• 21.05.2017
      08:15 Uhr
      zur Sache Rheinland-Pfalz Extra 70 Jahre Rheinland-Pfalz - Mit der Zeitreise durchs Land | tagesschau24
       

      Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise durch unsere politische Landesgeschichte. Wir lassen die spannendsten Momente noch einmal lebendig werden, sprechen mit Zeitzeugen und blicken sogar in die Zukunft. Unsere Moderatorin Britta Krane begibt sich anlässlich des Landes-Jubiläums auf eine ungewöhnliche Zeitreise. Sie lässt nicht nur die spannendsten Momente der politischen Geschichte des Landes lebendig werden, sie fragt auch prominente Politiker wie Bernhard Vogel oder Kurt Beck, wie sie heute zu ihren Entscheidungen von früher stehen.

      Sonntag, 21.05.17
      08:15 - 09:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise durch unsere politische Landesgeschichte. Wir lassen die spannendsten Momente noch einmal lebendig werden, sprechen mit Zeitzeugen und blicken sogar in die Zukunft. Unsere Moderatorin Britta Krane begibt sich anlässlich des Landes-Jubiläums auf eine ungewöhnliche Zeitreise. Sie lässt nicht nur die spannendsten Momente der politischen Geschichte des Landes lebendig werden, sie fragt auch prominente Politiker wie Bernhard Vogel oder Kurt Beck, wie sie heute zu ihren Entscheidungen von früher stehen.

       

      Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise durch unsere politische Landesgeschichte. Wir lassen die spannendsten Momente noch einmal lebendig werden, sprechen mit Zeitzeugen und blicken sogar in die Zukunft.

      Unsere Moderatorin Britta Krane begibt sich anlässlich des Landes-Jubiläums auf eine ungewöhnliche Zeitreise. Sie lässt nicht nur die spannendsten Momente der politischen Geschichte des Landes lebendig werden, sie fragt auch prominente Politiker wie Bernhard Vogel oder Kurt Beck, wie sie heute zu ihren Entscheidungen von früher stehen. Und sie wirft immer wieder einen Blick in die Zukunft des Landes: Was sind die neuesten Trends, die im Land "geboren" werden? Wie wird Rheinland-Pfalz in Zukunft aussehen?

      • Die wilden Zeiten - Sexuelle Befreiung in Rheinland-Pfalz

      1969, der Studentenprotest kommt auf dem Land an. Im kleinen pfälzischen Ort Burrweiler lehnt sich eine junge Frau gegen das Althergebrachte und definiert die Rolle der Frau neu: Roswitha Völlinger, Anfang 20, lebt mit Mann und Kindern noch in ihrem Elternhaus. Ganz klassisch. Aber ihre Eltern hält sie nicht mehr aus: "Meine Mutter behandelt mich wie ein kleines Kind, sie schreibt mir vor, was ich anziehen soll. Wenn ich kurze Röcke trage, schimpft sie und sagt ich sei verdorben", erzählt sie uns damals. Gisela Bill, die spätere Fraktionsvorsitzende der Grünen im Mainzer Landtag, erlebt das ähnlich, als sie mit ihrem Freund ohne Trauschein zusammenleben wollte: "Ich habe damals 1969 doch geheiratet, weil das gar nicht anders ging. Die Eltern hätten sich sonst umgebracht." Überall brechen die alten Muster auf. Auch auf den Festivals auf der Burg Waldeck im Hunsrück stellt die junge Generation die Gesellschaft in Frage und diskutiert neue Modelle des Zusammenlebens. An einem Rheinstrand bei Mainz wird in den 60er Jahren die Freikörperkultur ausprobiert und auch das sorgt für Furore.

      • Wie die Rheinland-Pfälzer umweltbewusst wurden

      Streit um Windkraft, Fluglärm, Atomausstieg, Feinstaub. Umweltthemen beherrschen heute oft die Schlagzeilen. Aber es gab eine Zeit, auch in Rheinland-Pfalz, da wurden Umweltschützer belächelt als Phantasten, da war Umweltpolitik etwas für Träumer. Und solange ist das noch gar nicht her. Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts fing das an, was wir heute Umweltbewusstsein nennen. Dabei hatte Rheinland-Pfalz seinen ersten Umweltskandal schon 1965: In der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, mitten im romantischen Rheintal, sollte damals nach dem Willen der Landesregierung atomarer Müll eingelagert werden. Doch die Koblenzer Bevölkerung wehrte sich. Am Ende gab die Landesregierung klein bei.
      In den 80er Jahren sorgt besonders die Rheinverschmutzung für Unmut. Ein Brand im Chemiewerk Sandoz vernichtet nahezu jegliches Leben im Rhein und verwandelt ihn in eine Kloake. Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) versucht 18 Monate später medienwirksam mit einem Sprung in den Rhein den Rheinland-Pfälzern zu beweisen, dass der größte deutsche Fluss wieder sauber ist. Heute sagt Klaus Töpfer, er würde das nicht nochmals machen.

      • Die Spuren der Amerikaner

      US-Streitkräfte haben die Geschichte und das Gesicht des Landes Rheinland-Pfalz mitgeprägt. Schon wenige Jahre nach dem Krieg beginnen die Amerikaner, den kleinen Flugplatz Ramstein in der Westpfalz zu einer der größten US-Militärbasen außerhalb der Vereinigten Staaten auszubauen. Amerikanische Soldaten bringen den "american way of life" in die ländlichen Regionen des Landes. In Jazzbars und Clubs lernen sich Deutsche und Amerikaner kennen, manchmal auch lieben. Ehen werden geschlossen. Aber die US-Präsenz stößt auch auf Kritik. "Ami - go home!", heißt es in den 70er Jahren auf den Demonstrationen der Friedensbewegung. Bis heute protestieren Friedensaktivisten gegen die Lagerung von US-Atomwaffen im Land.
      Ein Ereignis, das sich tief in die Erinnerung der Rheinland-Pfälzer eingebrannt hat, ist die Flugzeugkatastrophe von Ramstein 1988. Bei einem Flugtag kollidieren drei Flugzeuge, eines stü

      rzt ins Publikum. Noch heute - bald 30 Jahre danach - sind Flugshows nur unter deutlich verschärften Sicherheitsvorkehrungen erlaubt. Die Folgen der Katastrophe spürt man also deutschlandweit noch immer.

      • AKW Mülheim Kärlich und der Nürburgring - Die größten politischen Flops

      70 Jahre lang hat die Politik das Land gestaltet und auch vorangebracht: Es wurden Straßen gebaut, neue Universitäten gegründet und Projekte wie die Ganztagsschule eingeführt. Längst ist aus dem "Land der Rüben und Reben", wie es viel zu lang hieß, ein Klischee geworden. Rheinland-Pfalz ist heute ein moderner Wirtschaftsstandort. Aber es gab in 70 Jahren auch politische Flops. Ein milliardenteures Kernkraftwerk in Mülheim-Kärlich, das nach gerade mal 13 Monaten vom Netz gehen musste. Der Meiler war - um nicht auf einer Erdbebenspalte zu stehen - einfach 70 Meter neben dem genehmigten Standort gebaut worden und das war rechtswidrig. Ein weiteres Millionengrab für den Steuerzahler war der Nürburgring. Der ehemalige Ministerpräsident Kurt Beck versprach damals: "Der Steuerzahler wird keinen Euro drauf bezahlen, dieses Projekt wird wie jedes andere finanziert am Markt". Doch der völlig überdimensionierte Freizeitpark scheitert. Die Landesregierung versuchte damals über dubiose Quellen Geld aufzutreiben und geriet an Betrüger. Der Ring ging pleite und gehört heute einem russischen Oligarchen.

      • Vertriebene, Gastarbeiter, Flüchtlinge - Das Einwanderungsland Rheinland-Pfalz

      Das erste Mal Spagetti essen - daran erinnern sich viele noch. Heute gehören Spaghetti, Döner und Co. wie selbstverständlich zu unserer Kultur. Doch das war nicht immer so Fremdenhass und Angst waren und sind weit verbreitete Gedanken. Andererseits ist Rheinland-Pfalz von jeher die "Völkermühle Europas", wie Carl Zuckmayer es beschreibt - offen und tolerant. Doch die Gastarbeiter aus Italien, Spanien, Griechenland und später der Türkei werden nicht immer mit offenen Armen empfangen. Sie werden aber als Arbeitskräfte dringend gebraucht und sorgen für wirtschaftlichen Aufschwung. Viele Gastarbeiter werden hier heimisch, holen ihre Familien nach und werden Rheinland-Pfälzer. Heute treiben Bürgerkriege und Hungersnöte Menschen nach Europa und nach Rheinland-Pfalz. Und sie treffen wieder auf Hilfsbereitschaft und Offenheit, aber auch auf Ablehnung und Angst.

      "zur Sache Rheinland-Pfalz!" ist das politische Landesmagazin im SWR-Fernsehen. In unserer Sendung zeigen wir, wo Politik unser Leben trifft. Wir erklären politische Entwicklungen im Land auf verständliche Weise und helfen, Probleme zu beheben. Wir schauen hinter die Kulissen und entlarven politische Missstände, mal ernsthaft, mal ironisch.

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