• 28.01.2019
      19:20 Uhr
      Weltspiegel Auslandskorrespondenten berichten | tagesschau24
       
      • China: Das verordnete Skiparadies
      • USA: Wer will Trumps Mauer an der Grenze zu Mexiko?
      • Weißrussland/Belarus: Vorsichtige Abkehr vom großen Bruder Russland
      • Polen: Missbrauch in der katholischen Kirche
      • Bolivien: Warum regeln Zebras den Straßenverkehr in La Paz?
      • Japan: Fehlende Sexualkunde und die Folgen

      Montag, 28.01.19
      19:20 - 20:00 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo
      • China: Das verordnete Skiparadies
      • USA: Wer will Trumps Mauer an der Grenze zu Mexiko?
      • Weißrussland/Belarus: Vorsichtige Abkehr vom großen Bruder Russland
      • Polen: Missbrauch in der katholischen Kirche
      • Bolivien: Warum regeln Zebras den Straßenverkehr in La Paz?
      • Japan: Fehlende Sexualkunde und die Folgen

       
      • China: Das verordnete Skiparadies

      In drei Jahren wird China die olympischen Winterspiele ausrichten: noch eine internationale Großveranstaltung, die das Selbstverständnis des Landes als Weltmacht dokumentieren soll. Derzeit wird drei Stunden entfernt von Peking ein Skigebiet gebaut, damit die Spiele auch stattfinden können. „Thaiwoo“ heißt die Region, übersetzt bedeutet das „Tanz unter der Sonne“. „Wir sind auf dem Gebiet des Wintersports nicht sehr weit“, hat Staatschef Xi Jinping erklärt, „jetzt, wo wir die Chance haben, die Winterspiele zu organisieren, sollten wir uns wirklich hineinstürzen“. China soll ein Land der Skifahrer werden, 300 Millionen Wintersportler sollen in den nächsten Jahren auf den Pisten unterwegs sein. Skigebiete wie das in Thaiwoo sollen sportliche Aktivität für die wachsende Mittelschicht bieten, für wohlhabende Familien wie Familie Chang, die zu den ersten gehört, die ihr Kind in eine der neuen Skischulen schicken: „Wenn mein Sohn hier zur Skischule geht, kann er soziale Kontakte knüpfen“, sagt seine Mutter Liu Chang. 300 Pisten sollen in Thaiwoo entstehen, und eine ganze Batterie von Schneekanonen wird aufgestellt, denn es schneit nur selten im zukünftigen Ski-Paradies. Das ist aber nicht so bedeutend, heißt es in Peking, die Partei hat die Ski-Zukunft für China beschlossen.

      • USA: Wer will Trumps Mauer an der Grenze zu Mexiko?

      Das Örtchen McAllen liegt direkt an der Grenze zu Mexiko. Hier wissen die Leute, wie es sich anfühlt, wenn permanent Migranten über die Grenze kommen – legal und auch illegal. Viele haben 2016 Donald Trump gewählt, weil er gut für die Wirtschaft sei, wie sie sagen. Vom sogenannten Shutdown in Washington halten sie gar nichts, weil der Grenzverkehr dadurch erschwert wird. Und auch die Mauer, die der Präsident unbedingt bauen will, stößt hier auf Ablehnung. Denn die Landbesitzer unmittelbar an der Grenze würden wohl enteignet. Außerdem leben viele in McAllen vom Import und Export, sind aus diesem Grund für einfachen und schnellen Grenzverkehr. Die Politik und die Pläne, die Donald Trump im fernen Washington vorantreibt - an der Grenze zu Mexiko findet sie nicht überall Unterstützer.

      • Weißrussland/Belarus: Vorsichtige Abkehr vom großen Bruder Russland

      Belarus, oder Weißrussland, wie es umgangssprachlich häufig heißt, bildet mit Russland eine Union zweier souveräner Staaten, schon seit vielen Jahren. Moskaus Einfluss auf die Regierung in Minsk ist groß. Doch inzwischen versucht der weißrussische Diktator Lukaschenko, sich langsam vom großen Nachbarn abzusetzen. Zu groß ist die Sorge, dass Vladimir Putin aus der Union der beiden Staaten ein groß-russisches Reich machen könnte. Inzwischen wurde an den Schulen Spezial-Unterricht in „weißrussischer Sprache“ eingeführt, mit der die nationale Identität des Landes besonders hervorgehoben werden soll. Die Antwort aus dem Kreml: Wirtschaftlicher Druck! Bisher wurde russisches Rohöl besonders günstig nach Minsk geliefert, dort in den Raffinerien veredelt und teuer weiterverkauft. Inzwischen haben die russischen Ölfirmen die Preise erhöht, damit die Wirtschaft in Lukaschenkos Reich unter Druck gesetzt. Wie weit können die Weißrussen ihre Unabhängigkeit vom großen Bruder erhalten?

      • Polen: Missbrauch in der katholischen Kirche

      Pfarrer Henry Jankowski gilt bis heute als Held der Solidarnosc-Bewegung. Der kämpferische Priester war Beichtvater von Arbeiterführer Lech Walesa und das geistliche Gewissen des Austandes. Und - er hat seit den sechziger Jahren offenbar Jungen und Mädchen missbraucht. Das berichtet Michal Wojciechowicz, der als Jugendlicher von Pfarrer Jankowski bedrängt wurde und sich nur durch einen Zufall retten konnte. „Diese zwei Minuten lange Situation hat mich für das ganze Leben lang geprägt“, sagt er. Inzwischen kämpft er für die Aufklärung der Missbrauchsfälle durch den Geistlichen und gegen die Kirche, die alles immer wieder vertuschen will. Das Denkmal, das die Danziger dem Pfarrer für seine Verdienste für die Solidarnosc-Bewegung gebaut haben, müsse weg, fordert Michal Wojciechowicz.

      • Bolivien: Warum regeln Zebras den Straßenverkehr in La Paz?

      Mehr als zwei Millionen Menschen leben in La Paz, der Metropole Boliviens auf 3.700 Metern über dem Meeresspiegel. Chaotisch geht es zu auf den Straßen, die eigentlich immer verstopft sind. An die Verkehrsregeln hält sich kaum ein Fahrer, es gilt das Recht des Stärkeren. Aber es gibt ein paar Helden des Alltags, die für den Schutz der Fußgänger kämpfen. Die „Zebras“ von La Paz. Junge Menschen, verkleidet wie Zebras, die den Verkehr an den Überwegen regeln, alten Leuten über die Straßen helfen und allzu aggressive Autofahrer in die Schranken weisen. „Es ist sicherer. Sie zeigen uns, wie wir den Zebrastreifen überqueren können“, erzählt ein Mann, der es gerade über eine vierspurige Straße geschafft hat. Die „Zebras“ sind zumeist junge Leute, die von einer gemeinnützigen Stiftung bezahlt, sich etwas Geld dazu verdienen.

      • Japan: Fehlende Sexualkunde und die Folgen

      In keinem Industrieland wird so wenig Sexualkunde und Aufklärung vermittelt wie in Japan, so sagt es zumindest eine offizielle Studie. „Im Unterricht geht man auf gewisse Themen nicht so tief ein. Aber im Internet, da gibt`s viele Seiten zwar mit Altersbeschränkung, aber die kann man ja oft umgehen....“ sagt der 14jährige Kaji. Was die Kids weder in der Schule noch durch ihre Eltern lernen, holen sie sich im Internet. Und daraus wiederum entsteht ein Verständnis von Sexualität und Zweisamkeit, das mit den Regeln einer modernen Gesellschaft, in der Frau und Mann gleichberechtigt und emanzipiert miteinander umgehen, überhaupt nichts zu tun hat. Das Verständnis von Moral und zwischenmenschlichem Miteinander führt in einer Welt voller Tabus bei den Jugendlichen in Japan zu vielen Fragen, auf die sie einfach keine Antworten finden.

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      19:20 - 20:00 Uhr (40 Min.)
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