Bereiche der Energieversorgung Europas übernommen und Aufträge an die französische Rüstungsindustrie erteilt, die allerdings durch das Embargo gestoppt wurden. SInd die Ängste vor Putin im Westen berechtigt und welche Spuren haben dessen Annexionspolitik im Bewusstsein der russischen Nachbarländer hinterlassen?

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 15.11.15
      02:12 - 03:00 Uhr (48 Min.)
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